Aufgrund millionenschwerer Autogeschäfte stehen vier Männer nun wegen Steuerbetrug vor Gericht

Ab Mitte Juli 2019 stehen vier Männer aufgrund von Steuerbetrug im großen Stil vor dem Landbericht in Offenburg. Die Anklage lautet, dass sie bei Autogeschäften in Millionenhöhe die Umsatzsteuer hinterzogen haben sollen und sich die Anzahlungen in die eigene Tasche gesteckt haben sollen, darüber hat Baden Online berichtet.

Vier Männer stehen seit Mitte Juli vor dem Landgericht mit der Anklage des Steuerbetruges im großen Stil. Die Anklage geht davon aus, dass die vier Männer sich dazu verabredet haben, über eine Gesellschaft in Stuttgart im Bereich des Kfz-Handels Millionengewinne einzufahren, hieß es in einer Mitteilung. Die Bande hatte den Plan, im Ausland einen Großteil der Fahrzeuge einzukaufen und diese dann anschließend im Inland zu verkaufen. Ziel dieser Verkäufe seien unter anderem eine Autohandelsfirma im Ortenaukreis gewesen. Es war von Anfang an das Ziel der Vier gewesen, die Umsatzsteuer nicht abzuführen, wie es das Gesetz vorschreibt, sondern sich das Geld in die eigene Tasche zu stecken.

Quelle: https://www.bo.de/lokales/ortenau/millionenschwere-autogeschaefte-steuerbetrug-im-grossen-stil

Scheinfirmen und Steuerbetrug bei mehreren Firmen aufgeflogen

In Ortenau wurden Scheinfirmen eröffnet

Es wurden für diesen Zweck unter anderem auch in Ortenau Scheinfirmen gegründet. Den Geschäftsführer spielte ein Strohmann, ebenso wie ein Verkäufer mit einer falschen Identität. Angeblich war der Strohmann nicht in die Pläne der vier anderen Angeklagten eingeweiht gewesen.

Zunächst einmal schöpfte keiner der Autohändler Verdacht, dass diese einem Betrug aufgesessen waren. Sie bestellten insgesamt rund 400 Fahrzeuge bei der Scheinfirma und haben mehr als 1 Millionen Euro Anzahlung geleistet. Doch anders als es vereinbart war, haben die Angeklagten das Geld der Firmen nicht für den Kauf der Autos verwendet haben, sondern sie haben unter anderem für knapp 300.000 Euro Goldbarren gekauft. Es sollen mehr als 600.000 Euro des Geldes vom Geschäftskonto der Scheinfirma mit Hilfe eines Strohmanns abgehoben und dann unter den Männern verteilt worden sein. Dies alles in Ortenau.

Untersuchungshaft und Plan der Verhandlung

Ein Angeklagter, der bereits wegen Steuerbetrugs vorbestraft ist, schweigt bisher, genau wie einer seiner Komplizen. Die anderen beiden Angeklagten haben bereits zum Teil gestanden. Derzeit befinden sich zwei der Angeklagten in Untersuchungshaft. Das Amtsgericht in Offenburg hat den Mann, der als Strohmann in diesem Unternehmen „arbeitete“, bereits zu einer Bewährungsstrafe verurteilt. Zugrunde liegt hier der Vorwurf der Beihilfe zum Betrug. Es sind derzeit 18 Verhandlungstage für die Verhandlung angesetzt. Ende Oktober wird das Urteil erwartet.

Umsatzsteuerfreie innergemeinschaftliche PKW-Lieferungen an „Scheinunternehmer“

Die Richtigkeit der Ust-IdNr. des Abnehmers vom Bundeszentralamt für Steuern reicht eine reine „Briefkastenadresse“ bei einer Scheinfirma zur Identifizierung eines Abnehmers nicht aus bei einer innergemeinschaftlichen Lieferung. Darüber berichtet die Haufe.

„An einer eindeutigen und leichten Nachprüfbarkeit im Sinne des § 17 Abs. 1 Satz 2 UStDV fehlt es, wenn mit den vorgelegten Belegen der Anschein einer Abhollieferung erzeugt wird, tatsächlich aber eine Versendungslieferung durchgeführt wurde und insoweit aber z.B. ein CMR-Frachtbrief nicht vorliegt.“

Innergemeinschaftliche Lieferung von PKW

Das Finanzamt versagte der Klägerin nach einer multilateralen Prüfung für die innergemeinschaftliche Lieferung von drei PKW die Steuerfreiheit nach § 6a UStG an Abnehmer mit der Umsatzsteuer-Identifikationsnummer, kurz Ust-IdNr. Das Finanzamt ist der Auffassung, dass die Voraussetzungen für die Buch- und Belegnachweise nicht vorliegen. Ebenso habe die Klägerin auch nicht gutgläubig gehandelt und könne sich somit auch nicht auf das Gutglaubensschutzgesetz berufen.

Es gibt keine Nachweise, die ausreichend sind

Es habe bei Prüfungsbeginn weder eine Empfangsbestätigung durch den Abnehmer vorgelegen, noch eine Versicherung des Abnehmers, dass der Gegenstand der Lieferung in das übrige Gemeinschaftsgebiet befördert werden soll, noch eine Vollmacht, die Sie zur Abholung befugt hätten. Es sind Unterlagen nachgereicht wurden, doch diese seien erst im Nachhinein erstellt worden. Ebenso fehlt bei den drei PKWs die Angabe der jeweiligen Monate des Erhaltes. Der Buchnachweis sei ebenso falsch, da der Abnehmer die Firma N.s.r.o. sei, doch bei dieser handele es sich um eine Scheinfirma. Somit ist diese auch nicht der tatsächliche Abnehmer dieser Fahrzeuge gewesen.

Keine Steuerfreiheit für die PKW-Lieferungen

Somit habe das Finanzamt die drei PKW-Lieferungen vollkommen zu Recht nicht als steuerfrei angesehen, so die Auffassung des FG, denn es fehlt eine ordnungsgemäßer Belegnachweis. Im Streitjahr 2010 legte die Klägerin eine sogenannte „Verbringensbestätigung“ vor, das dies eine sogenannte Abhollieferung gewesen sei. Allerdings legte die Klägerin dann im FG-Verfahren eine sogenannte Versendungslieferung in die Slowakei vor, die durch die „Spedition K“ erfolgt sein soll. Demnach liegt dann eine Versendungslieferung und keine Abhollieferung vor. Für den Versendungsfall fehlen allerdings die erforderlichen Gelangensnachweise in Form eines Beleges (Frachtbrief) nach § 10 Abs. 1 UstDV. Die vorgelegten „Verbringensbestätigungen“ der Klägerin gelten somit nicht als „Ersatzbelege“, da der Inhalt der Aussage eine ganz andere sei. Diese bestätigt nämlich die Verbringung der Fahrzeuge in einen anderen Mitgliedstaat. Die Klägerin hat im Streitfall auch nicht angegebene, dass die oben genannten Nachweise nicht zumutbar zu führen gewesen seien. Speditionen erstellen üblicherweise einen CMR-Frachtbrief.

Anforderungen an die Steuerfreiheit nach § 6a UStG

Ebenso kommt nach § 6 UStG der Person des Abnehmers die Steuerfreiheit eine entscheidende Bedeutung bei, denn wirtschaftlich sind die innergemeinschaftliche Lieferung wie auch der innergemeinschaftliche Erwerb ein und der gleiche Vorgang. Damit wird bezweckt, dass die „Steuereinnahmen auf den Erwerbs des Stimmungsmitgliedstaats“ verlangt wird. Die innergemeinschaftliche Steuerfreiheit setzt somit voraus, dass der Lieferer der Person des Abnehmers (Erwerbers) die zutreffenden Angaben bekannt sind (vgl. BFH, Urteil v. 17.2.2011, V R 28/10, BFH/NV 2011 S. 1448).

Scheinfirma ist der Rechnungsabnehmer

Wenn es sich bei dem Empfänger der innergemeinschaftlichen Lieferung um ein Scheinunternehmen handelt, ist laut BFH-Rechtsprechung zur Briefkastenanschrift beim Vorsteuerabzug nicht übertragbar.

Als innergemeinschaftliche Lieferung ist die Lieferung von PKW nicht steuerfrei, auch, wenn der Lieferer die Richtigkeit der Ust-IdNR des Abnehmers von Seiten des Bundeszentralamt für Steuern hat bestätigen lassen, der Abnehmer jedoch wie in diesem Fall, eine Scheinfirma ist. Als Nachweis gilt in diesem Fall auch nicht das Bestätigungsverfahren, dass es sich bei der Firma N s.r.o. tatsächlich um einen Unternehmer i.S. von § 6a Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 Buchst. a UStG gehandelt hat.

Es liegt ein Scheinunternehmen vor, wenn es sich bei der angegebenen Adresse nur um die Adresse eines Buchhaltungsbüros handelt, der Abnehmer an dieser Adresse jedoch nicht über einen aktiven Telefon- oder Faxanschluss, wie auch über das Fehlen von Lagerplatz für die Fahrzeuge verfügt, die Wohnhaft des alleinigen Geschäftsführers und Gesellschafter in einem anderen EU-Staat ist, auf dem Briefkopf erkennbar ist, dass der Abnehmer an der angegebenen Geschäftsadresse keinerlei geschäftliche Tätigkeit ausübt, da die Telefon- und Faxverbindung in einem anderen EU-Staat angegeben ist und das der Geschäftsführers des Lieferers keinen persönlichen, schriftlichen oder auch telefonischen Kontakt mit dem Geschäftsführers des Abnehmers hatte.

Die Klägerin hat in dem Streitfall den bereits entkräfteten Buchnachweis erbracht, allerdings den Belegnachweis in der erforderlichen Art nicht erbracht, denn die Belege müssen gemäß 17a Abs. 4 Satz 1 Nr. 2 UStDV entsprechend § 10 Abs. 1 UstDV vorliegen und dürfen nicht fehlen. Es wurde jedoch auch nicht „eindeutig und leicht nachprüfbar“  nachgewiesen, dass die Klägerin die Vorlage der Belege „nicht möglich oder nicht zumutbar war“. Ebenso wenig kommt an dieser Stelle ein Vertrauensschutz nach  § 6a Abs. 4 UStG zum tragen, denn die Klägerin hätte die Unrichtigkeit der Angaben der N s.r.o. bei der sorgfältigen Betrachtung wie die eines ordentlichen Kaufmanns erkennen können (insoweit führt das FG verschiedene Gründe an). Es wäre der Klägerin im Zuge der genauen Betrachtung dieses Sorgfaltsmaßstabes möglich gewesen, zu erkennen, dass es sich bei dem Unternehmen in der Slowakei, der N s.r.o. um eine wirtschaftlich nicht tätige und aus diesem Grunde auch nicht zur Erwerbsbesteuerung verpflichtete Scheinfirma gehandelt habe.

Es wurde Revision beim BFH eingereicht

Die Revisionsentscheidung des BFH (Rev. eingelegt, Az. beim BFH  V R 26/18) bleibt in diesem Falle abzuwarten. Je nach Art der Warenbewegung (Befördern oder Versenden) ist in der Praxis immer auf den vollständigen Gelangensnachweis zu achten. Auch sollte im Zweifelsfall eine Identitätsüberprüfung vor der Auslieferung zu der Person des Abnehmers / Rechnungsempfängers erfolgen.

Installateur-Scheinfirma kassiert von Kunden 410 € ab

 Johannes W. aus Wien musste für eine Arbeit von fünf Minuten für den herbeigerufenen Installateur 410€ zahlen. Dabei hat der Kunde bis zum gegenwärtigen Zeitpunkt keine Rechnung erhalten. Es handelt sich bei dem Unternehmen laut der Wiener Installateur-Innung um ein Scheinunternehmen.

Johannes W. hat aufgrund eines defekten Wasserzulauf zu seiner Waschmaschine online nach einem geeigneten Installateur gesucht. Der herbeigerufenen Installateur kam auch noch am gleichen Tag  und behob den Defekt. Aufgrund dessen zahlte Johannes W. dann auch sofort die geforderten 410 €. Er wurde jedoch stutzig, als er für die Leistung keinerlei Rechnung erhielt. Der Wiener wandte sich dann an die Ombudusfrau, denn er hatte das Gefühl, dass der herbeigerufenen Installateur seine Notsituation ausgenutzt habe mit der Möglichkeit, dadurch schnelles Geld machen zu können. Innerhalb von fünf Minuten sei die Arbeit erledigt gewesen.

Der Firma sein nach Angaben der Wiener Installateur-Innung mittlerweile die Gewerbeberechtigung entzogen worden, da es sich dabei um eine Scheinfirma handele. Die Innung rät hilfesuchenden Menschen sich in solchen Notsituationen in erster Linie an den „Hausinstallateur“ zu wenden. Diesen könne man über die Hausverwaltung erfragen. Eine weitere Möglichkeit sei die Empfehlung von Freunden. Wir haben einmal die Tipps, wie in der Not der passende Notdienst gefunden werden kann, unter diesem Beitrag aufgelistet.

Folgende Tipps sollen bei der Suche nach dem richtigen Notdienst helfen

Wie unliebsame Überraschungen wie beispielsweise überteuerte Rechnungen oder mangelhafte Ausführung von Arbeiten im Zusammenhang mit einem „Installateur-Notdienst“ vermieden werden können. Über diesen Fall berichtet die WKO.

Zunächst einmal Prüfen, bevor der Notdienst gerufen wird:

Ist es möglich, den Schaden am nächsten Werktag durch den Installateur des Vertrauens beheben zu lassen?

  • Sofort behoben werden müssen Wasserschäden durch austretendes Wasser, da die zu erwartenden Schäden viel zu hoch sind.
  • Kann bei einem Heizungsschaden die Möglichkeit einer alternativen Heizungsmöglichkeit genutzt werden, ehe dann am nächsten Werktag der Hausinstallateur oder auch Werkskundendienst angerufen werden kann?
  • Warten können oftmals auch tropfende Wasserhähne.
  • Je nach der örtlichen Gegebenheit bzw. Ausweichmöglichkeit muss für den Nutzer oftmals bei verstopften Abflüssen eine sofortige Behebung arrangiert werden.

Muss nach Abwägung der oben genannten Punkte doch ein Notdienst in Anspruch genommen werden, dann sollte unbedingt nachgefragt werden:

 

  • Existiert ein sogenannter „Haus“-Installateur wie beispielsweise von der Hausverwaltung vorgeschlagen?
  • Gibt es seitens der Hausratversicherung eine Liste mit vertrauenswürdigen Handwerkern oder hat mein Installateur, den ich immer beauftrage, einen Notdienst?
  • Kann mir ein Installateur von Freunden, Bekannten oder auch Verwandten empfohlen werden?

Vorsicht!

Bei Notdienstnummern, die bei „PickerIn“ im Stiegenhaus / am Briefkasten kleben, sollte man Vorsicht walten lassen, denn dort stehen keine weiteren Informationen, die dem Kunden weiterhelfen können.

Muss die Entscheidung für einen Installateur-Notdienst gefallen werden, dann sollte vorher geprüft werden, ob

  • Eine Gewerbeberechtigung für die durchzuführenden Arbeiten vorliegt
  • Das Installationsunternehmen kompetent ist und die Geräte und Anlagen (Z.B. ob Vertragspartner von Herstellerfirma), die vorliegen, reparieren kann
  • Die Mitarbeiter der Firma auch die notwendige Fachkenntnis hat
  • Ersatzteile, die benötigt werden könnten, auf Vorrat sind und auch mitgebracht werden könnten
  • Referenzen zu der Firma vorliegen, wenn ja, welche
  • sowohl der Firmensitz und auch die Rechnungsadresse in Österreich ist
  • eine Verrechnung von 20% Umsatzsteuer stattfindet und nicht 19%

Bevor die Firma der Auftrag erteilt wird, um die notwendigen Abrieten durchzuführen, sollte vorab verbindlich geklärt werden

  • zu welchem Zeitpunkt die Abrieten durchgeführt werden
  • in welcher Höhe voraussichtlich Kosten anfallen werden, die sich dann aus
  • Arbeitszeit (zuzüglich von möglichen Zuschlägen für Abend, Nacht, Sonn- und Feiertag)
  • Reisekosten (km-Kosten oder einer Pauschale, bei dem dann keinerlei Zuschlag verrechnet werden darf)
  • Wegzeit, wenn diese nicht in der Arbeitszeit enthalten ist (Zuschläge)
  • Materialkosten (kein Zuschlag)
  • Anfällige Nebenkosten zusammensetzen

Was ist genau Steuerhinterziehung?

Von einer sogenannten Steuerhinterziehung wird dann gesprochen, wenn Sie absichtlich unwahre bzw. fehlende Angaben zu ihren persönlichen Steuern machen, damit Sie einen Steuervorteil genießen können, das berichtet Klugo.

Straftatbestand Steuerhinterziehung – wo genau geregelt?

Der Straftatbestand der Steuerhinterziehung ist nicht im Strafgesetzbuch (StGB) geregelt, sondern im § 370 der Abgabenordnung (AO).

§ 370 AO Steuerhinterziehung

Hier ist in Absatz 1 zu lesen, wann der Straftatbestand besteht und in welchem Rahmen dieser genau bestraft wird:

Mit einer Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe wird bestraft, wer

  1. den Finanzbehörden oder anderen Behörden über steuerlich erhebliche Tatsachen unrichtige oder unvollständige Angaben macht,
  2. die Finanzbehörden pflichtwidrig über steuerlich erhebliche Tatsachen in Unkenntnis lässt
  3. oder pflichtwidrig die Verwendung von Steuerzeichen oder Steuerstemplern unterlässt.

So kann jemand eine Steuerhinterziehung begehen, der den Finanzbehörden gegenüber unrichtige oder unvollständige Angaben macht, wie auch derjenige, der steuerlich erhebliche Tatsachen nicht angibt, obwohl er dazu klar verpflichtet ist. Die Tat kann somit durch ein aktives Tun oder auch durch ein pflichtwidriges Unterlassen begangen werden.

Welche Strafe droht bei einer Steuerhinterziehung?

Diese Strafen können bei einer sogenannten Steuerhinterziehung auf Sie zukommen:

  • Geldstrafe
  • Freiheitsstrafe auf Bewährung
  • Geldstrafe und Freiheitsstrafe auf Bewährung
  • Geldstrafe und Freiheitsstrafe
  • Freiheitsstrafe bis zu 10 Jahre

Für das Strafmaß bei der Steuerhinterziehung wird eine Freiheitsstrafe von bis zu 5 Jahren und Geldstrafe vorgesehen. Wenn die Voraussetzungen für einen besonders schweren Fall von Steuerhinterziehung vor, werden Freiheitsstrafen von 6 Monaten bis 10 Jahren verhängt. Eine Geldstrafe ist dann nicht mehr möglich.

Wann ein besonders schwerer Fall vorliegt, ist in § 370 Abs. 3 AO klar geregelt. Dies ist unter anderem der Fall, wenn der Täter als Mitglied in einer Bande agiert, mehrfach verschiedene Belege fälscht und sich der Hilfe eines Amtsträgers bedient und dieser dann noch seine Stellung dazu missbraucht. Auch wenn die Steuerhinterziehung kein besonders großes Ausmaß hat, kann ein besonders schwerer Fall vorliegen. Die Schwelle zu einem besonders schweren Fall liegt dabei im Grundsatz bei 50.000 EUR. Dazu ist nun noch der Absatz 3 Nr. 6. neu hinzugekommen. So liegt ein besonders schwerer Fall auch dann vor, wenn der Täter sich einer Drittstaatengesellschaft bedient, um damit fortgesetzt Steuern zu verkürzen. Eine Drittstaatengesellschaft ist eine Personengesellschaft, Körperschaft, Personenvereinigung oder Vermögensmasse, die ihren Sitz oder ihre Geschäftsleitung in Staaten oder Gebieten hat, die nicht Mitglieder der EU oder der Europäischen Freihandelsassoziation sind.

Weitere Strafen für Steuerhinterziehung

Seit einigen Jahren zeigt sich eine Tendenz hin zu härteren Strafen für eine Steuerhinterziehung. Der gesetzliche Strafrahmen ist zwar gleichgeblieben, allerdings wird häufiger als früher ein besonders schwerer Fall der Steuerhinterziehung angenommen. Als Grund kann man zum einen Gesetzesänderungen wie auch eine veränderte Strafzumessung durch die Gerichte erkennen.

Strafmaßtabelle für die Steuerhinterziehung

Im Steuerstrafrecht gibt es keine Strafmaßtabelle, die man für jeden Hinterziehungsbetrag für eine entsprechende Geldstrafe oder Freiheitsstrafe ablesen könnte. Dies ist auch richtig so, da die Höhe der angemessenen Strafe sehr stark von den jeweiligen Umständen des Einzelfalls abhängt. Ferner hängt es auch davon ab, wie die Begehungsform ist und ob der Vorsatz vom Täter abhängt. Diese genauen Umstände können in der Tabelle nicht berücksichtigt werden.

Es kann jedoch sein, dass solche Strafmaßtabellen im Einzelfall zu einer internen Nutzung einer Organisation existieren. Dem Betroffenen nutzt dies in der Regel jedoch nichts, wenn er diese kennen würde, da sich ein Richter nicht an dieser Strafmaßtabelle orientieren würde. Die Faustregel besagt, dass eine Strafe das doppelte der hinterzogenen Steuer ausmachen kann.

Wann verjährt eine sogenannte Steuerhinterziehung?

Bei einer sogenannten Steuerhinterziehung muss man vor allem zwischen der strafrechtlichen Verjährung und der Verjährung im Steuerrecht unterscheiden. Diese strafrechtliche Verfolgungsverjährung regelt dabei, wie lange die Behörden nach Beendigung der Tat noch Zeit haben, ein solches Ermittlungsverfahren einzuleiten und dann ggf. ähnliche Maßnahmen zu treffen. Diese Frist beträgt im Regelfall fünf Jahre. In besonders schweren Fällen der Steuerhinterziehung sogar 10 Jahre.

Diese steuerrechtliche Festsetzungsverjährung regelt zudem auch, für welche vergangenen Jahre das Finanzamt noch geänderte Steuerbescheide erlassen kann. So kann die Finanzverwaltung mindestens für 10 Jahre rückwirkend nochmals geänderte Steuerbescheide veranlassen. Das bedeutet, dass unabhängig von einer Freiheits- oder Geldstrafe auch einer passenden Geldbuße diese Steuern für diese Jahre noch fällig werden. Dies natürlich inkl. der Nachzahlungszinsen und Hinterziehungszinsen. Diese Zinsen dürfen auch nicht vernachlässigt werden, denn sie betragen 6% pro Jahr. Die strafrechtliche Verfolgungsverjährung beginnt in der Regel ab 5 Jahren. Die steuerrechtliche Verjährung im Bereich der Festsetzung beginnt dabei frühestens ab 10 Jahren.

Was tun bei einer Steuerhinterziehung?

Wenn Ihnen klar wird, dass Sie eine Steuerhinterziehung begangen haben, sollten Sie direkt die Hilfe eines Anwaltes in Anspruch nehmen. Die einzige Chance eine Strafbarkeit wegen der Steuerhinterziehung zu beseitigen, ist eine klare Selbstanzeige.

Sie sollten nicht zu lange warten, damit Sie sich beraten lassen können. Sie sollten hierbei ggf. eine Selbstanzeige durchführen, denn sobald die Straftat entdeckt wird, besteht keine Möglichkeit mehr, dass sie die Strafverfolgung abwenden können.

Gibt es Muster für eine Selbstanzeige?

Wenn Sie eine Selbstanzeige erwägen sollten, dann suchen Sie sicher nach einem Musterschreiben hierzu? Selbst wenn Sie ein solches Muster finden sollten, können wir nur dringend hiervon abraten, dieses zu verwenden.

Der Grund ist einfach der, dass Sie mit einer Selbstanzeige der Finanzverwaltung offenbaren, Steuern hinterzogen zu haben. Wenn diese Selbstanzeige aus einem bestimmten Grund unwirksam werden sollte, werden Sie mit aller Sicherheit bestraft. Dies kann dann eine Geld- bzw. Freiheitsstrafe nach sich ziehen. Eine solche Selbstanzeige ist eine sehr komplexe Angelegenheit und die Möglichkeit hierbei einen Fehler zu begehen, ist sehr groß. Sie sollten sich bei einer Selbstanzeige auf jeden Fall an einen dafür spezialisierten Fachanwalt bzw. Steuerberater wenden. So ist auch ein Rechtsanwalt für Steuerrecht hierfür qualifiziert. Sie sollten ihn jedoch vorab erst einmal nach seiner Erfahrung in diesem Bereich fragen.

Wo muss die Steuerhinterziehung genau gemeldet werden?

Wenn Sie von einer Steuerhinterziehung eines anderen erfahren haben und diese melden möchten – wo müssen Sie dies erledigen? Grundsätzlich können Sie jedes Finanzamt und jeden Finanzbeamten hierzu ansprechen. Ihre Informationen werden im Regelfall direkt weitergeleitet. Für die Erforschung von Steuerstraftaten ist die Steuerfahndung. Diese ist oftmals in einigen Finanzämtern zusammengefasst. Wenn Sie diese Steuerhinterziehung direkt an das zuständige Finanzamt melden möchten, dann hilft ihnen auch die Suche des Finanzamts beim Bundeszentralamt für Steuern weiter.

Hier erhalten Sie noch eine Checkliste für eine Selbstanzeige beim Finanzamt:

  • Unbedingt Beratung einholen
  • Alle Zahlen in ihren Büchern korrigieren, damit Sie eine gelungene Selbstanzeige durchführen können
  • Steuerhinterziehung kann beim Finanzamt gemeldet werden
  • Sie erhalten dann die Aufforderung, die Steuern nachzuzahlen – inkl. Zinsen. Hier ist ebenfalls noch ein Zuschlag möglich

Bei rechtlichen Fragen zum Thema des Steuerrechts und der Steuerhinterziehung können wir Ihnen selbstverständlich im Rahmen einer kostenlosen Erstberatung weiterhelfen. Wir haben kompetente Fachanwälte in diesem Bereich. Diese helfen Ihnen mit juristischem Rat und stehen Ihnen kompetent zur Seite. So werden Sie umfassend bei ihrem Anliegen beraten.