Eigentlich sind Abofallen im Netz schon lange nicht mehr das große Geschäft. Grund hierbei sind neue Richtlinien. So sind diese Aufträge nur dann noch gültig, wenn durch den Bestellbutton auf ein eindeutiges Kaufangebot hingewiesen wird. Meistens sind diese „Jetzt kaufen“, oder „Kostenpflichtig bestellen“. Die wenigsten fallen auf diese Masche noch hinein. Wie gehen Kunden aber damit um, wenn über die Telefonabrechnung einfach heimlich Abogebühren abgebucht werden und die Kunden von diesen Abos nicht mitbekommen haben.

Schuld dafür ist WAP-Billing. Dabei handelt es sich um ein einfaches und unkompliziertes Bezahlverfahren. Dieses war dafür konzipiert, kleinere Beträge, welche beim Kauf von Videos, Spielen oder Bustickets anfallen. Doch auch Abos wie etwa von Wetterdiensten werden durch dieses System bezahlt. Eingeführt wurde das System „Wireless Applocation Protocol (WAP) im Jahr 1997, wodurch spezielle Webseiten über die zu der Zeit noch langsame Internetverbindung auf die kleinen Handydisplays übertragen wurden und somit eine einfache Zahlungsschnittstelle zur Verfügung stand.

 

Abofalle Handy

Quelle: Pixabay Abofalle Handy

Abkassieren einfach

Für die Abrechnung über den Telefonanbieter ist nur die Rufnummer des Bestellers nötig. So werden dann, ohne Zutun des Nutzers die Daten an den Zahlungsdienstleister übertragen. Die ist die eigentliche Besonderheit von WAP-Billing. Hier wird eine Rechnung an den Mobilfunkanbieter gestellt, welcher dann das Geld abzüglich einer Provision dem Teilnehmer in Rechnung stellt. Zahlungsdienstleister behalten ebenfalls eine bestimmte Provision und zahlen den Restbetrag so zum Beispiel an den Aboanbieter. Nicht selten passiert dies ohne Zustimmung des Mobilfunknutzers. Eine Befragung der Verbraucherzentrale hat ergeben, dass etwa 61 Prozent der Befragten angaben, dass ihnen bereits mindestens einmal Leistungen von Drittanbietern in Rechnung gestellt wurden.

Verstecktes Vorhaben

Diese unwissentliche Handlung wird durch Clickjacking erreicht. Durch eine vermeintlich harmlose Aktion wie zum Beispiel die Bestätigung des Alters oder die Teilnahme an einem Gewinnspiel wird auf eine überlagerte Seite umgeleitet. Gibt der Nutzer diese geforderten Daten dann ein, wird die Aktion an den verdeckten Bestellbutton weitergeleitet. Damit Kunden auf eine solche offensichtliche Betrugsseite gelangen, reicht oft bereits das Anklicken eines Werbebanners oder der Link in einer Whatsapp-Nachricht aus. Aus rein rechtlicher Sicht betrachtet, kommt zwar so kein Vertrag zustande, doch die Telefongesellschaften prüfen dies nicht nach. Sichtbar werden diese Beträge auf der Rechnung dann unter der Bezeichnung wie Sonderdienste Drittanbieter. Nicht selten fallen Gebühren von 9,99 Euro in der Woche an. Oft bemerken die Geschädigten diese Schwindel nicht oder sehr spät. Die wenigsten kontrollieren in Zeiten von Allnet-Flats noch ihre Rechnung.

Wer so auf seiner Rechnungs zum Beispiel solche Bezeichnungen findet, sollte der Abbuchung sofort schriftlich per Einschreiben widersprechen. Die Frist beträgt für solch einen Einspruch acht Wochen nach Rechnungszustellung. Einen sehr guten Musterbrief können Geschädigte über die Verbraucherzentrale Hamburg für eine Gebühr von 0,90 Euro erwerben. Wer seine Lastschrift zurückgeben möchte, muss aber den unstrittigen Betrag dann separat überweisen, nicht das es zu einer Sperrung des Anschlusses kommt. Bei Poblemen ist die Verbraucherzentrale immer ein guter Ansprechpartner.

Drittanbieter sperren lassen

Bereits im Vorfeld können sich Verbraucher vor diesen Betrügereien schützen. Alles was sie machen müssen: Drittanbietersperre einrichten. Seit dem Jahr 2012 müssen Mobilfunkunternehmen ihren Kunden diesen Service kostenlos anbieten. Entweder Online, im Shop oder bei der Kundenhotline kann eine solche Sperre ausgesprochen werden. Einige Mobilfunkanbieter wie die Drillisch GmbH haben diese Drittanbietersperre bereits voreingestellt. Wichtig zu wissen, bei einer vollständigen Sperre könne auch legale Zahlungen wie Spenden oder Zahlungen im App-Store nicht mehr getätigt werden. Einige Anbieter bieten hier nur teilweise Sperrungen an.

Abofallen Vermeiden und Geld zurückholen

So funktioniert es:

  • stetiges überprüfen der Rechnung auf Drittanbieter
  • wer solche Abrechnungen entdeckt, sofort widersprechen
  • Lastschriftenrückgabe und Überweisung des unstrittigen Betrages
  • Bei Problemen an die Verbraucherzentrale wenden
  • Drittanbietersperre einrichten

 

Quelle: https://www.pc-magazin.de/ratgeber/abofalle-handy-was-tun-schutzmassnahmen-kuendigung-musterformular-3200129.html