Vorsicht vor Jobangebote mit den Worten „beste Verdienstmöglichkeit mit wenig Arbeit

Die Polizei Beratung klärt über Finanzagenten auf. Es gibt viele Jobangebote, die mit den Worten „beste Verdienstmöglichkeit mit wenig Arbeit“ Opfer anlocken. Diese Jobangebote schalten Kriminelle, die sich in Jobbörsen, Internetauftritten oder auch via E-Mail als Vertreter von scheinbar seriösen Finanzmanagementunternehmen oder Ähnlichem vorstellen. Der Umfang dieser Aktionen ist groß und spricht immer mehr Inhaber von Bankkonten in Deutschland an.

Vor diesen dubiosen Stellenangeboten und Nebenverdienstmöglichkeiten warnen sowohl das Bundeskriminalamt wie auch die Landeskriminalämter. In diesen Stellenangeboten suchen unbekannte Unternehmen nach sogenannten Finanzagenten.

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Vorsicht vor Finanzagenten, Strafanzeige wegen des Verdachtes auf Geldwäsche droht

Es fallen leider immer mehr Bürgerinnen und Bürger auf diese Betrugsmasche hinein aktuelle Entwicklungen zeigen. Diese sind sich oftmals gar nicht über die Folgen bewusst. Die zukünftigen Finanzagent werden dabei nicht nur um ihr eigenes Geld gebracht, es droht ihnen auch eine Strafanzeige wegen dem Verdacht der Geldwäsche.

Die Betrüger haben das Ziel, ahnungslose Bürger und Kontoinhaber für eine Tätigkeit als Finanzagent zu gewinnen. Es gibt auch Bezeichnungen wie „Financial Agent“, „Finanzmanager“, „Escrow Agent“, „Treuhandagent“, „Lieferungsmanager“, „Finanztransaktionsmanager“, „Projekt Koordinator“, „Prozessmanager“, „Regional Manager für Zahlungsbearbeitung“.

Bei dieser Tätigkeit soll der Finanzagent lediglich sein eigenes Girokonto für Überweisungen zur Verfügung stellen. Die Arbeit des Finanzagenten soll dann sein, dass dritte Geld auf sein Konto überweisen, der Agent diese dann möglichst schnell als Bargeldversand oder über Finanztransferdienstleister (wie z.B. Western Union) dieses Geld dann ins Ausland an eine dort befindliche Person transferiert. Das „Gehalt“ des Finanzagenten soll dann eine Provision zwischen fünf und zwanzig Prozent von dem Überweisungsbetrag sein, die er einbehalten darf.

Herkunft der Gelder

Die Gelder, die auf das Konto des Finanzagenten überwiesen werden, stammt von Personen, die ebenso ein Opfer von diesen betrügerischen Machenschaften geworden sind. Somit möchte das Opfer dann das Geld von der ursprünglichen Überweisung widerrufen, doch das geht nicht. Denn der Finanzagent hat das Geld ja bereits weiter überwiesen und somit bleibt er ebenso auf dem entstandenen Schaden sitzen. Hauptsächlich resultieren die Betrugshandlungen entweder auf:

  • Phishing“-Aktionen: Die Kontozugangsdaten werden erschlichen und das Geld der Opfer wird dann an die Konten der zuvor angeworbenen Finanzagenten überwiesen. Diese wiederum sorgen dann dafür, dass das zuvor überwiesene Geld ins Ausland verschickt wird. Durch diese Handlungen entstehen erhebliche Vermögensschäden.
  • Betrügerischen Internet-Auktionen: Es werden waren zu einem sehr niedrigen Preis auf einer Internet-Auktionsplattform angeboten. Der Kaufpreis wird dann vom Käufer auf das Konto von einem Finanzagenten überwiesen, jedoch wird die gekaufte Ware nie versendet.

Wie werben die Betrüger ihre Opfer an?

Kriminelle haben deutliche Schwierigkeiten, weitere Finanzagenten anzuwerben, da die Medienberichterstattung, die Warnhinweise der Polizei und Banken wie auch die erfolgte Verurteilung von Finanzagent mittlerweile offenkundig sind.

Daher sind die Täter gezwungen, sich permanent neue Methoden auszudenken. Die Legenden der Begründungen sind variabel, allerdings ist das Grundmuster für die verlaufene Finanztransaktion fast immer gleich:

Die überwiesenen Beträge sind angeblich irrtümlich auf den Privatkonten gelandet.

Die Geldbeträge überweise Kriminelle an einen Kontoinhaber, der somit in die illegalen Machenschaften ohne sein Wissen eingebunden wird. Die Täter fordern den Betrag unter einem Vorwand (wie z.B. das Geld wurde versehentlich auf das falsche Konto überweisen, es ist jedoch für einen im Ausland lebenden Freund bestimmt) zurück. Der angeheuerte Finanzagent darf aber für als Aufwandsentschädigung einen Teil des Geldes behalten. Allerdings soll die Rücküberweisung dann nicht an das ursprüngliche Konto gesendet werden, sondern an ein Konto ins Ausland und dort verliert sich dann jegliche Spur.

Vortäuschen von Arbeitsverhältnissen

Per Internetauftrag sucht eine Firma Abeitskräfte als „Repräsentanten und Manager“ für „Zahlungsbearbeitung“ und / oder „Warenverkehr“. Wer sich für dieses Jobangebot interessiert, soll sich unter der angegebenen E-Mail-Adresse bewerben. Nach einigen Tagen wird dem Bewerber dann ein Arbeitsvertrag zugeschickt. Dadurch bekommt der Betrug einen offiziellen Anschein. In diesem Vertrag wird auch festgehalten und bestätigt, dass das Konto des Arbeitnehmers nur für seriöse und legale Geschäfte genutzt wird. Wenn der neue „Arbeitnehmer“ den Vertrag unterschrieben hat, gehen auf sein Privatkonto dann auch Geld der Firma von angeblichen Kunden ein. Der „Arbeitnehmer“ soll diese Geldbeträge dann ins Ausland weiter transferieren.

Es gibt auch eine Variante, bei der der „Arbeitnehmer“ sogenannte“ „Vouchers“ von den eingegangenen Geldbeträgen kaufen soll. Dies sind Pin-Codes, welche im Internet als elektronisches Zahlungsmittel genutzt wird bzw. diese wieder in Geld umgetauscht werden können. Der „Arbeitnehmer“ soll diese Pin´s dann an den „Arbeitgeber“ via E-Mail weiterleiten.

Kontoeröffnung durch Finanzagenten für angeblichen Internetversandhandel

Diese „Tätigkeiten“ werden oftmals als Nebenjob in Form einer Internetstellenanzeige getarnt, auf die sich dann beworben werden kann. Dazu muss der zukünftige Arbeitnehmer nichts anderes tun, als seine Kontodaten an die Nebenjobfirma weiterzuleiten und die eingehenden Gelder zu transferieren. Die Konten der Finanzagenten werden dann für betrügerische Online-Shops angegeben, auf denen zu oftmals „unschlagbar günstigen Preisen“ hochwertige Artikel wie beispielsweise ein iPod oder eine Spielkonsole erworben werden kann. Die Agenten werden hierbei jedoch nur als Strohmann genutzt. Nach Abzug der Provision für den Agenten wird das Geld dann weiter auf ein ausländisches Konto geleitet.

Vortäuschung von Partnersuche

Im Internet werden auch Dating-Seiten von Betrügern genutzt, damit diese Geldbeträge über das eigene Konto weiterleiten. Wenn ein vertrauensvoller Kontakt hergestellt wurde, so wird das Opfer vom Betrüger gebeten, sein Konto für Transaktionen zur Verfügung zu stellen. Dazu werden unterschiedliche Gründe angegeben wie das sämtliche Papiere und Kontounterlagen gestohlen wurden. Die eingehenden Geldbeträge sollen dann weitergeleitet werden. Der Kontoinhaber wird somit unwissentlich als Finanzagent missbraucht. Die gründe für diese Zahlungen können ebenso vielfältig sein wie z.B. Zahlung von Flugkosten, Lösung einer Notlage in der Familie oder ähnliches. Die Geldbeträge stammen aber alle aus kriminellen Handlungen und der unwissentliche Agent wäscht diese dann.

„Warenagenten“

Bei dieser Art der Agenten werden die Personen ebenfalls über das Internet geworben. Sie sollen ihr Konto für Überweisungen von Geldbeträgen zur Verfügung stellen. Von diesem geld werden dann hochwertige Waren wie z.B. TV, Computer, Handy ect. Gekauft und dies dann an bestimmte Adressen, die dem Agenten vermittelt werden, gegen die entsprechende Provision weiter verschickt werden. Die Beträge sind jedoch alle Gelder aus kriminellen Machenschaften.

Persönliche Kontaktaufnahme

Die bisherigen Anwerbepraktiken verliefen alle ausschließlich über das Internet, ebenso wie du Kommunikation zwischen den Anbieter und dem Kunden. Doch es gibt auch eine Variante, da werden die Täter die Finanzagenten auch persönlich an. Die entsprechenden Personen werden auf der Straße und in öffentlichen Einrichtungen angesprochen. Glaubhaft wird diesen dann ein Problem mit einer Überweisung ins Ausland geschildert. Dabei wird der Angesprochene dann gebeten, die dringende Überweisung ins Ausland von seinem Konto zu veranlassen und als Belohnung wird ihm dann in Form eines Geldbetrages versprochen. Diese Gelder stammen ebenfalls alle aus kriminellen Geschäften.

Gerade Personen mit Migrationshintergrund werden von Menschen mit gleichen Wurzeln angesprochen und gebeten, dass sie ihnen das Geld über ihr Konto ins Ausland transferieren. Oftmals wird hier ein kranker Verwandter im Ausland als Grund angebracht. Diese Vereinbarung findet in der Muttersprache statt, bei der jedoch sehr betont wird, dass man sich schließlich unter „Landleuten“ helfe.

Strafrechtliche Konsequenzen

Finanzagenten ist oftmals nicht klar, dass sie statt eines lukrativen Geschäftes leichtfertige Geldwäsche (§ 261 Abs. 5 StGB) betrieben wird und somit Schadensersatzansprüche der Geschädigten an sie gestellt werden. Den „Agenten“ droht Freiheitsstrafe und ein Verfahren der Bundesanstalt für Finanzdienstaufsicht (Bafin) wegen dem Betreiben unerlaubter Finanzdienstleistungsgeschäfte. Die Banken kündigen ebenfalls das Konto eines Finanzagenten.

Es droht dem Finanzagenten ein Strafverfahren wegen Geldwäsche, denn er hat sein Konto zur Verfügung gestellt und hat die eingegangenen kriminellen Gelder schnell weiter überwiesen. Dadurch hilft der Finanzagent den Betrügern dabei , die Herkunft und auch die Transferwege des Geldes zu verschleiern. Somit droht ihm die Anklage wegen der leichtfertigen Geldwäsche und somit droht ihm eine Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder eine Geldstrafe.

Verwaltungsrechtliche Konsequenzen

Aufgrund der Tatsache, dass ein Finanzagent eine Provision erhalten hat, betreibt dieser gewerbsmäßig ein Finanztransfergeschäft. Dadurch erbringt dieser eine Finanzdienstleistung, für die von der Bundesagentur für Finanzdienstlaufsicht (Bafin) eine Erlaubnis erforderlich ist. Wnen diese nicht vorliegt, dann kann die Bafin dem Agenten wegen unerlaubten Betreiben von Finanzdienstleistungen ein Verwaltungsverfahren aufbürden. Auch dieser Verstoß wird mit einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren oder einer Geldstrafe bestraft.

Zivilrechtliche Konsequenzen

Das überwiesene Geld der Opfer kann in einem zivilrechtlichen Prozess von diesen zurückverlangt werden.

Was ist genau Geldwäsche?

Unter dem Begriff Geldwäsche werden finanzielle Transaktionen beziffert, die nur darauf ausgelegt sind, die Herkunft bzw. die Existenz von Geldern oder anderen Vermögenswerten aus illegalen Transaktionen zu verstecken, damit diese dann wieder dem regulären Wirtschaftskreislauf zugeführt werden können.

So schätzt das Bundesfinanzministerium, dass jedes Jahr rund 100 Milliarden an Euro illegal gewaschen werden. Was ist denn Geldwäsche überhaupt und wie funktioniert sie und welchen Einfluss hat sie dazu auf uns als private Anleger?

Das Ziel der Geldwäsche ist somit, die Herkunft von illegal erworbenem Geld zu verschleiern. So kann das illegal erworbene Geld beispielsweise aus dem Drogenhandel stammen oder aus anderen Dingen wie Erpressung, illegalem Waffenhandel oder der illegalen Prostitution.

Wie genau entsteht illegales Geld?

Beispielsweise entsteht illegales Geld genau dann, wenn ein Krimineller einen Politiker mittels Korruption schmiert. Der Kriminelle kann hierbei nicht einfach das Geld auf das Konto des Politikers überweisen, da Banken bei größeren Transaktionen schnell misstrauisch werden. So haben Banken teilweise auch die Pflicht, sehr auffallend wirkende Geldbewegungen direkt bei der Polizei zu melden. So wird die Polizei dann meist direkt ein Ermittlungsverfahren einleiten, welches dann im Rahmen einer Überprüfung den gesamten Vorfall durchleuchtet.

Al Capone – der Ursprung allen Übels

Die eigentliche Geldwäsche geht ursprünglich auf den berüchtigten Mafiosi Al Capone zurück. So wollte er jenes Geld, welches er mit Alkoholschmuggel, illegaler Prostitution und dem Drogenhandel verdient hatte, wieder ganz normalen in den herkömmlichen Wirtschaftskreislauf einführen. Um dieses Ziel schnell zu erreichen kauft er sich eine größere Anzahl an Waschsalons. Aus diesem Grund ist der Begriff der Geldwäsche bzw. Geld zu waschen entstanden.

Geldwäsche vs. Steuerhinterziehung

Die reine Geldwäsche ist das genaue Gegenteil der Steuerhinterziehung. So möchte man bei der Geldwäsche das illegal verdiente Geld wieder in den legalen Finanzkreislauf bringen. Bei der Steuerhinterziehung hingegen möchte man im Gegensatz dazu das legal verdiente Geld am Finanzamt vorbeischmuggeln. Das Ziel ist hierbei letztlich nur das Einsparen von Steuern.

Geldwäsche durchläuft immer 3 Phasen

Wie kann denn nun ein Krimineller sein Geld wieder in den normalen Wirtschaftskreislauf hineinbringen? Der Kreativität der Kriminellen sind hierbei kaum Grenzen gesetzt. Allerdings sind diese Aktivitäten meist in 3 Phasen zu unterteilen.

Phase 1 – Placement

Bei der ersten Phase handelt es sich um das sogenannte Placement. Das Ziel dieser ersten Phase besteht darin, das erworbene Bargeld wieder zu Buchgeld zu machen. So kann dies beispielsweise in Casinos, Wechselstuben oder in Restaurants passieren.

Placementbeispiel in einfacher Form

Rein von der Praxis her wäre folgende Vorgehensweise möglich. So möchte ein Krimineller mit Hilfe eines Restaurants sein Geld nun waschen. Für diesen Zweck betreibt er ein schlecht laufendes Restaurant, welches am Abend über 5 bis 10 Besucher verfügt.

Mit dieser Kundenfrequenz ist ein wirtschaftlicher Betrieb natürlich überhaupt nicht möglich. Allerdings gibt er dennoch an, dass er am Monatsende mehrere 10.000 EUR an Umsatz generiert hat. So vermischt er also legales mit illegal erworbenem Geld. Aus Bargeld wird somit wieder Buchgeld generiert. Diese Art von Geschäften fliegt relativ einfach auf, da es schließlich zu offensichtlich ist. Das Finanzministerium prüft nicht umsonst sehr häufig den Wareneinsatz in Restaurants. Allerdings lässt sich in weniger stark regulierten Ländern mit Hilfe dieser Methode zumindest ein Betrag im kleineren Rahmen von Bargeld wieder zu Buchgeld verwandeln.

Dies beabsichtigen die Geldwäscher damit auch. Dabei konzentrieren sie sich darauf, das illegale Geld in möglichst viele verschiedene Aktivitäten zu unterteilen, damit dies nicht so einfach einsehbar ist. Dies wird sehr häufig genutzt um die Herkunft zu verschleiern.

Beispiel eines komplexeren Placements

Natürlich gibt es noch viel komplexere Methoden, Geld rein zu waschen. So könnten beispielsweise Kriminelle eine Firma A in Deutschland betreiben, die einer Firma im Ausland Rechnungen über bestimmte Dienstleistungen ausstellen soll. Die Firma im Ausland ist dabei nur eine Scheinfirma und gar nicht real existent.

Eine häufig verwendete Dienstleistung ist die sogenannte Beratungsdienstleistung, die jedoch niemals stattgefunden hat. So macht die Firma A somit einen legalen Umsatz mit der fiktiven Firma im Ausland. Das es hierbei um Geldwäsche geht, ist meist nur schwer herauszufinden.

Smurfing

Eine weitere Möglichkeit, die häufig verwendet wird, ist das sogenannte Smurfing. Mit dieser Strategie wird illegal erworbenes Geld in mehrere kleine Geldbeträge zerstückelt und dann in verschiedene Konten eingezahlt.

Da es hierfür eine große Anzahl an Konten nötig macht, ist hier auch ein großes Netzwerk an Komplizen notwendig. Diese Methode ist deshalb so clever, da die Banken erst ab einer gewissen Einzahlungssumme verpflichtet sind, die Transaktionen melden zu lassen. So beträgt die meldungspflichtige Einzahlungshöhe in Deutschland und Österreich derzeit 15.000 EUR bzw. 2500 EUR bei Sorten.

Structuring

Das Placement kann auch über ein sogenanntes Structuring Verfahren erfolgen. Hier werden mit dem illegalen Geld Luxusgüter wie Autos oder Gemälde gekauft. Dabei werden diese dann außer Landes gebracht und wieder verkauft.

Phase 2 – Layering

Bei der zweiten Phase im Bereich der Geldwäsche handelt es sich um das sogenannte Layering. Das Ziel in dieser Phase ist es, den Papertrail, also den Pfad an Belegen, zu durchbrechen und das Geld anschließend zu anonymisieren. Für Außenstehende soll es nämlich unmöglich gemacht werden, hierbei den Ursprung des Geldes zurückzuverfolgen. Damit dies erreicht werden kann, werden möglichst viele komplizierte Transaktionen von einem Bankkonto auf weitere Bankkonten durchgeführt. Diese Transaktionen erfolgen dabei sehr häufig über die Ländergrenzen hinweg und dann sind auch noch Scheinfirmen involviert. Dazu sind häufig auch noch dritte Personen wie Anwälte und Notare involviert, die von Haus aus ein Berufsgeheimnis haben.

Phase 3 – Integration / Recycling

Bei der letzten Phase geht es um die Integrationsphase. Diese wird häufig auch als Recyclingphase bezeichnet. Das Geld wird in dieser Phase wieder dem regulären Wirtschaftskreislauf zugeführt. Damit dies bewerkstelligt werden kann, wird das Geld in Aktivitäten investiert, die die einen gewissen Synergieeffekt mit der kriminellen Aktivität haben und dazu auch einen hohen Aufwand an Bargeld benötigen.

Hierzu können dann Institutionen wie Wechselstuben, Casinos, Restaurants oder dergleichen genutzt werden. In jüngster Zeit konnte man zudem beobachten, wie sehr häufig Geld in Pharmazie- oder Chemielabore investiert wurde. So können Kriminelle dort versteckt Drogen herstellen.

Integrationsbeispiel – Überbewertung und Unterbewertung

Der Kauf von Immobilien ist ebenfalls ein gutes Beispiel für eine Integration in den legalen Wirtschaftskreislauf. So kann ein Krimineller beispielsweise eine Immobilie kaufen, die einen Wert von 2 Millionen Euro aufweist. So bezahlt er für diese Immobilie jedoch nur 1 Million EUR und bezahlt den Rest in unregistrierter Form mittels Bargeld und Köfferchen quasi unter der Hand. Der vermeintliche Geldwäscher unterhält die Immobilie dann einige Jahre und führt hierbei einige Renovierungsarbeiten durch. Der Verkaufswert der Immobilie steigt daraufhin und schon nach einiger Zeit kann er diese für 2,5 Millionen Euro wieder weiterverkaufen. Somit hat er einen legalen Profit in Höhe von 1,5 Millionen Euro gemacht. Diesen besitzt er nun legal auf der Bank und kann diesen ebenfalls versteuern.

Loan Back Methode – Integrationsbeispiel

Neben der Unter- bzw. Überbewertung im Bereich der Immobilien kann für eine sogenannte Integration auch die Loan Back Methode verwendet werden So werden hierbei beispielsweise der Bank Vermögenswerte anvertraut. So vergibt die Bank dann ihrerseits einen Kredit an den in Deutschland ansässigen Geldwäscher aus. Der Geldwäscher kommt damit an sein eigenes Geld in Form eines Kredites heran. So kannst du hierbei feststellen, dass es immens viele Möglichkeiten hinsichtlich der Geldwäsche gibt und der Kreativität keine Grenzen gesetzt sind. Geldwäscher befinden sich deshalb in einem ständigen Wettlauf mit dem Gesetz und natürlich auch gegen die Aufsichtsbehörden.

Die illegalen Aktivitäten werden von den Staaten natürlich nicht toleriert, was letztlich klar nachvollziehbar ist. Aus diesem Grund gibt es sowohl auf nationaler als auch auf internationaler Ebene verschiedene Kooperationen in diesem Bereich, die das gemeinsame Ziel besitzen, die Geldwäsche und die Terrorismusfinanzierung aufzudecken.

Das Geldwäschegesetz

Im Jahr 1993 wurde das deutsche Geldwäschegesetz verabschiedet und zuletzt im Jahr 2008 überarbeitet. Hier wurde es vor allem um die Terrorismusfinanzierung ergänzt. So hat das Gesetz also einen sehr großen Einfluss darauf, wie die Banken mit ihren Privatkunden umgehen. Banken sind somit dazu verpflichtet, die Personen und Unternehmen bei der Eröffnung eines Kontos entsprechend zu identifizieren.

Der Einfluss vom Geldwäschegesetzt auf den privaten Anleger

Wenn du heute ein neues Konto privat eröffnest, musst du dich immer mittels Reisepass oder Personalausweis bei der Bank legitimieren. Die Geldwäschebestimmungen müssen ebenfalls unterschrieben werden, da die Bank mittlerweile dazu verpflichtet ist, auffällige Transaktionen auf deinem Konto direkt zu melden. Wenn du also ein Auto privat verkaufst und dafür eine Summe in Höhe von 15.000 EUR von deinem Käufer bekommst, kann es passieren, dass du das Geld erst einzahlen darfst, wenn du den Kaufvertrag für das Auto vorlegen kannst.

Indikatoren für Geldwäsche

Sogenannte Indikatoren für Geldwäsche sind beispielsweise hohe Bargeldeinzahlungen oder das akzeptieren von schlechten Konditionen bzw. das Halten von vielen Konten.

Wenn somit schlechte Konditionen bei einer Bank akzeptiert werden, kann dies darin begründet sein, dass Geldwäscher ihren Banker des Vertrauens gut stimmen möchten. So wird ein Banker, der bei seinen Kunden hohe Margen erzielt, nicht besonders motiviert sein, hier einen Fall von Geldwäsche zu melden. Sollten jedoch höhere Bargeldeinzahlungen stattfinden ist die Bank dazu verpflichtet diese dem Finanzamt zu melden. Diese Prinzipien sind auch als „Know your customer“ bzw. Kenne deinen Kunden bekannt. Diese gelten auch nicht nur für Banken, sondern auch für andere vertrauenswürdige Personen wie Notare oder Anwälte, die aufgrund ihres Berufs und des damit verbundenen Berufsgeheimnisses ebenfalls einiges zu verbergen haben können. Doch auch Steuerberater und Wirtschaftsprüfer sind dazu angehalten, diese Prinzipien klar zu befolgen.