Zu schön, um wahr zu sein – wenn Angebot im Netz zu gut wirken, hören Sie auf Ihr Bauchgefühl!

Das www ist eine riesige Spielwiese für alle – sowohl für die „Guten“, als auch für die „Bösen“. Onlinebetrug ist keine Seltenheit mehr und immer trickreicher werden die Opfer über den Leisten gezogen. Da wird bei Onlineangeboten gelogen, dass sich die Balken bieten und oft wird auf die Gutgläubigkeit und Naivität der Menschen gebaut. An die tollen Angebote im Netz zu glauben, kann vielerlei Gründe haben und häufig möchte man mit tollen Angeboten und Produkten einen Mangel an anderen Dingen überbrücken, die man vielleicht sonst im Leben hat. Sei es zu wenig Geld, sodass man mit Lockangeboten von teuren Dingen wenigstens „so aussehen“ will, als könnte man sich mehr leisten, oder sei es ein Mangel an körperlicher oder seelischer Zuwendung, den man auf diese Art und Weise auszugleichen versucht. Der Skppsc berichtet auch darüber.

Quelle: https://www.skppsc.ch/de/themen/internet/internet-cyberbetrug/

Internetbetrug mit verlockenden Angeboten

Was ist eigentlich Betrug?

Ein Betrug zeichnet sich durch das Vorspiegeln falscher Tatsachen aus. Dem Opfer wird etwas als viel zu schön dargestellt und am Ende vielleicht sogar viel teurer als marktüblich verkauft. Immer geht es darum, dem Kunden möglichst viel Geld aus der Tasche zu ziehen, ohne dafür eine entsprechend adäquate Produktqualität oder Dienstleistung als Gegenleistung zu liefern oder erbringen. Betrug kommt an vielen Plätzen vor, die sich sowohl in der Online-, als auch in der Offlinewelt befinden können. Per Mail und auf Internetseiten wird genauso betrogen, wie im stationären Geschäft oder bei sogenannten Haustürgeschäften.

Wodurch sich der Betrug auszeichnet

Immer neue Wege werden von den Kriminellen gefunden, um an das Geld ihrer potentiellen Opfer zu kommen. Wir möchten Ihnen den Blick für auffälliges oder dubioses Verhalten der Täter ein wenig weiter öffnen und Sie sensibilisieren, sodass Sie vielleicht niemals selber zum Opfer werden.

Druck aufbauen ist ein typisches Warnsignal. Jemand braucht etwas von Ihnen oder möchte Ihnen etwas verkaufen? Dann lassen Sie sich niemals unter Druck setzen, ohne sich im Zweifelsfall noch einmal mit einer anderen Person Ihres Vertrauens beratschlagen zu können.

Seien Sie sich Ihrer Schwachstellen bewusst. Jeder Mensch hat seine sprichwörtliche „Achilles-Verse“, soll heißen: einen Punkt, an dem er besonders empfindlich ist oder im übertragenen Sinne etwas, wofür er besonders „empfänglich“ ist. Egal ob Ihre Schwachstelle eine gewisse Naivität oder vielleicht Gier ist, ob Sie aktuell besonders allein und liebesbedürftig sind oder, oder, oder… alle diese Punkte, sind die Stellen, an denen die Täter Sie möglicherweise „treffen“ und „zu greifen“ bekommen können. Seien Sie wachsam, wenn jemand Ihnen etwas ganz gezielt auf einer emotionalen Basis verkaufen möchte – dann handelt es sich meistens um ein Lockangebot.

Der Klassiker unter den Betrugssituationen ist der Zeitpunkt, in dem Sie sich möglicherweise in einer persönlichen Krise befinden. Man ist dann emotional und gesundheitlich meistens nicht auf der Höhe und handelt teilweise emotional und unüberlegt. Auch Käufe unter Stress oder aus einem anderen Druck heraus können sich teilweise später als falsche Entscheidung herausstellen. Am besten fahren Sie, wenn Sie sich für jede Entscheidung ausreichend Zeit nehmen und die Dinge vor einer Entscheidung noch einmal überschlafen, oder sich meiner anderen Vertrauensperson beraten können.

 

Es gibt viele Arten von möglichen kriminellen Machenschaften im Netz

Im Internet gibt es viele unterschiedliche Wege, wie sich Kriminelle an den Geldern oder Daten Ihrer Opfer bereichern können. Beliebt sind Phishing Mails, die Ihre Daten über die Landesgrenze hinweg abfangen können. Mit diesen kann der Täter dann vieles anstellen – nur sicher nichts, was Sie selber auch gutheißen würden. Die Spuren können die Täter meistens leicht wieder verschwinden lassen, das macht die Phishing Methode besonders attraktiv aus Tätersicht.

Betrügerische Onlineshops und wie Sie sich vor solchen schwarzen Schafen schützen können

Soll konkret heißen: auch unter den Betreibern von Onlineshops gibt es genügend schwarze Schafe. Achten Sie stets auf ein Gütesiegel, beispielsweise von Trustet Shops, oder halten Sie Ausschau nach verfügbaren Rezensionen. Häufig passiert es nämlich, dass Kunden in Shops per Vorkasse zahlen, dann aber niemals die bestellte Ware erhalten und natürlich auch ihr überwiesenes Geld nie mehr zu Gesicht bekommen. Auch ein Blick auf die Rechtschreibung der Texte in dem Onlineshop kann einen Hinweis auf betrügerische Absichten sein, denn ein qualitativ guter und vor allem seriöser Shop, achtet in jedem Fall auf richtig und ansprechend geschriebene Texte.

Achten Sie stets darauf, dass Sie in dem aktuell für Sie interessanten Onlineshop die Zahlungsoptionen „Nachnahme“, „Paypal“, „Kauf auf Rechnung“ oder „Klarna“ finden. Shops, die Ihren Kunden lediglich die Zahlungsoption „Vorkasse“ anbieten, sollten Sie zu Ihrer eigenen Sicherheit stets meiden. Zwar ist verständlich, dass sich auch Shops vor potentiellen Betrügern unter den Kunden absichern wollen, jedoch gehört heute eine breite Palette von möglichen Zahlungsoptionen zum guten Ton und es gibt genügend Zahlungsdienstleister wie beispielsweise Paypal oder Klarna, bei denen auch die Händler auf der sicheren Seite sind.

Achten Sie auch auf Markenprodukte, die einfach zu günstig sind, um noch als Schnäppchen durchgehen zu können. Im schlechtesten Fall erwerben Sie ein Plagiat. Plagiate sind nicht nur aus billigen und gesundheitsschädlichen Materialien hergestellt, sondern können Sie auch rechtlich in eine strafbare Position bringen. Überlegen Sie stets, ob ein Angebot aus dem Internet zu schön ist um wahr zu sein – wenn Sie erst das Überlegen anfangen müssen, dann trifft genau dies nämlich meistens schon zu.

Haben Sie schon das Impressum des Shops angesehen? Auch das Impressum ist ein wichtiger Hinweis darauf, ob Sie es mit einem „schwarzen Schaf der Branche“, oder mit einem seriös arbeitenden Onlineshop zu tun haben. Vorhanden sein müssen in jedem Fall eine vollständige Geschäftsanschrift, eine Emailadresse und der Name des Inhabers bzw. des Geschäftsführers.

Der Vorschussbetrug wird immer beliebter

Jede Art des Betrugs, bei dem das Opfer erst einen gewissen Betrag bezahlen muss, bevor Ware gesendet oder eine Dienstleistung erbracht wird, nennt sich „Vorschussbetrug“. Die Palette der möglichen Arten von Vorschussbetrug ist sehr breit. Hierunter fallen sowohl „Vorkasse“-Sendungen von Onlineshops, bei denen die Händler sich Geld überweisen lassen und niemals Waren versenden, als auch dubiose Immobilienvermittlungen, bei denen der Besitzer leider gerade im Ausland ist und dem Interessenten gegen Überweisung einer Kaution gerne den Schlüssel zu Besichtigung schicken wird. Alles Unsinn – fallen Sie niemals auf Vorschussbetrüger herein und bezahlen Sie bei Ihren Aktivitäten im Netz niemals zuerst Geld, bevor Sie eine Gegenleistung oder Ware zu Gesicht bekommen.

Die Kriminellen mit dem Vorschussbetrug sind sehr erfinderisch, daher ist der Vorschussbetrug nie sofort durchschaubar. Die Maschen der Täter ändern sich ständig.

Beim Vorschussbetrug erkennen Sie nicht immer sofort, dass Sie es mit einem „Übeltäter“ zu tun haben, denn gerne wird beim Vorschussbetrug der Name einer großen Marke oder eines großen und seriösen Geschäfts vorgeschoben, sodass man sich bei dem Angebot niemals gleich etwas Böses denken würde. Die Täter bauen genau auf diesen „Sicherheitseffekt“ von großen Markennamen, seien Sie also niemals zu leichtgläubig, egal wie seriös etwas auf den ersten Blick zu sein scheint. Bleiben Sie wachsam und denken Sie nach!

Vorschussbetrug wird meistens von Tätern im Ausland angeleiert, da sie auf diesem Weg besonders schlecht aufgreifbar und nachvollziehbar sind. Die Möglichkeiten der deutschen Strafverfolgung in einem solchen Fall ist recht begrenzt, sodass Sie bei einem erst einmal über die Bühne gegangenen Vorschussbetrug kaum eine Chance haben, Ihr Geld jemals wiederzusehen.

«Romance Scamming» oder auch «Love Scamming»

Zwei Begriffe mit der gleichen Bedeutung, denn beim Romance- bzw. Love Scamming geht es darum, dass sich Betrüger und Betrügerinnen absichtlich die Gefühle Ihrer Opfer erschleichen und diese dann einige Zeit später unter den fadenscheinigsten Argumenten zur Kasse zu bitten. Nicht nur die Herzen, sondern auch die Konten der Opfer können dabei sehr gut ausgeplündert werden – eine sehr unschöne Art des Betrugs im Internet.

Wie die Täter beim Romance- und Love Scamming vorgehen

Häufig treiben sich die Täter im Netz genau da herum, wo sie die bestmögliche Trefferquote für ihr Vorhaben erhoffen – dies trifft meistens auf die großen und bekannten Partnerbörsen im Internet zu. Die Kriminellen machen Ihren Opfern wieder und wieder Komplimente, beteuern die ganz große Liebe in Ihnen gefunden zu haben und bauen verdächtig schnell eine verdächtig große emotionale Nähe auf. Bitte Kopf anschalten, liebe Leute! Um sich in jemanden wirklich zu verlieben, muss man ihn auch kennenlernen. Natürlich kann bereits beim Schreiben eine große Nähe und Verbundenheit aufgebaut werden, doch unter dem Strich darf man nie vergessen, dass es sich bis zu diesem Punkt nur um eine virtuelle Realität handelt. Vielleicht verliebt man sich in das Bild, dass man sich selber im Laufe des Schreibens von seinem Gegenüber macht, aber die Person an sich kennt man ja noch nicht wirklich. Aus diesem Grund, weil man eben nicht wirklich weiß, wer am anderen Ende des Netzwerks sitzt, sollte man sich nie und unter keinen Umständen dazu hinreißen oder überreden lassen, völlig fremden Personen Geld zu überweisen.

Sei es wegen angeblich plötzlich eingetretener Notlagen, wegen der kranken Oma oder der Autoreparatur oder dem Zugticket, die bzw. das nicht bezahlt werden kann, um den oder die Angebetete endlich persönlich zu treffen. Das Romance oder auch Love Scamming ist bloß eine weitere gemeine Form des Vorschussbetruges, lassen Sie sich niemals darauf ein, denn auch in diesem Fall werden Sie Ihr Geld verlieren und nie mehr zu Gesicht bekommen.

Love- bzw. Romance Scamming in der „Version für Fortgeschrittene“

Als wäre das Spielen mit den Gefühlen und das anschließende ausplündern derer Konten nicht schon schlimm genug, gibt es noch immer Täterinnen und Täter, die in der Lage sind, das Ganze vollends auf die Spitze zu treiben. Dies funktioniert folgendermaßen:

Dass es Täter auf die emotionale Bindung zum Opfer anlegen, um dieses später auszunutzen, haben wir schon geklärt. Nun geht das Ganze noch weiter, indem der Täter oder die Täterin gefälschte Dokumente einsetzt. Hierbei kann es sich um gefakte Schreiben von der Justizbehörde oder Polizei handeln, dass der oder die Angebetete im Ausland als Betrüger entlarvt wurde. Aber bitte liebes Opfer, machen Sie sich keine Sorgen. Sie können Ihr Geld vollständig zurückerhalten, wenn Sie jetzt eine Zahlung von Summe XY beim Zoll bzw. bei der ausländischen Justizbehörde hinterlegen.

Wer daraufhin so naiv und gutgläubig ist TATSÄCHLICH eine weitere Zahlung zu tätigen, der wurde vom Täter gleich doppelt über das Ohr gehauen. Traurig, aber wahr – es gibt Personen, die sich derart einfach hereinlegen lassen. Gehören Sie nicht dazu und (wir wiederholen: ) überweisen Sie niemals Geld an unbekannte Personen, die Sie in irgendeinem Chat, egal wo, kennengelernt haben und denen Sie persönlich noch nie begegnet sind.

Handeln Sie folgendermaßen, um sich vor dem Love- bzw. Romance Scamming zu schützen:

  • Niemals Geld an Menschen überweisen, die sich nicht persönlich kennengelernt haben
  • Sie sollen der Person nicht einfach nur Geld überweisen bzw. der Person in bar aushändigen? Sie sollen einen Geldtransfer Service wie Western Union oder Moneygram für die Überweisung nutzen? BITTE – brechen Sie in Ihrem eigenen Interesse sofort den Kontakt ab und blocken Sie diesen.
  • Wenn Sie den Kontakt noch nicht gleich abbrechen möchten, stellen Sie bitte möglichst detaillierte und auch gerne unangenehme Fragen zum Sachverhalt oder der angeblichen Notlage. Hinterfragen Sie alles, was Ihnen zu hinterfragen einfällt. Sie werden sehen, wie Ihr Gegenüber immer schlechtere Ausreden findet und bitte hören Sie dann unbedingt auf Ihr Bauchgefühl. Es ist immer schön, endlich einen potentiellen Partner gefunden zu haben, doch werden Sie durch dieses Gefühl nicht blind und taub gegenüber der Realität
  • Keine Videos oder Bilder von Ihnen selber verschicken. Sie wissen niemals wo diese Daten landen und was damit getan wird. Erst recht sollten Sie keine Bilder von sich in leichter bzw. freizügiger Bekleidung oder gar Nacktaufnahmen senden – in den Händen eines Love Scammers werden solche Videos oder Bilder zum Werkzeug um Sie zu erpressen, wenn der Love Scammer nicht auf die weiche Art und Weise durch Ihre naive Überweisung durch seine schöne Geschichte zum Erfolg kommen sollte.

Die Masche mit dem Vorschussbetrug funktioniert übrigens auch sehr gut mit den Ferien. Wie es funktioniert und was Sie zu Ihrem Schutz beachten sollten:

Ferien sind etwas Schönes. Endlich mal Ausspannen und Abstand vom Alltag bekommen – es fehlt nur noch die passende Ferienimmobilie mit tollem Ausblick und Pool, damit Sie einmal so richtig abschalten und relaxen können. Doch Vorsicht! Auch unter den Anbietern für Ferienimmobilien gibt es immer wieder Kriminelle, die es mit dem Vorschussbetrug versuchen.

Typische Aussage des Vermieters eines solchen Fake-Angebots: er befinde sich augenblicklich nicht vor Ort oder sogar im Ausland, sendet Ihnen aber gerne die Schlüssel zur Besichtigung zu, wenn Sie eine Kaution hinterlegen. Diese können Sie gerne über Western Union oder einen anderen Geldtransfer Service tätigen. Unser guter Rat? Nehmen Sie virtuell die Beine in die Hand und laufen Sie! Wir wiederholen gerne noch einmal: niemals im Internet für Waren oder Dienstleistungen vorab bezahlen. Auch eine normale Überweisung der Miete im Voraus ist nicht vertrauenserweckend und deutet meistens auf einen Betrüger mit der Vorschuss-Masche hin. Fallen Sie bitte nicht hierauf herein.

Um absolut Nummer sicherzugehen:

  • Nehmen Sie unbedingt persönlich Kontakt auf und erfragen Sie Details, die möglicherweise im Angebot noch nicht aufgeführt waren. Fragen Sie unbedingt auch nach einem Mietvertrag, den Sie gerne vorab ansehen würden.
  • Buchen Sie Ihre Ferienwohnung nur über einen sicheren Zahlungsdienstleister, der möglicherweise sogar von einem Ferienportal empfohlen wird. Es gibt Zahlungsmöglichkeiten, bei denen am Ende beide Parteien abgesichert sind.
  • Gibt es im Internet Rezensionen zu der von Ihnen favorisierten Ferienwohnung? Wie fallen diese aus? Gemischt, oder ausschließlich auf der Basis von fünf Sternen? Denken Sie daran – wenn etwas zu schön ist, um wahr zu sein…
  • Und zu guter Letzt: bitte niemals Zahlungen über Moneygram oder Western Union vornehmen! Diese Geldtransfer Service Dienstleister werden besonders gerne für zweifelhafte Vorhaben und Unternehmungen genutzt, können daher der erste deutliche Hinweis auf einen Betrüger sein, dem Sie eventuell gerade dabei sind „auf den Leim zu gehen“.

Ähnlich wie bei der Ferienwohnung: der Immobilien-Vorschussbetrug

Das Prinzip beim Immobilien-Vorschussbetrug ist dem des Vorschussbetrugs für Ferienwohnungen sehr ähnlich und ist sogar noch ein wenig gemeiner, da die potenziellen Opfer in diesem Fall Menschen sind, die teilweise wirklich unter Druck und sehr dringend auf der Suche nach einer neuen Wohnung sind. Mit dieser Notlage der Menschen wird von den Betrügern gespielt und diese sogar noch ausgenutzt.

In einem solchen Betrugsfall werden besonders attraktive Wohnungen in guter Wohnlage zu einem wirklich günstigen Preis angeboten, oft sogar möbliert. Ein gutes Beispiel hierfür ist der Münchener Wohnungsmarkt, auf dem es wirklich schwierig ist ÜBERHAUPT etwas brauchbares als Wohnung aufzutreiben und dies auch noch zu einem erschwinglichen Preis.

Um die Wohnung zu bekommen, sollen die Interessenten eine Vorschusszahlung leisten. Der Vermieter befindet sich unglücklicherweise wieder nicht vor Ort oder sogar im Ausland und wird Ihnen aber gerne den Schlüssel gegen Kautionszahlung zusenden. Wenn Sie die Wohnung dann besichtigt haben und Sie Ihnen zusagt, können Sie die Zahlung der ersten Miete vornehmen. Doch raten Sie, wer nach der Überweisung der Kaution niemals einen Schlüssel zu Gesicht bekommen wird… auch hier sollten Sie wieder ein Auge dafür haben, ob man eventuell sogar die Überweisung mit Hilfe eines Geldtransfer Services anfragt. Finger weg!

Was mit Wohnungen geht, geht natürlich auch mit Autos – willkommen bei der Kategorie Fahrzeug-Vorschussbetrug

Beim Fahrzeug-Vorschussbetrug inserieren Betrüger Oldtimer oder besonders seltene Wagen, deren Fotos Sie an irgendeiner anderen Stelle im Internet gefunden haben und deren Besitzer Sie selber überhaupt nicht sind.

Es wird also ein fremdes aber hübsch aussehendes Fahrzeug inseriert und dem interessierten potenziellen Käufer bei Interesse erklärt, dass das Auto erst per Transportfirma angeliefert werden muss. Ein weiterer Betrüger, der vorgibt diese Firma zu sein, ruft kurz darauf beim Interessenten an und verlangt für den Transport einen Vorschuss – bitte überweisen Sie auf Konto XY, wenn Sie Ihr Geld nicht brauchen und das Auto natürlich auch niemals sehen möchten. Nehmen Sie sich dies zu Herzen und fallen Sie nicht auf derlei Lockangebote herein.

Ein seriöser Fahrzeughändler wird Ihnen eventuell angefallene Überführungs- bzw. Lieferkosten immer erst weiterreichen, wenn der Wagen wirklich abfahrbereit vor Ihnen steht, Sie vorher die Hand des Verkäufers persönlich geschüttelt und einen Kaufvertrag unterschrieben haben. So und niemals anders!

Worauf Sie bei betrügerischen Absichten achten sollten ist ein zu guter Preis für das Fahrzeug, sowie auch ein gewisser Seltenheitswert. Das Inserat eines Betrügers hat meistens kein vollständiges und stichhaltiges Impressum und der Händler bzw. das Fahrzeug befindet sich immer angeblich im Ausland – wie sonst sollte man an den horrenden Vorschuss für die Lieferung des Wagens verlangen können? Senden Sie niemals Geld, bevor Sie den Wagen nicht gefahren und eine Unterschrift auf einem Kaufvertrag geleistet haben. Auch persönliche Dokumente wie den Personalausweis etc. sollten Sie niemals kopieren und dem angeblichen Händler zur Verfügung stellen – was auch immer er Ihnen erzählen wird, wofür er Ihre Daten bzw. Dokumente angeblich braucht. Hiermit würden Sie den Kriminellen Tür und Tor öffnen, Ihre persönlichen Daten für eventuelle weitere betrügerischen Absichten zu nutzen.

Wenn einer Ihrer Email-Kontakte ganz dringend finanzielle Hilfe braucht…

… dann würde er Sie im Notfall doch wohl eher anrufen, als Ihnen zu schreiben – oder? Auch die Masche mit dem finanziellen Hilferuf per Email ist in den letzten Monaten immer beliebter geworden. Es handelt sich hierbei um eine neue Form des Phishingsd bzw. des Hacking- Betrugs.

Heißt: ein Betrüger hackt sich in Ihr Email-Konto ein (achten Sie immer auf Ihre Zugangsdaten!) oder erhält dank eines Phishing Angriffs Zugriff auf Ihr Email-Konto. Dann wird eine Email an alle Ihre Email-Kontakte verfasst, in der Sie angeblich selber schreiben, dass Sie sich im Ausland befinden und bestohlen wurden. Sie können angeblich den Rückflug und / oder die Hotelrechnung nicht begleichen, brauchen also dringend Hilfe und zahlen die Summe zurück in der Heimat natürlich sofort und vielleicht sogar mit einem kleinen „Dankeschön-Betrag“ obendrauf an die Person zurück, die Ihnen jetzt helfen und das Geld leihen kann. Natürlich wird auch hier für die Überweisung wieder gerne ein Geldtransfer Service wie Western Union genommen und ebenfalls selbsterklärend ist, dass man nach Abheben des Geldbetrages von dem Betrüger nie mehr etwas von ihm hören oder dem abgehobenen Geld sehen wird.

Was Sie bei solchen Notfall-E-Mails tun können

Bitte schützen Sie sich selber und kommunizieren nicht mehr mit dem Absender einer solchen Email. Wahrscheinlich wurde das Konto Ihres Bekannten, Freundes oder Familienmitglieds gehackt und es passiert nun genau diese Betrugsmasche, die wir Ihnen eben beschrieben haben. Sichern Sie sich am besten ab, in dem Sie versuchen einen telefonischen Kontakt oder Kontakt per WhatsApp oder SMS zu der betroffenen Person aufzunehmen. Vielleicht sitzt diese Person nämlich nicht in den Ferien im Ausland fest, sondern sitzt im Kaffee um die Ecke und wird sich sicherlich über Ihre Info wundern. Sollten Sie die Zielperson nicht erreichen, fragen Sie doch einfach einmal im gemeinsamen Freundes- oder Bekanntenkreis. Schon hierbei können derlei Unstimmigkeiten auffallen. Können Sie wirklich niemanden sonst erreichen, antworten Sie auf die dubiose Mail mit einem Verweis auf die vertretende Botschaft vor Ort im Ausland, hier wird man Ihrem Email-Freund sicherlich helfen können, ohne dass Sie persönlich oder jemand anderes finanziell in Vorleistung gehen muss.

Spielraum der Polizei in bei den Betrugsversuchen

Haben Sie in einem solchen Fall bitte keine Hemmungen auf die Polizei zuzugehen. Auch dann nicht, wenn es schon zu spät ist und Sie sich schämen Ihren Leichtsinn zuzugeben! Wahrscheinlich – wie es im Onlinebetrug meistens ist – werden Sie Ihr Geld nicht mehr retten und zurückerhalten können, aber vielleicht leisten Sie einen entscheidenden Beitrag dazu, dass der Täter doch gefasst oder zumindest weitere Personen vor diesem Kriminellen geschützt werden. Jeder Hinweis kann der Polizei weiterhelfen und eine entsprechende Warnung herausgegeben werden.