Neulich wurde ich von einem bekannten um Hilfe gebeten, auf seinem Computer erschien eine beunruhigende Nachricht. Er soll Geld zahlen oder er wandert binnen 48 Stunden vor Gericht und dann in ein Gefängnis. Die Nachricht lies sich weder weg klicken noch konnte man den Computer Neustarten. Als ich mir die Nachricht durch las wusste ich sofort, dass dort etwas nicht stimmte. Denn das schreiben klang sehr nach einer Erpressung.

Betrüger Erpressen durch Fake Anzeigen

Mit dieser Masche versuchen Erpresser Geld zu verdienen

Man surft im Internet wie sonst auch und auf einmal öffnet sich ein Fenster mit dieser Nachricht

„Achtung ihr Computer mit der IP Adresse xx.xxx.xxx (die IP hat gestimmt) ist aus einem oder mehreren, unten aufgeführten Gründen, gesperrt.

Sie haben verbotene pornografische Inhalte eingesehen (Kinderpronografie/Zoophilia etc.) und damit gegen Art. 202 des Strafgesetzbuches der Bundesrepublik Deutschland verstoßen.

Art. 202 des Strafgesetzbuches zieht eine Freiheitsstrafe von 4-12 Jahren in Betracht.

[…]

In 72 Stunden wird ein Strafverfahren eingeleitet. Im Zusammenhang mit der Änderung des Strafgesetzbuches vom 04. Februar 2013 kann das vorliegende Verfahren als Verwarnung angesehen werden. Nach Ablauf der Frist von 48 Stunden verfällt die Möglichkeit einer Strafzahlung und innerhalb der nächsten 72 Stunden wird automatisch gegen Sie ein Strafverfahren eingeleitet.“

Darunter befand sich dann noch ein Eingabe Feld für eine Paysavecard und ein Hinweis wo man diese Erwerben kann. Gefordert wurden 200€ mit diesem Zahlungssystem. Wie bereits erwähnt konnte das Opfer den Computer nicht mehr benutze, sondern nur den Code eingeben.

Man darf sich nicht Verunsichern lassen

Das Problem bei dieser vermeintlichen Anzeige war die Seriosität. Als Link wurde www.bundespolizei.de angezeigt und auch der Text war in perfektem deutsch verfasst. Dazu passte auch noch die Aussage „der Computer ist gesperrt“, da das Opfer nichts mehr tun konnte. Und dennoch muss man kühlen Kopf bewahren. Der Geschädigte versicherte mir, dass er solche Inhalte nie schauen würde. Aber es ist auch selbstverständlich, dass die Polizei bei derartig schweren Verbrechen keine Verwarnungen mit Bußgeld verteilen würden. Deshalb war es mir von vorne rein klar: reine betrügerische Erpressung!

Das merkt man vor allem daran, dass die Anzeige im Browser geöffnet wurde. Egal wie lange es dauert, die Polizei versendet derartige Beschlüsse nur per Post oder kommen persönlich vorbei. Außerdem sollte man auch bei der Bezahlungsmethode skeptisch werden. Eine Paysavecard ist ein Gutscheincode, den man in Online spielen und Shops verwenden kann. Außerdem sind die Codes schwer nach zu verfolgen. Was möchte die Polizei mit derartigen Codes?

So kann man gegen die Nachricht vorgehen

Nun ist man sich schon sicher, dass diese Anzeige nur ein Betrugsversuch ist. Aber der Computer geht ja immer noch nicht. Also was tun? Als erstes sollte man versuchen den Computer herunter zu fahren. Bewegt sich der Mauszeiger nicht, kann man versuchen sich mit der Tabulator Taste durch zu klicken. Falls das nicht funktionieren sollte, kann man die Tastenkombination „Alt+F4“ versuchen. Bei dieser Kombination wird das offene Fenster geschlossen. Wenn auch diese Methode scheitern sollte, kann man über „STRG+ALT+ENTF“ den Taskmanager öffnen und die Seite schließen, oder den Computer abmelden. Und wenn diese ganzen Schritte nichts bringen sollten hilft nur die gute alte Methode: Stecker ziehen! Dann sollte beim wieder hoch fahren alle Meldungen weg sein. Anschließend sollte man dennoch darauf achten, wo man surft. Auf vielen kleinen und illegalen Seiten sind diese Werbungen der Alltag. Solche Webseiten einfach vermeiden und man entgeht dem ganzen Stress. Letztendlich kann man nur noch einen Tipp geben: Geht nie auf eine Erpressung ein!