Für die Verbraucher ist es praktisch, wenn online nach günstigen Weihnachtsgeschenken gestöbert oder sogar ein neues Auto erstanden werden kann. Das Angebot ist aufgrund der Kleinanzeigen auf diversen Online-Portalen vielfältig berichtet swr. Leider tummeln sich hier auch Betrüger.

Quelle. https://www.swr.de/swraktuell/rheinland-pfalz/Verbraucherschuetzer-Rheinland-Pfalz-warnen-vor-Online-Betrug-bei-Kleinanzeigen,kleinanzeigen-betrug-100.htmll

Falsche Onlineshops

Nostalgischer Mainzer kaufte um jeden Preis

Den Kult-Status haben die Air Jordans Turnschuhe schon lange erreicht. Das angebotene Paar stammt angeblich aus dem Jahr 1984 und ist mehrere hundert Euro wert. Der junge Mainzer entdeckte diese Kleinanzeige auf einem Anzeigenportal und überwies die geforderte Summe. Auf die Air Jordans Turnschuhe wartet er noch heute.

Sicheres Shopping im Internet – 7 Tipps

  1. Suche im Umkreis

Wer Kleinanzeigen-Angebote in seinem Umfeld nutzt, der kann die Ware persönlich abholen und direkt beim Erhalt bezahlen.

  1. Preis auffällig niedrig?

Wenn das Schnäppchen auffällig günstig ist, dann wäre das Angebot kritisch zu prüfen. Dem Verkäufer können zu dem Angebot und den genauen Umständen zum Verkauf Fragen gestellt werden. Erst mit genügenden Antworten sollte ein Kauf erfolgen.

  1. Persönlichen Kontakt aufnehmen

Der unpersönliche Mailkontakt macht Betrügern das Leben leichter. Wenn möglich, dann soll der Verkäufer telefonisch kontaktiert werden, um sich ein Bild zu machen. Ist dieses nicht möglich oder die angegebene Telefonnummer findet keine Verbindung, dann wäre eine Betrugsmasche naheliegend.

  1. Vorsicht bei ausländischen Shops

Wenn der Händler beim Kontaktversuch nur in englischer Sprache oder einer anderen Fremdsprache Auskunft erteilen kann, dann ist das ein Warnzeichen. Wird zudem eine Auslandsüberweisung für den Kauf vorausgesetzt, dann sollen bei der eigenen Hausbank Erkundigungen eingeholt werden. Zu erfragen ist, ob es sich um eine sichere Transaktion handelt und welche Transaktionskosten anfallen.

  1. Auf den Käuferschutz achten

Käufer haben durchaus ihre Rechte, müssen aber dennoch wachsam bleiben. Vor der Verwendung von Internet-Bezahldiensten soll im Kleingedruckten geprüft werden, welche Bedingungen gelten. Möglicherweise gelten bei der Verwendung einiger Bezahldienste Ausnahmen für den eigenen Käuferschutz.

  1. Den Verkäufer mit dem Empfänger abgleichen

Wer sich mit dem Händler einig wird und das Produkt kauft, der soll prüfen, ob er diesem Verkäufer oder einer anderen Person das Geld überweisen soll. Der Vertragspartner soll zugleich der Empfänger des Geldes sein. Ein anderer Empfänger wäre als Warnzeichen zu werten.

  1. Konditionen für einen Umtausch

Mit dem Onlinekauf beim regulären Händler hat der Verbraucher ein Umtauschrecht. Bei einigen Bezahlmethoden ist eine Rückbuchung problematisch oder nicht möglich. Der Käufer soll sich vorab beim Händler und gesondert über den Bezahldienst informieren.

Online-Kleinanzeigen werden immer häufiger für den Warenkauf genutzt. Verbraucherschützer warnen genau wie die Polizei zur Vorsicht, da auf diesen Anzeigenportalen einige Betrüger ihr Unwesen treiben. Christian Gollner ist Rechtsreferent der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz. Er vergleicht diese Online-Anzeigenportale mit dem Wilden Westen, weil jeder ohne Kontrolle Waren anbieten oder kaufen kann.

Seriösität durch gefälschten Personalausweis

Die anfangs genannten Air Jordan Sportschuhe wurden nach kurzer Zeit erneut auf einem Kleinanzeigen-Portal angeboten. Der Verkäufer übersendet den potenziellen Kunden sogar eine Kopie vom Personalausweis. Es handelt sich jedoch um eine Fälschung, die Sicherheit vermitteln soll. Die in diesem Fall ermittelnde Polizei in Mainz hat ständig solche Betrugsfälle zu bearbeiten. Derzeit haben weder die Verbraucherzentrale, noch das Landeskriminalamt Statistiken über betrügerische Fälle bei Kleinanzeigen-Käufen. Die Verbraucherschützer erklären allerdings, dass die Anrufe aufgrund solcher Vorkommnisse signifikant zunehmen. Genau wie das LKA warnen die Verbraucherschützer vor dem lauernden Online-Betrug.

Blindes Käufervertrauen ist laut Verbraucherschützer sehr gefährlich

Die günstigen Angebote verschiedener Portale für Kleinanzeigen sind verlockend. Die Verkäufer können ihre Waren oder Leistungen mit geringem Aufwand und meist kostenlos einstellen. Die Käufer werden häufig mit günstigen Preisen für Elektronik, Gebrauchtwagen oder selbst Eintrittskarten gelockt. Für die nötige Kommunikation werden meist Mails oder WhatsApp genutzt. Auch bei seriösen Verkäufern wird bei Kleinanzeigen im Regelfall eine Bezahlung per Vorkasse gefordert. Verbraucherschützer Gollner erklärt, dass der Onlinekäufer nicht blind auf die Seriosität seines Verkäufers vertrauen darf.

 

Die Beobachtungen der Verbraucherschützer bestätigen, dass sich Betrüger nach dem Geldeingang auf stumm stellen und nicht mehr auf die geprellten Käufer reagieren. Wird eine unsichere Zahlungsmethode gewählt, für die eine Rückbuchung schwierig oder unmöglich erscheint, dann ist das Geld fast immer weg. Selbst der durch viele Online-Bezahldienste garantierte Verkäuferschutz bringt das Geld nicht immer zurück. Es gibt bei diesem Käuferschutz häufig Ausnahmen wie Selbstabholung oder ausgenommene Warengruppen wie Fahrzeuge.

Mit der aktuellen Rechtslage würden Betreiber für Kleinanzeigen-Portalen höchstens haften, wenn sie vorab davon wissen, dass ein Anbieter betrügerische Angebote einstellt. Verbraucherschützer Gollner mahnt letztendlich zur Vorsicht. Auf Kleinanzeigen-Portalen sind Käufer und Verkäufer häufig komplett auf sich allein gestellt, wenn es zu Unstimmigkeiten kommt.

 

 

 

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