Der Beginn der Lügenjagd

Banken versuchen neuerdings mit immer ausgefeilteren Methoden Betrügern und Lügnern sowohl intern und in den eigenen Reihen als auch extern auf die Spur zu kommen, darüber berichtet Capital. Dabei hat sich sogar die Lügenjagd selbst zu einem florierenden Geschäft entwickelt, das vor allem von spezialisierten Firmen mit den unterschiedlichsten Mitteln und auf den verschiedensten Wegen betrieben wird.

So gelingt es nur sehr wenigen Menschen ein neues Wort zu erfinden und erfolgreich in die Welt zu setzen, um dann auch gleich noch ein passendes neues Geschäftsfeld ins Leben zu rufen und zu bedienen. Zu dieser seltenen Kategorie von Menschen gehört beispielsweise Pamela Meyer, denn die US-Amerikanerin erfand nicht nur den Begriff des „“, der sich vielleicht am besten durch den deutschen Begriff der „Lügenjagd“ übersetzen lässt, sondern ist auch selbst eine der bekanntesten Lügenjägerin in den USA. Das zumindest seit sie im Jahre 2010 ein Buch veröffentlichte, das die Unterzeile „Bewährte Techniken Betrug zu erkennen“ im Titel trug. Aber auch dann, wenn man den genannten englischen Begriff des liespotting in der Suchmaschine Google eingibt, landet man ebenfalls sofort bei Pamela Meyer. Große Erfolge konnte sie aber auch mit ihrem Video erzielen, dass immerhin alleine bei YouTube von insgesamt mehr als 14 Mio. Menschen geklickt und angeschaut wurde, wobei sich die Zahl ihrer User ständig erhöht.

Quelle:  https://www.capital.de/wirtschaft-politik/wie-sich-die-finanzbranche-gegen-betrug-wappnet

Wie sich die Finanzbranche gegen Betrug wappnet

Somit ist die zierliche Frau aus Washington D. C. der beste Beweis dafür, dass man auch mit unkonventioneller Arbeit guten Erfolg haben kann, so seltsam das Geschäftsmodell dem einen oder anderen auf den ersten Blick auch erscheinen mag. Immerhin reist sie seit ihrem großen Erfolg quer durch die USA und verdient mit ihrem liespotting unermüdlichen Einsatz gegen Lug und Betrug doch recht viel Geld. Dabei kann sich ihre Firma Calibrate durchaus über sehr renommierte Kunden freuen, denn zu diesen zählt die energiegeladene zierliche Damen unter anderem erfolgreiche Private-Equity-Investoren, diverse Hedgefonds, Versicherer und Banken. Capital hatte zudem Glück und konnte die Absolventin der Harvard Business School und studierte Psychologin zwischen zwei ihrer vielen Termine in New York City erwischen und selbst ein Gespräch ergattern, aus dem das Magazin folgende Botschaft mitnehmen konnte: „Da draußen tobt ein Rüstungswettlauf“, sagt Pamela Meyer: „Je besser wir werden, Betrug zu entdecken, umso raffiniertere technische Mittel setzen die Betrüger ein.“ Eine Aussage, die eigentlich etwas Frustrierendes an sich hat, von dem sie sich aber scheinbar nicht entmutigen lässt!

Dabei kann davon ausgegangen werden, dass auch ihre Arbeit gut belohnt wird, denn immerhin verlieren Finanzfirmen und Banken durch Lügen und Betrug in welcher Form auch immer jedes Jahre mehrere Milliarden Euro oder eben Dollar, wobei die Beträge nur geschätzt werden können, da der Umfang nicht zu hundert Prozent aufgedeckt werden kann, denn dann läge ja kein Betrug mehr vor, man wüsste dann ja im Vorfeld Bescheid und könnte einschreiten. Dem ist allerdings nicht so.

Immerhin mussten gerade die Kreditinstitute in den letzten zehn Jahren global – also weltweit – mehr als 400 Mrd. Dollar an Strafzahlungen wegen des Verdachts oder realen Vorkommnissen von Geldwäsche zahlen. Schon aus diesem Grund betreibt die Branche einen immer weiter ansteigenden Aufwand, um bereits im Ansatz illegale Geschäfte zu verhindern und am besten auch die Drahtzieher sowie deren Hintermänner zu identifizieren. Hier entstehen nicht nur ganz neue Berufsbilder, sondern auch – durchaus legale – Geschäftsmöglichkeiten, die noch vor zehn Jahren in der Form gar nicht existiert haben. Compliance-Berater, Betrugsermittler, Lügenjäger und Finanz-Forensiker sind also keine wirtschaftlich orientierten Comicfiguren, sondern reale Berufe, die so wirklich existieren und von den Inhabern tagtäglich ausgeübt werden.

Gerade auch die Association of Certified Fraud Examiners (ACFE) vereinigt als renommierte Gesellschaft in ihren Reihen etwa 65.000 anerkannte Experten auf diesem Gebiet, die aus Großbritannien, den USA und zunehmend der ganzen Welt stammen.

Nicht per sofort schwerkriminell

Pamela Meyer kümmert sich als professionelle Lügenjägerin aber weniger um die externen als um die internen Verdachtsfälle, denn diese sind die nach wie vor am meisten unterschätzte Gefahr. Die Bedrohung für die Finanzwelt kommt nämlich meistens von innen, da weltumspannende Geldwäschen, wie das Beispiel der Danske Bank beweist, nur mit Hilfe von Insidern überhaupt durchgeführt werden können. Gemäß den damals beteiligten Ermittlern flossen dort mehr an 200 Mrd. Euro an verdächtigen Finanzmitteln, die meist aus Russland stammten, über die estnische Filiale, des in Dänemark ansässigen Bankenhauses. Zehn frühere Mitarbeiter wurden in diesem Zusammenhang Ende des vergangenen Jahres durch die Staatsanwaltschaft Tallin festgenommen. Die Danske Bank selbst spricht aber nach diversen internen Untersuchungen sogar von 42 Mitarbeitern, die auf die eine oder andere Weise in die Vorfälle verwickelt sind bzw. waren. Dabei waren allerdings nicht alle selbst aktiv, sondern schauten bei den Geschäften ihrer Kollegen teilweise einfach nur weg.

Die Erfahrung der Pamela Meyer zeigt aber auch, dass die beteiligten Mitarbeiter selbst selten direkt mit einem Schlag kriminell werden, denn oft erwachsen solche Vorfälle oder die Bereitschaft dazu einfach aus wachsendem Frust im beruflichen Alltag und aus kleinen Lügen, die dann die Möglichkeit in Betracht ziehen lassen, sich über Strafgesetze und vor allem über interne Regeln hinwegzusetzen. Das legt die Vermutung nahe, dass die betreffenden Banken mehr Sorgfalt bei der Einstellung ihrer – künftigen – Mitarbeiter an den Tag legen und diese auch im Laufe ihrer Karriere und der Zeit ihrer Tätigkeit für das Unternehmen immer wieder antesten müssen. Immerhin gaben 44 Prozent von befragten Amerikanern zu, beispielsweise ihren Lebenslauf für Bewerbungen zu frisieren. Frau Meyer vertritt dabei die Auffassung, dass dieses Beispiel der Umfrage durchaus repräsentativ ist und der Wert in der Finanzbranche ganz sicher nicht niedriger ausfallen würde als in anderen Branchen auch.

Allerdings sollte sich auch einmal jeder vor Augen halten, dass ein frisierter Lebenslauf weder eine Straftat darstellt noch die Bereitschaft dazu per se unterstellen lässt. Ganz ehrlich dürfte wohl niemand sein, denn wer behauptet, dass er nie zu einer Notlüge, Ausrede oder was auch immer greift, dürfte schon direkt gelogen haben, da ist mit Garantie auch Pamela Meyer kein unbeschriebenes Blatt. Alles in allem trainiert deren Team allerdings in erster Linie Mitarbeiter in Personal- und Compliance-Abteilungen daraufhin, dass diese dann die kleinen oder auch größeren Lügen und Betrügereien ihrer eigenen Kollegen und Angestellten besser erkennen können. Auf den Punkt gebracht, gibt es praktisch eine Anleitung zum legalen Mobbing und „verpfeifen“ von Mitarbeitern, die eventuell gar nichts anderes getan haben, als dem betreffenden Personaler im Weg zu sein. Nun gut, auch ein Geschäftsmodell. Wie man das finden muss, sei dahingestellt, denn letzten Endes wird dadurch einem Mobbing unter der Belegschaft Tür und Tor geöffnet, so dass man sich als Unternehmer fragen sollte, welche Option die preiswertere Alternative ist: Mal einen Skandal im Haus zu haben – sofern er denn überhaupt eintritt – oder hohe Fluktuationen – teilweise guter Mitarbeiter hinzunehmen – weil an jeder erdenklichen Stelle gestichelt, gehetzt und verleumdet wird.

Zu sehr verurteilen sollte man das Ganze aber auch nicht, denn angeblich stützen sich die „Lügenjäger“ auf Erkenntnisse aus der Psychologie und auf die langjährigen, teilweise aber unter fragwürdigen Methoden erworbenen, Kenntnisse des FBI. An dieser Stelle muss wohl kein weiteres Argument über diese Aktionen mehr verloren werden, außer, dass der Begriff „Lügenjagd“ wohl durchaus seine Berechtigung haben könnte.

Lügendetektor 2.0

Ein leises Schmunzeln zaubert auch die Tatsache ins Gesicht, dass die „Lügenjäger“ mittlerweile computergestützt arbeiten, denn das es kaum ein weiteres Justizsystem gibt – außer dem US-amerikanischen wohlgemerkt – das in der Form die Arbeit mit so genannten Lügendetektoren zur Erhebung von Beweismitteln zulässt, dürfte wohl seinen Grund haben. Unter dem Strich wurde bereits mehrfach belegt, dass die Ergebnisse in etwa so tauglich sind, wie unter Folter oder deren Androhung erhaltene „Geständnisse“ und Frau Meyer als angebliche – lügt hier wer? – Psychologin sollte das zumindest ansatzweise auch wissen, wenn sie zumindest bei einigen ihrer Vorlesungen anwesend war. Mehr ist zu diesem Tool an sich nicht zu sagen. Wahrheit und Lüge wird man definitiv nicht ermitteln, in denen man Menschen wie eine Laborratte verkabelt.

Allerdings sind gerade bei den Verdachtsfällen – und auch hier sollte betont werden, dass es sich lediglich um solche handelt, denn zumindest im europäischen Strafrecht gilt bis zum anderslautenden Richertspruch immer die Unschuldsvermutung, ganz egal, was sich da der eine oder andere aus Langerweile zusammenreimt – nicht immer Mitarbeiter die Ursache, denn in vielen Fällen ist der betreffenden Bank einfach ihr eigenes Klientel nicht oder nicht ausreichend bekannt. Daran wird sich auch schlecht etwas ändern lassen, denn natürlich muss man seine waren Grunde einer Zusammenarbeit dem betreffenden Bankhaus nicht offen legen, so dass die „Arbeit“ solcher „Lügenjagd-Teams“ doch wohl eher in den Bereich des Comics gehört. Aber auch ganz einfach betriebswirtschaftliche Fehler können hier die Ursache sein, wenn Erkenntnisse zu verschiedenen Mentalitäten vermischt werden, so zumindest das Statement der Frau Meyer. Hier lassen sich ganz klar auch rassistische Züge ausmachen, die weiter an der Kompetenz der Dame zweifeln lassen, denn wie eingangs angedeutet: Wenn man keinen Erfolg hat, hilft oftmals nur eine fixe Idee und der eigene Glaube daran, um dies zu ändern.

Eher sind schlicht und ergreifend technische Schwachstellen der Grund, um wirklicher Kriminalität den Weg zu ebnen. Wenn man sich nur das Beispiel der häufig skandalbelasteten Deutschen Bank ansieht, versteht man warum: Dieses große Bankhaus arbeitete bis vor kurzer Zeit noch mit insgesamt 172 – teilweise sehr verschiedenen – Eingabemasken, so dass es gar nicht möglich sein konnte verdächtige Vorgänge oder auch Geldströme wirklich aufzudecken. Die Gefahr ist also um so größer, je schlechter das Kundenmanagement ist. Um das zu erkennen, reicht aber ein Minimum an juristischer und betriebswirtschaftlicher Kenntnis, dazu braucht es keinen „Lügenjäger“.

Ein weiteres Beispiel ist die HSBC, denn die Briten betreuen nicht nur 39 Mio. Kunden in mehr als 66 Ländern, sondern gehören auch in anderer Hinsicht zu den weltgrößten Banken, so dass sie nicht nur in Europa, sondern auch im asiatischen Raum ganz vorn im Finanzgeschäft mitmischen. Immerhin schafft es die Bank nach den Kriterien und Kennwerten der Marktkapitalisierung immerhin auf den weltweit sechsten Platz. Dabei gibt es in Expertenkreisen doch auch die eine oder andere Unkerei in Bezug auf die HSBC, denn diese wäre angeblich ähnlich der Deutschen Bank ein regelrechtes „flow monster“, denn es lässt sich nicht leugnen, dass über die Konten der Bank im Minutentakt Milliardenbeträge zur Finanzierung der verschiedensten Geschäfte, angefangen von durchschnittlichen privaten Handelsströmen über diverse Investments bis hin zu den unterschiedlichsten Börsengeschäften transferiert werden. Damit ist diese Bank aber natürlich auch ein perfektes Biotop, um illegale Geschäfte unbemerkt abzuwickeln.

In Folge dessen erlitt die Bank im Jahre 2012 ihren wohl größten Rufschaden, als bekannt wurde, das diverse Drogenkartelle in Mexiko und Kolumbien über viele Jahre hinweg viele Millionen Dollar über die Konte der Bank bewegt hatten. In mehr als 150 Jahren Geschäftstätigkeit war dies die vielleicht größte Katastrophe in der Geschichte der Bank. In Düsseldorf muss sich der promovierte Jurist Ulrich Göres nun darum kümmern, dass sich solche Vorfälle nicht mehr wiederholen. Immerhin leitet Herr Göres eine Abteilung mit der Bezeichnung „Financial Crimes Risk Compliance“, die besser unter der internen Abkürzung FCR bekannt sein dürfte, zumindest lässt sich die Abkürzung leichter merken. Mit einem Team von 46 Leuten arbeitet Herr Göres nun daran, dass die Geschäfte der Bank künftig sauber ablaufen.

Dabei vertritt der Jurist eine ganz klare Auffassung, denn er sagt: „Das A und O einer wirksamen Prävention gegen Finanzkriminalität ist: Kenne Deine Kunden!“ Dies ist oftmals leichter gesagt als getan, denn immerhin entscheidet sich der Erfolg seiner Arbeit in der Praxis und mit den Mitarbeitern, die in direktem Kundenkontakt stehen. Konkret bedeutet das, dass alle 240.000 Mitarbeiter des Konzerns zumindest einmal im Jahr zur Schulung und diesen einschlägigen Kurs auch bestehen müssen. So muss ein neuer Kunde, der mit der Bank arbeiten möchte, bis zu 500  Fragen beantworten. Hier bleibt es zu bezweifeln, dass dies auf Dauer Erfolg hat, denn ein Geschäftskunde, der einer Bank im Jahr wesentlich mehr Geld bringt als Otto Normalmensch im ganzen Leben, wird sich so etwas nicht bieten lassen und auch nicht bieten lassen müssen, denn es gibt schließlich weitaus mehr Banken, mit denen man arbeiten kann, als nur die HSBC. Zudem muss angemerkt werden, dass die Welt nicht allein aus Deutschland und Europa besteht. Es darf also stark angenommen werden, dass sich hinter diesen Befragungen und Schulungen zwar ein netter Versuch verbirgt, sich dieser aber weitaus negativer auswirken könnte, als der eine oder andere Skandal, vor dem übrigens auch die Wettbewerber nicht gefeit sind. Solange die Führungsspitze der Bank diesesn Aufwand aber befürwortet und vor allem bezahlt, dürfte zumindest der Job des Herrn Göres und seiner Mitarbeiter nicht unter dieser Bürokratiewelle leiden. Es bleibt allerdings die ketzerische Frage, warum Herr Göres nicht in einem der anderen Konzerne geblieben ist, in denen er ja über die Jahre hinweg, seine zahlreichen Erfahrungen sammeln konnte? Bürokratischer Fanatismus wird aber offensichtlich nicht überall geschätzt, was vielleicht der Grund für den Wechsel nach Düsseldorf sein könnte, aber natürlich nicht sein muss.

Immerhin sollte bedacht werden, dass hier auch Kundengelder verschwendet werden, denn der Aufwand, der durch die eine oder andere Bank hier offensichtlich im Vorfeld und ohne ersichtlichen Grund betrieben wird, dürfte den Nutzen weit übersteigen. Dies trifft um so mehr zu, da man sich um Dinge kümmert, die sich gar nicht im eigenen Zuständigkeitsbereich befinden, wie beispielsweise in Hinblick auf die so genannten Panama Papers. Oftmals entspringt solcher blinder Aktionismus auch einfach nur dem Neid, dass man als kleiner Angestellter selbst nicht die Möglichkeit hat, dem deutschen Steuersystem zu entfliehen. Es dürfte zumindest auch klar sein, dass menschliche Intelligenz alleine nicht ausreichen wird, um diverse Vorfälle der Geldwäsche in welcher Hinsicht auch immer zu verhindern.

Darüber hinaus sollte aber auch berücksichtigt werden, dass jeder Unternehmer ein freier Mensch ist, der mit seinem Geld tun oder nicht tun kann, was er will. Wer sich also für einen Briefkasten entscheidet kann dies durchaus machen und wird dadurch nicht automatisch kriminell. Wichtig sind also nicht irgendwelche Adressen, sondern die Vorgänge, die hinter der einen oder anderen Aktion stehen, wobei angemerkt sein sollte, dass auch das Hinterherschnüffeln hinter Bankkunden und die illegale Weitergabe von Daten durchaus strafbar sein könnte. Mehr sollte an dieser Stelle erstmal nicht angemerkt werden, so lange nicht mehr bekannt ist, als einige wenige – mehr oder weniger reißerische – Zeilen einer Pressemeldung. Alle weiteren Aktivitäten sollten also im Rahmen der Projektabwickkung der betroffenen Bank verbleiben und als deren Interna auch intern geklärt werden, ohne permanent die Neugier unbeteiligter Dritter zu befriedigen.

Us-amerikanische Börsenaufsicht setzt auf Robocop

Es ist immer wieder erstaunlich auf welche Ideen manche Banken verfallen, ihren Großkunden nachzuspionieren ohne dazu ein ansatzweise berechtigtes Interesse zu haben, so dass sich hier auch alle Unternehmer, die ihr Einkommen nicht aus Geldwäsche beziehen, trotzdem aber an einer Geheimhaltung ihrer Daten interessiert sind, Fragen zur Weiterführung einer Zusammenarbeit mit diversen Bank in Europa oder den USA stellen sollten. Denn oftmals wird den Geldströmen auf eine penetrante Art und Weise nachspioniert, dass man sich fragen muss, ob die überzogen hohen Bankgebühren häufig ihre Ursache in dieser – man kann es nicht anders nennen – Datenspionage aus angeblichen Sicherheitsgründen haben und man als einkommensstarker Geschäftskunde schlicht und ergreifend unerwünscht ist. Ein schönes Beispiel bietet dabei mal wieder die Deutsche Bank, die hier mit Unterstützung diverser Mathematiker und Physiker versucht, mit den wildesten Algorithmen irgendwelche Analysen zu erstellen, die womöglich nicht nur weit hergeholt, sondern schlicht und ergreifend falsch sind.

In anderen Ländern werden dagegen auch andere Modelle genutzt, wie die zweifelhafte Datenspionage der amerikanischen Börsenaufsicht zeigt. So investierte die SEC nach dem angeblichen Madoff-Skandal ebenfalls viel Geld in ein Analysesystem, das den Nutzen für den Bankkunden, der dies mit seinen Gebühren mehr oder weniger direkt bezahlt anzweifeln lässt. Da treibt einen schon die Bezeichnung ein Schmunzeln ins Gesicht, denn die Experten, die diese Analysen durchführen müssen, benennen das Tool mit Robocop, wobei es sich bei Robocop um einen Science-Fiction-Film handelt. Das alleine dürfte schon alles sagen, auch dann, wenn das offizielle Kürzel natürlich AQM lautet. Wie dem auch sei, möchte die SEC mit diesem Analyseprogramm oder diesem Tool Risiken in offiziellen Zahlenwerken identifizieren und die Verdachtsfälle ähnlich einem Benchmark mit anderen Unternehmen der gleichen Branche vergleichen. Dies alleine wirkt schon befremdlich, was noch durch die Tatsache erhöht wird, dass auch die Sprachmuster in Bilanzanhängen in diese „Bewertungen“ einfließen. So oder so kommt man als Unternehmer hier vermutlich ebenfalls zu der Erkenntnis nicht erwünscht zu sein, wobei deutlich angemerkt sein sollte, dass dies in anderen Ländern anders ist und die Welt eben weder ausschließlich aus Europa noch ausschließlich aus den USA besteht, um einmal sehr deutlich zu werden.

Diese Erkenntnis gilt aber auch um so mehr, wenn man sich überlegt, welche haarsträubenden Alarmzeichen dabei zu Grunde gelegt werden. So gilt der häufig Wechsel des Wirtschaftsprüfers schon als Alarmzeichen. Da kann man an sich nur den Kopf schütteln. Ebenso zweifelhaft scheint das Ergebnis auf Grund des Analysetempos, denn das amerikanische Wundertütenprogramm möchte hier schon nach 24 Stunden ein allgemeingültiges Ergebnis präsentieren. Nun gut, man glaubt also auch das noch! Darüber hinaus gibt es noch unzählige weitere Beispiele, die mit haarsträubenden Methoden ebenso haarsträubende Ergebnisse erzielen, an deren Wahrheitsgehalt aber nach wie vor Zweifel bestehen und bei denen meist bis heute kein gültiger Richerterspruch erfolgt ist, auf den man sich hier stützen könnte, so dass auf eine weitere Ausführung erst mal verzichtet werden soll, denn wie bereits mehrfach erwähnt, gilt bis zu einem rechtskräftigen Urteil immer die Unschuldsvermutung und zwar unabhängig von Möchtegernprofis, Analysetools und sonstigen mehr oder weniger seriösen oder auch unseriösen Ermittlungsverfahren.

Immerhin scheint jede Bemühung egal ob seriös oder unseriös im Sande zu verlaufen, denn obwohl sich die Analyseverfahren und Softwareprogramme häufen, scheint es trotzdem immer noch immer mehr Verdachtsfälle zu geben, so dass an der ganzen Herangehensweise mehr oder weniger offen gezweifelt werden darf.