Betrug mit Rolls Royce Wagens um Kredit aufzunehmen

Insgesamt zweimal der Sohn (50 Jahre) und die Mutter (68 Jahre) der VR-Bank in Bad Reichenhall den Fahrzeugbrief eines mittlerweile 51 Jahre alten Rolls Royce Wagens im Wert von stolzen 38.000 EUR vorgezeigt haben, dies berichtet der Berchtesgadener Anzeiger. Der Grund war der, dass sie einen Überziehungskredit haben wollten. Allerdings gehörte der Wagen gar nicht ihnen, sodass sie gar kein Anrecht auf den Kredit gehabt hätten.

Quelle: https://www.berchtesgadener-anzeiger.de/startseite_artikel,-wem-gehoert-der-rolls-royce-betrug-landete-vor-gericht-_arid,495008.html

Wem gehört der Rolls Royce, Betrug landete vor Gericht

Da die beiden aus Traunstein stammenden Personen mit der VR Bank in Bad Reichenhall zusammenarbeiteten, ist der Fall nun beim Amtsgericht in Laufen gelandet. Dabei entschied die Richterin Dr. Elisa Frank wegen Betrugs- und Beihilfe zum Betrug auf eine Bewährungs- und Geldstrafe. So war es eine reichlich verworrene Geschichte, die mehrere Stunden im Gerichtssaal nach sich zog. Dabei war auch ein polnischer Schönheitschirurg, der in Venedig lebt und mit dem angeklagten Geschäftsmann früher zusammen in der Schule war. Er ließ seine Aussage dabei von einem Anwalt begleiten. Der Arzt gab dabei zu, dass er das Geld vor seiner Ex-Frau habe verstecken wollen. Da die Anmeldung seines Oldtimers in Deutschland einfacher sei, habe er sich dazu entschieden, den Wagen an die Angeklagte und dessen Sohn zu übergeben. Dies war jedoch nicht der einzige Fall, denn es gab noch einen Mercedes SLK, einen BMW und einen Ford Mondeo. Der vermeintliche Mercedes soll angeblich in Polen gestohlen worden sein.

Bruder begeht Mittäterschaft

Der Bruder des Arztes soll ebenfalls mit im Spiel gewesen sein und ebenfalls den Besitz für sich beansprucht haben. Der Arzt hatte weiterhin die Steuer sowie die Versicherung für den Rolls Royce bezahlt. Der Angeklagte soll dann zudem den Arzt erpresst haben, damit dieser den Rolls Royce verkaufen soll, falls er kein Geld von ihm bekommen sollte.

Ursprünglich ging es um eine Existenzgründung für einen Autohandel, wie sich der Reichenhaller Bankkaufmann zurückerinnert. So waren es zunächst 10.000 EUR an Kredit gewesen. Später dann sollte der Dispositionsrahmen auf 40.000 EUR festgesetzt werden. Die Sicherheiten waren damals zwei Sparguthaben und der Rolls Royce Silver Shadow. Das Minus auf dem Konto belief sich später dann auf stolze 37.000 EUR.

Der Angeklagte habe immer wieder verschiedene Ausreden angebracht, wie sich der Arzt zurückerinnert. So habe er angegeben, dass sich der Rolls Royce in einer Werkstatt in Kolbermoor befindet. Diese Aussage habe sich als falsch erwiesen, wie später herauskam. Auf die Frage von Dr. Elisa Frank, wo sich der Wagen derzeit befinden würde, gab der zuständige Rechtsanwalt Stefan Neudecker für den Zeugen nur an, dass hierzu nichts gesagt würde. Neudecker war zudem auch darüber hinaus sehr aktiv geworden als der Rechtsanwalt Korbinian Ortner, der die angeklagte Mutter vertrat, die Herausgabe der Unterlagen des Arztes verlangt hatte. Neudecker gab daraufhin an, dass ihm sein Mandant alles übergeben habe. Der Vorwurf der Geldwäsche steht ebenfalls noch im Raum, wie Verteidiger Ortner in seinem Antrag auf Beschlagnahmung angab. Die Richterin wies dies jedoch zurück, da diese das Originalschreiben gelesen haben. So sah diese für eventuelle Straftatbestände keinen Anlass. Dafür wäre sie auch nicht zuständig, weshalb sie dies verneinte.

Unklare Aussagen

Der Rechtsanwalt Neudecker begründete den Kaufvertrag mit dem Sohn und der Mutter damit, dass der Wagen angemeldet werden sollte. Dabei sei kein Geld geflossen. Am Ende blieb dann nur die Behauptung der Mutter, dass der Arzt ihr den Wagen im Jahr 2015 geschenkt haben soll. Der Schönheitschirurg verneinte diese Angabe jedoch.

Ein Gutachten hatte den Wert des Wagens auf einen Betrag von 38.000 EUR taxiert. Ein weiteres Gutachten kam hier sogar auf einen Wert von 45.000 EUR. Die Beteiligten hatten noch im November 2017 schriftlich vereinbart, dass der Wagen bis zur endgültigen Klärung von beiden Angeklagten weitergenutzt werden dürfte.

Der Staatsanwalt Matthias Stehan sah die Anklage damit im Wesentlichen als bestätigt an. Die beiden haben vorher gewusst, dass sie nicht die Eigentümer des Rolls Royce gewesen sind. So hat es keine Eigentumsübertragung gegeben. Die Mutter hat demnach die Verträge unterschrieben, da sie ihrem Sohn helfen wollte. Der Staatsanwalt beantragte für den 50-jährigen eine Freiheitsstrafe von 20 Monaten, die für 3 Jahre auf Bewährung ausgesetzt werden sollte. Die 68-jährige Mutter soll wegen der Beihilfe zum Betrug insgesamt 3600 EUR bezahlen. Die zuständige Rechtsanwältin Kristina Kraus plädierte dabei auf nicht schuldig. Die Verteidigerin des Sohnes erachtete den Schönheitschirurgen dabei als vollkommen unglaubwürdig. Der Rechtsanwalt Korbinian Ortner sah die Anklage ebenfalls als nicht bestätigt an. Das Eigentum seiner Mandantin sei nicht widerlegt worden und ihr Verhalten wäre rechtmäßig gewesen. So formulierte er in einem Seitenhieb auf seinen Kollegen, dass Herr Neudecker wohl den Eindruck erwecken würde, dass er etwas zu verbergen hätte. Er beantragte daraufhin Freispruch für seinen Mandanten.

Eigentum und Besitz nicht geklärt

Angeblich bringe man hier in diesem Fall Eigentum und Besitz etwas durcheinander, wie Elisa Frank dann zusammenfasste. Die Angeklagten hätten in jedem Fall gewusst, dass der Arzt der rechtmäßige Eigentümer des Fahrzeugs gewesen sei. Eine Schenkung oder dergleichen habe nicht stattgefunden. Dabei stellte die Richterin aber auch fest, dass der Zeuge sich erstaunlich gut erinnern kann. So entschied Frank dann auf ein Jahr und eine 3-jährige Bewährungsstrafe für den Sohn sowie eine Geldstrafe in Höhe von 3600 EUR für die Mutter. Als Wertersatz sind hingegen zudem noch 20.590 EUR einzuziehen.