Razzia am vergangenen Mittwoch

Nun, rund 3 Jahre nach der Enthüllung der sogenannten Panama Papers, sind die Ermittler am vergangenen Mittwoch wegen Verdacht auf Steuerhinterziehung zu einer großen Razzia hinausgefahren, das berichtet Finanzen.

Dabei durchsuchten die Behörden die Wohnräume von insgesamt acht sehr vermögenden Privatpersonen und die dazugehörigen Geschäftsräume von vier Steuerberatern, wie von der Staatsanwaltschaft Frankfurt mitgeteilt wurde.

Quelle:   https://www.finanzen.net/nachricht/aktien/steuerhinterziehung-steuer-razzia-bei-banken-nach-auswertung-der-panama-papers-7494450

Steuer-Razzia bei Banken nach Auswertung der Panama Papers

So hat die Justiz und auch die Steuerbehörden hierbei die Privatleute im Verdacht, über eine frühere Gesellschaft des Deutsche Bank Konzerns verschiedene Briefkastenfirmen gegründet zu haben. Diese sollen dann Steuern hinterzogen haben. Durch die Veröffentlichung der „Panama Papers“ wurden diese Vorgänge dann plötzlich öffentlich gemacht.

Dabei machten die Ermittler auch keine Angaben dazu, welche Banken genau durchsucht worden sind. So waren unter anderem die die Geschäftsräume von insgesamt elf Instituten in Aachen, Bonn, Düsseldorf, Erding, Frankfurt, Köln und Trier betroffen. Die Wohnräume von den Privatpersonen wurden in den Städten Bad Tölz, Erkrath, Hamburg, Konz, Simmerath und auf Sylt durchsucht. Dabei waren auch Beamte des Bundeskriminalamtes (BKA), des LKA Hamburg und der Oberfinanzdirektion Frankfurt beteiligt. Ebenfalls waren noch verschiedene Finanzämter mit in den Fall involviert.

Diese aktuelle Razzia, die noch den ganzen Vormittag dauerte, steht den Angaben zufolge in Zusammenhang mit den Durchsuchungen bei der Deutschen Bank im November letzten Jahres. Die Ermittler hatten dabei wohl verschiedene Geschäftsunterlagen in schriftlicher und elektronischer Form sichergestellt. Dabei wurde der Verdacht laut, dass Mitarbeiter des Instituts Kunden geholfen haben sollen, Briefkastenfirmen in Steueroasen zu gründen um so Gelder aus verschiedenen Straftaten sauber zu waschen.

Die Deutsche Bank gab indes bekannt, dass sich die Ermittlungsverfahren nicht gegen die Deutsche Bank, sondern gegen Privatpersonen richten würden. Dabei kooperiert die Deutsche Bank auch mit der Staatsanwaltschaft und präsentiert alle geforderten Unterlagen direkt und freiwillig. So habe auch aktuell keine Durchsuchung stattgefunden, weshalb hiervon auch nicht auszugehen ist.

Den Angaben der Ermittler zufolge hatte sich der Verdacht gegen eben jene Mitarbeiter durch die Auswertung der Daten der sogenannten Offshore Leaks und Panama Papers durch das Bundeskriminalamt. Im Kampf gegen die Geldwäsche hatte das BKA im Sommer 2017 die „Panama Papers“ gekauft.

Im Frühjahr 2016 hatte sich ein internationales Netzwerk verschiedener Medien mit den Panama Papers befasst und diese enthüllt. Hierbei ging es explizit um die mittelamerikanische Steueroase. Hierdurch kamen weltweit Geschäftsleute, Politiker und Prominente unter Druck, da über eben diese Personen hier sehr vieles zu finden war. So zeigten die Daten, die den Medien zugespielt wurden, wie groß die Geldströme nach Panama waren und wo sich genau tausende Briefkastenfirmen angesiedelt haben. Ob und in welcher Form es sich dabei auch um strafbare Geschäfte gehandelt hat, wird derzeit von den Staatsanwälten weltweit geprüft.

Rückblick Deutsche Bank – das muss die Bank nun anpacken

Das aktuelle Jahr wird schwieriger als bisher angenommen. Der Finanzkonzern hat die Prognose derzeit gesenkt und die Fusion mit der Commerzbank ist abgesagt worden.

Die Idee eine Fusion zwischen der Deutschen Bank und der Commerzbank hatte teils sehr hohe Wellen geschlagen. Viele Fans für diese Fusion gab es bekanntlich nicht. Nun hat der Chef der Deutschen Bank, Christian Sewing, die Pläne für eine Fusion endgültig zu den Akten gelegt. Die Commerzbank geht aktuell in Verhandlungen mit anderen Interessenten wie beispielsweise der deutsch-italienischen Unicredit Bank oder der ING Group aus den Niederlanden. Die Zukunft der Deutschen Bank ist jedoch eine Bewährungsprobe für Sewing, denn der Druck wird immer größer. Vergangenen Freitag hat der Bankchef den Ausblick auf einen leichten Konzerngewinn in diesem Jahr kassiert. Allerdings scheint es so, als würde die Deutsche Bank ein zum letzten Jahr unverändertes Ergebnis vorlegen.

So liegen die Zahlen aus dem ersten Quartal diesen Jahres zwar über den Erwartungen der Analysten, allerdings liegt das Ergebnis hinter den Erwartungen zurück. So ergibt sich derzeit ein Vorsteuergewinn in Höhe von 290 Millionen Euro. Dies entspricht einem Nettoergebnis von 200 Millionen Euro und Erträgen in Höhe von 6,4 Milliarden Euro. Die Deutsche Bank bleibt damit im traditionell begründeten starken ersten Quartal hinter den Erwartungen zurück.

Sewing müsste nun eigentlich einen radikalen Plan vorlegen. Dies vor allem für die Unternehmens- und Investmentbank. So brachen hierbei im stärksten Segment der Deutschen Bank die Erträge um 13 Prozent auf ganze 3,3 Milliarden Euro ein. Der Handel mit festverzinslichen Wertpapieren leider derzeit aufgrund der noch immer anhaltenden Niedrigzinsphase immens. Dazu schrumpfte der Handel mit Aktien um stolze 18 Prozent. Diese Rückgänge konnte dann das bessere Geschäft in Verbindung mit der Begleitung von Zusammenschlüssen und Fusionen mit anderen Unternehmen auch nicht ausgleichen.

Angst vor Kapitalerhöhung

So hat Sewing zwar das US Investmentbanking zurückgebaut. Allerdings wünschen sich viele der Investoren deutlich mehr. Das schlimme daran ist, dass die ganzen Einschnitte ebenfalls auch sehr viel Geld kosten. Das ist bei der Deutschen Bank derzeit leider nicht verfügbar. Nach insgesamt drei Kapitalerhöhungen über 27 Milliarden Euro seit dem Jahr 2010 braucht Sewing nun auch sehr gute Argumente um die Großaktionäre zu besänftigen und deren Vertrauen zu gewinnen.

Michael Hünseler, seines Zeichens Fondsmanager bei Assenagon, hält die derzeitige Sorge über eine Kapitalerhöhung jedoch für unbegründet. Angesichts des derzeit noch ausreichenden Kapitals ist dies eher unwahrscheinlich, sagte er. Die bisher vorgelegten Zahlen findet er zudem auch durchaus passabel. Damit geben sie dem Management wieder etwas mehr Spielraum im Hinblick auf die zu vollziehenden Handlungen. So könnte sich der Vorstand nun wieder voll und ganz auf die Restrukturierung konzentrieren.

So konnte die Deutsche Bank immerhin für das erste Quartal des Jahres eine Eigenkapitalrendite in Höhe von 1,3 Prozent verzeichnen. Nach nur 0,5 Prozent im vergangenen Jahr schon eine immense Steigerung. Jedoch sind diese Zahlen noch weit weg von den Zahlen, die in diesem Jahr angepeilt werden sollen, denn angepeilt sind ganze 4 Prozent. Dies noch zu erreichen dürfte schwer werden, vor allem wenn sich das konjunkturelle Umfeld eintrübt und damit auch die Felder wie Risikovorsorge, die bereits im ersten Quartal um ganze 60 Prozent zugelegt hat, noch weiter ansteigt.

Die Deutsche Bank hat jedoch durchaus das Potenzial, alleine aus der Misere herauszukommen, wie Hünseler weiter bekannt gibt. Jedoch sei dafür einiges an Geduld nötig, besonders wenn es zu einer Rosskur kommen sollte.

Nach den Panama Papers angeblich über eine Milliarde Nachzahlungen

Rund 3 Jahre nach den Enthüllungen über die brisanten Panama Papers mit den tausenden Briefkastenfirmen und Steuertricks haben die Behörden den Medienberichten zufolge rund ca. 1,07 Milliarden Euro an Steuernachzahlungen und Strafen verhängt.

So seien alleine in Deutschland rund 150 Millionen Euro zusammengekommen, wie der NDR, WDR und die SZ berichten. Dabei soll der größte Teil auf Strafgelder für Banken entfallen, wie aus dem Bericht hervorgeht.

So seien diese Zahlen das Ergebnis von einer Analyse des Internationalen Konsortiums von investigativen Journalisten (ICIJ). Dabei soll die gesamte Summe angeblich noch höher ausfallen, weshalb sich auch zahlreiche Länder einer Auskunft verweigern mit dem Hinweis auf die laufenden Ermittlungen. Zahlreiche Verfahren laufen derzeit nämlich noch, weshalb es hier keine genauen Informationen gibt.

Schon im Frühjahr 2016 hatte ein internationales Netzwerk von Mediengesellschaften die Panama Papers enthüllt. Hierbei ging es um Finanzströme in Mittelamerika. In Deutschland war die Süddeutsche Zeitung gemeinsam mit dem NDR und WDR auf das Thema in einem Bericht eingegangen.

Aufgrund dieser Enthüllungen waren weltweit Geschäftsleute, Politiker und Prominente sehr stark unter Druck geraten. Der große, eingespielte Datenberg zeigte sehr große Geldströme hin nach Panama. Dort, wo tausende Briefkastenfirmen ihren Sitz haben und sich dort angesiedelt haben. Ob es sich hierbei jedoch grundsätzlich immer um strafbare Geschäfte handelt, wird derzeit von verschiedenen Staatsanwaltschaften geprüft.

Das Bundeskriminalamt hatte im Sommer 2017 im Kampf gegen die Geldwäsche und Steuerbetrug die sogenannten „Panama Papers“ gekauft. Nach einem früheren Urteil des Bundesverfassungsgerichtes ist der deutsche Staat rechtlich in der Lage, angekaufte Daten über Steuerbetrüger zu verwenden. Dies auch dann, wenn diese Informationen rechtswidrig erlangt worden sind.

So sind Briefkastenfirmen nicht gleich direkt als illegal einzustufen. Allerdings werden sie häufig für Steuerbetrug und Geldwäsche verwendet. So haben seit der Enthüllung die führenden Industrienationen der G20 ihre Anstrengungen deutlich verstärkt, diese sogenannten Steueroasen auch trocken zu legen. Selbst in Deutschland wurden die Vorgaben nochmal deutlich verschärft und zugleich noch mehr an Transparenz geschaffen.