Der US-amerikanische Frederick B. Cohen führte 1984 den Begriff Computervirus ein. Es sind Viren, die den Computer zerstören können und Tag für Tag weltweit Millionen von PC-Benutzern in Atem halten so Netzorgane.

Quelle. https://www.netzorange.de/blog/sechs-computerviren-und-wie-sie-sich-davor-schuetzen-koennen/  

Schutz vor Computerviren

Aber welche Arten von Viren gibt es und wie kann man sich vor ihnen schützen:

PC-Viren

Fred Cohen, heute ein renommierter Forscher und Professor im Bereich IT-Sicherheit, erstellte im Rahmen seiner Doktorarbeit ein Programm, das andere Anwendungen infizierte, veränderte und sich im Anschluss darüber verbreitete. Das war die Geburtsstunde des Computervirus, der seinen Siegeszug bis heute anhält. Denn seine ursprünglichen Eigenschaften haben sich vom Grunde her nicht verändert. Insgesamt gibt es sechs grobe Überkategorien von Viren, deren Übergänge fließend sind und deren Eigenschaften oftmals auch in Kombination auftreten. Die exakte Charakterisierung eines Virus ist demnach kaum zu leisten.

Der Bootsektorvirus

Er verhindert das Starten des Computers und ist der älteste Virus. Zu seinem Namen kam er, weil er sich auf dem Bootsektor einnistet – der Teil der Festplatte, auf dem sich das Programm zum Starten des PCs befindet – und diesen so verändert, dass der PC nicht mehr hochfährt. Der Bootsektorvirus war vor allem in den 1980er und 1990er Jahren sehr verbreitet und wurde meist durch Disketten übertragen, die zu dieser Zeit die gängigen Wechseldatenträger waren.

Trojaner

Die Tarnung dieses Virus führt den Nutzer in die Irre. Bootsektorviren sind im Gegensatz zum Trojaner der heutigen PC-Nutzer-Generation weit weniger bekannt. Trojaner tarnen sich nach außen als scheinbar harmloses Programm und ermöglichen Unbefugten so den Zugriff auf einen Rechner über das Internet, um dort persönliche Daten auszuspähen. Oftmals werden Trojaner von Hackern in Form von Spam verschickt. In den vergangenen Jahren kursierten immer wieder Spammails, die sich als Rechnung von Telefonunternehmen tarnten und in deren vermeintlichem Rechnungsanhang sich der Trojaner verbarg. Wenn der Empfänger der Mail den Anhang öffnete, konnte sich der Virus automatisch einnisten.

Scriptviren

Scriptviren befallen – wie der Name es vermuten lässt – Skripte, die z.B. in vielen Internetseiten eingebaut sind. Sie sind in einer gängigen Programmiersprache wie Javascript oder Virtual-Basic-Script (VBS) geschrieben und werden so von Internetbrowsern verstanden. Die Browser führen die Virenskripte aus, wodurch der PC infiziert wird. Die Fähigkeiten von VBS-Viren reichen vom automatischen E-Mail-Versand bis hin zur automatischen Löschung und Manipulation von Dateinamen.

Programmvirus

Während Scriptviren im Internet ihren Wirt finden, benötigen Programmviren Programme, um ihre schädliche Wirkung zu entfalten. Ähnlich wie bei den Trojanern werden sie aktiviert, wenn infizierte Programme oder Dateien ausgeführt werden. Die Gefahr sich mit Programmviren zu infizieren, ist besonders groß, wenn man unbekannte Dateien oder Programme aus dem Internet herunterlädt.

Makroviren

Sie verstecken sich in Dateien und werden beim Öffnen aktiv. Auch Makroviren benötigen einen Wirt, um sich in PCs einnisten zu können. Sie sind ausschließlich in Word- oder Excel-Dateien versteckt und werden beim Öffnen dieser automatisch gestartet. Auch hier kann die Verbreitung über E-Mails oder Downloads aus dem Internet erfolgen. Eine besondere Form sind Computerwürmer, die sich selbstständig weiterverbreiten können. Sie benötigen also im Gegensatz zu den anderen Kategorien keinen Wirt. Das funktioniert klassischerweise in Form von E-Mails, die sich automatisch immer weiter verschicken und die Postfächer von jedem Empfänger infizieren. Der wohl bekannteste Wurm ist der Computerwurm „Loveletter“, der sich im Jahr 2000 explosionsartig per E-Mail rund um die Welt verteilte und einen geschätzten Schaden von 10 Milliarden Dollar anrichtete. Vorrangig zerstörte der Wurm, dessen Betreff „I love you“ lautete, Bilddateien und spähte zudem Passwörter aus.

Der aktuelle Computer Gesundheitszustand

Die beschriebenen Virenarten kursieren nach wie vor auf den Rechnern dieser Welt und verbreiten sich rasant, was durch die zunehmende Digitalisierung noch begünstigt wird. Rund 8,8 Millionen Bürger der BRD hatten laut dem Digitalverband Bitkom schon einen Virus auf dem Rechner, der auch Schaden angerichtet hat.

Viren sind heute schwer auf den ersten Blick zu erkennen. Ältere Viren zeichneten sich häufig dadurch aus, dass dem befallenen PC keine einzige Reaktion mehr zu entlocken war. In einigen Fällen ließen sich die PCs sogar überhaupt nicht mehr hochfahren. Die Vorgehensweise der Viren hat sich analog zur Entwicklung der Bekämpfungsstrategien dahingehend verändert, dass sie zunehmend versteckt agieren. Deswegen muss man sich für Indizien sensibilisieren, die ein Hinweis auf Virenbefall sein können. Indizien sind beispielsweise Einschränkungen beim Zugriff des Betriebssystems auf bestimmte Laufwerke oder Datenträger oder ein sehr langsam startender Rechner. Auch eine veränderte Browserseite oder Schwierigkeiten bei der Änderung oder der Speicherung von Dateien können Anzeichen für eine Infizierung sein. Bei aller Sensibilisierung sollte immer das Motto „Vorsicht ist besser als Nachsicht“ gelten. Jeder PC sollte unbedingt mit einem aktuellen Antivirenprogramm ausgestattet sein, da dies die meisten Angriffe auf relativ einfache Weise abwehren kann.