930 „Blüten“ im Wert von etwa 45.000 Euro wurden sichergestellt

Auch im vergangenen Jahr hat das Landeskriminalamt wieder sehr viel Falschgeld aus dem Verkehr ziehen können, wobei der 50-Euro-Schein bei Fälschern zu den beliebtesten Noten gehört und dabei den 20-Euro-Schein ablösen konnte, der lange Zeit als beliebteste „Fälschungsnote“ galt. Allerdings kann auch festgehalten werden, dass bundesweit die Einführung der neuen Noten tatsächlich Wirkung zeigt und somit auch die Zahl der Fälschungen von Banknoten stark rückläufig ist. Darüber berichtet der MDR.

Dabei waren alleine in Sachsen-Anhalt im vergangenen Jahr 930 Noten Falschgeld sichergestellt worden. So lautet zumindest die Mitteilung des Landeskriminalamtes. Durch die gefälschten Banknoten sei zudem ein finanzieller Schaden von ca. 45.000 Euro entstanden. In dem Fall ähnelt der entstandene Schaden dem des Vorjahres.

Quelle:   https://www.mdr.de/sachsen-anhalt/falschgeld-im-umlauf-blueten-in-sachsen-anhalt-100.html

Falschgeld, Knapp 1.000 Blüten sichergestellt

Andreas Koß, Sprecher des Landeskriminalamtes gibt weiterhin an dass aktuell vor allem 50-Euro-Scheine gefälscht werden würden. Aktuell sei diese Banknote unter den Blüten am häufigsten anzutreffen. Dies gelte aber nicht nur für Sachsen-Anhalt, sondern sei ein Umstand mit bundesweiter Geltung. In Hinblick auf Münzen werden dabei vor allem Zwei-Euro-Münzen nachgemacht, wobei hier die Mehrheit der gefälschten Münzen aber aus dem Ausland käme. Zudem würde ein großer Teil der Blüten über das Darknet gehandelt.

Woran ist Falschgeld zu erkennen?

Die Beratungsstelle der Polizei von Bund und Ländern weist darauf hin, dass es mehrere Mittel und Wege gibt, um Falschgeld zu erkennen, wobei aber auch anzumerken ist, dass kein Trick immer und in jedem Fall funktioniert, da auch die Fälscher mitdenken und ihre Methoden verbessern. Trotzdem kann man sich als Verbraucher mit einigen grundlegenden Mitteln und vor allem mit Achtsamkeit zumindest etwas vor Falschgeld schützen.

So ist ein Weg des Erkennens von Falschgeld das bewusste Befühlen des Scheines. Wer zum Beispiel mit Daumen und Zeigefinger einer Hand über die Wertzahl streicht, sollte dabei ein Relief spüren können. Darüber hinaus kann man auch beim Kippen des Scheins erkennen, ob die Banknote wirklich echt oder eine Blüte ist. So sollten sich beim Kippen Regenbogenfarben im Helogramm auf der Vorderseite des Scheines zeigen, während in der Wertzahl im linken unteren Bereich ein Lichtbalken abwärts und aufwärts wandert. Zudem sollte der Glanzstreifen auf der Rückseite des Scheins sichtbar werden.

Wichtig ist aber auch: Wer das Pech hat, einen solchen gefälschten Schein oder eine gefälschte Münze zu entdecken, sollte diese der Polizei übergeben und nicht weiter in Umlauf bringen. Von Nachteil ist allerdings, dass diese Ehrlichkeit nicht belohnt wird, denn der Schein oder die Münze wird leider nicht ersetzt.

Trotz allem wurden im letzten Jahr allerdings weitaus weniger Blüten beschlagnahmt als dies noch im Jahre 2017 der Fall war, so dass davon auszugehen ist, dass der Anteil an Falschgeld bundesweit sinkt. Allerdings wurden nach Angaben der Bundesbank immer noch 58.000 gefälschte Banknoten mit einem Gesamtwert von 3,4 Millionen Euro sichergestellt. Das hört sich zwar viel an, ist aber immerhin 20 Prozent weniger als im Vorjahr. Für den Rückgang der Blüten macht die Bundesbank aber nicht die diversen Vorsichtsmaßnahmen von Bund, Länder, Polizei und Zoll verantwortlich, sondern schlicht und ergreifend die Tatsache, dass die Serie neuer Scheine einen besseren Schutz vor Fälschungen bietet als dies noch bei den alten Scheinen der Fall gewesen ist.

Wird eine strafrechtliche Verfolgung eingeleitet, wenn Blüten ausversehen weitergegeben werden?

Auch wenn im Jahre 2018 weniger Falschgeld im Umlauf war als noch im Jahre 2017 ist doch niemand wirklich vor Blüten sicher. Wie sieht das nun in Hinblick auf eine strafrechtliche Verfolgung aus, wenn gefälschte Scheine ausversehen weitergegeben werden (sollten)?

Wenn es auch für den einen oder anderen beruhigend sein mag, dass im Vorjahr 11 Prozent weniger Falschnoten entdeckt wurden, so sollte man sich auch der Tatsache bewusst sein, dass die Serie neuer Scheine das Erkennen von Falschgeld vereinfacht und das Fälschen an sich erschwert. Zudem ist die Wahrscheinlichkeit, eine solche Blüte selbst in der Brieftasche zu haben oder gar aus dem Automaten einer Bank zu ziehen, zumindest rechnerisch gesehen sehr gering – wenn auch nicht vollkommen ausgeschlossen. Wer das Pech trotzdem einmal auf seiner Seite hat, sollte am besten ein paar Regeln beachten, auch wenn der Verlust natürlich ärgerlich ist, da die Blüten nicht durch echte Scheine ersetzt werden. Wesentlich ärgerlicher wäre aber eine Strafe, denn die Weitergabe – zumindest die bewusste Weitergabe – von Falschgeld ist immer strafbar, wobei die Entscheidung hier immer bei der zuständigen Staatanwaltschaft und dem zuständigen Richter liegt.

Wo sollten Verbraucher besonders aufpassen?

Derzeit handelt es sich bei den meisten in Deutschland entdeckten Blüten um 50-Euro-Scheine, so dass sich hier besondere Aufmerksamkeit lohnt. David Slomka von der Deutschen Bundesbank in Leipzig sagt dazu: „Derzeit bringen Fälscher verstärkt Mengen von gefälschten alten Scheinen in Umlauf“. Verbraucher sollten sich aber auch der Tatsache bewusst sein, dass derzeit eine Serie neuer 50-Euro-Scheine in Umlauf gebracht wurde, um eben auch gerade diese Art der Fälschung zu vermeiden. Natürlich ist deshalb aber auch nicht jeder Schein gefälscht, der nicht zur neuen Serie gehört, denn es sind nach wie vor noch „alte“ 50-Euro-Scheine in Umlauf. Dies birgt aber die Gefahr in sich, dass auch die Fälscher ihr Geld loswerden wollen, so lange die alten Noten noch akzeptiert werden.

Darüber hinaus gibt es aber noch einen weiteren Grund für die Häufung von Blüten im Bereich der 50-Euro-Scheine: Die Gewinne für die Fälscher sind hier relativ hoch! Zudem handelt es sich um eine Banknote, bei der auch die Verbraucher noch nicht sensibilisiert sind, denn es ist gebräuchlich einen 50-Euro-Schein auszugeben. Ab 100 Euro werden Verbraucher schon vorsichtiger, bei 50 Euro liegt die Hemmschwelle noch tiefer. Allerdings handelt es sich auch bei den Kopien um professionelle Scheine, die nicht auf den ersten Blick als solche erkannt werden können, wobei diese oftmals aus Südeuropa stammen und dann europaweit oder sogar weltweit in Umlauf gebracht werden.

Woran erkennt man Falschgeld und was sind die Merkmale?

Jeden Schein mit einem Prüfstift anmalen? Bringt leider nichts und so rät auch die Bundesbank direkt von der Methode der so genannten Geldprüfstifte ab und zwar mit folgendem Argument: „Der Schein wird beschmutzt, auch wenn man es nicht sieht. Außerdem könnte ein Fälscher sagen, dass er seine Scheine mit einer Schicht versieht und dann reagiert der Stift auch nicht“. Dies ist zumindest die Aussage der Fachexperten.

Finanzexperten empfehlen dagegen den so genannten klassischen „Dreier-Test“. Dieser kostet ebenfalls nicht viel Zeit und umfasst die Merkmale bzw. Tätigkeiten: fühlen, kippen, sehen. „Sie können das Banknotenpapier und die erhabenen Elemente an der linken und rechten Seite der Banknote fühlen, das Wasserzeichen und den Sicherheitsstreifen im Gegenlicht können Sie sehen und wenn Sie den Schein kippen, fallen die Smaragdzahl links unten und der Hologrammstreifen auf der rechten Seite auf“, sagt Bundesbank-Experte Slomka.

Was passiert, wenn Falschgeld versehentlich weitergegeben wird?

Marc Wandt, Fachanwalt für Strafrecht in Essen sagt hierzu: „Da gilt im Gegensatz zur Regel: Unwissenheit schützt vor Strafe“. Wer also wirklich keine Kenntnis davon hat, dass der betreffende Schein gefälscht war, hat nichts zu befürchten. Trotzdem handelt es sich hier um eine Grauzone, denn eine Kenntnis oder Unkenntnis von einem Sachverhalt lässt sich meist sehr schwer beweisen und so ermittelt auch die Polizei in solchen Fällen erstmal – vorsorglich – trotzdem weiter. Diese Ermittlung kann aber sowohl belastende als auch entlastende Erkenntnisse zu Tage fördern, so dass sich Betroffene hier erstmal nicht sperren, allerdings vorsorglich einen Anwalt für Strafrecht hinzuziehen sollten. Wichtig ist es aber auch hier, von eventuellen Prüfstiften und sonstigen Verzierungen seiner Geldscheine immer abzusehen, denn wer eine Karrikatur der Schwiegermutter oder Snoopy auf seine Scheine malt, wird schwer belegen können, den Schein noch nicht in der Hand gehabt und daher auch nicht gefühlt zu haben, dass es sich um eine Blüte handelt. Trotzdem sind viele Fälschungen so gut gemacht, dass der durchschnittliche Endverbraucher hier auch mit Fühlen keine absolute Sicherheit haben kann, ob es sich um eine Blüte handelt oder nicht, so dass es grundsätzlich immer sinnvoll ist, keine Scheine womit auch immer zu bemalen. Zudem kommt dem Verbraucher hier auch das aktuell geltende Recht zu Gute, denn zumindest nach deutschem Recht besteht keine Verpflichtung des Verbrauchers die Echtheit der in Besitz befindlichen Scheine zu überprüfen.

Besteht eine Verpflichtung zur Abgabe von Falschgeld?

Nein, dazu besteht keine Verpflichtung, allerdings ist dies eine Empfehlung der Bundesbank, denn nur so wäre es möglich, den Fälschern letzten Endes auf die Spur zu kommen. Heiß ist diese Überlegung trotzdem und der durchschnittliche Bürger dürfte hier auch Sorge vor polizeilichen Ermittlungen und deren eventuellen gerichtlichen Folgen haben. Wer also unsicher ist kann und darf den betreffenden Schein auch selbst vernichten oder aber aufbewahren, allerdings ist auch letzterer Aspekt nicht ohne, denn wer durch dummen Zufall in den Genuss einer Hausdurchsuchung kommt, ist mit gefälschtem Bargeld in der Vitrine definitiv schlecht beraten. Hier kann wieder anwaltlicher Beistand und der Gang zur Polizei die doch bessere Alternative sein, wobei auch die Arbeit der Bundesbank erleichtert wird. „Am Ende landet alles bei der Bundesbank, wenn die Ermittler bei der Polizei fertig sind. Dann untersucht unser nationales Analysezentrum in Mainz das gefälschte Geld und kann das einer Falschgeld-Ordnung und vielleicht auch einer vermuteten Fälscherwerkstatt zuordnen“, sagt David Slomka. Und auch das Argument des Spurenträgers lassen Experten nicht wirklich gelten. Strafrechtsexperte Wandt sagt dazu beispielsweise Folgendes: „Das halte ich für Quatsch: Einmal weiß keiner, wie viele Leute vorher das Geld angefasst haben und dann ist Papier keine gute Trägersubstanz für Fingerabdrücke“. Allerdings zieht auch die Abgabe keinen Schadensersatz nach sich. Wer also Blüten bekommt hat schlicht und ergreifend Pech, ganz egal, ob er es abgibt oder nicht.

Muss man die Quelle des Falschgeldes anzeigen?

Auch diese Überlegung ist völlig hypothetisch, denn in der Regel dürfte man als Verbraucher gar nicht wissen, wo das Falschgeld wirklich her stammt. Eine Anzeigenverpflichtung von Straftaten gibt es nur bei Tötungsdelikten oder Hochverrat, so Rechtsexperte Wandt. Von der Regel gibt es aber auch eine Ausnahme, die gemäß Wandt folgendermaßen lautet: „Wenn ich weiß, dass derjenige sich das Falschgeld extra beschafft hat, um es in Verkehr zu bringen – dann muss ich es anzeigen“. Im Normalfall dürfte das aber wenig praxisrelevant sein.

Sind Kunden bei Barbehebungen im Supermarkt vor Blüten sicher?

Derzeit bieten viele Supermärkte und sonstige Geschäfte des Einzelhandels ihren Kunden die Möglichkeit einer so genannten Barbehebung – sprich: eines Abhebens von Bargeld – direkt an der Kasse an. Rein theoretisch und natürlich auch praktisch könnten somit unter den abgehobenen Scheinen auch Blüten sein, da Händler weniger strengen Prüfungsregeln als Banken unterliegen. „In ganz Europa haben Banken die Pflicht, das von ihnen ausgegebene Geld vorher auf Echtheit zu prüfen“, sagt David Slomka. Für Einzelhändler gilt dies nicht. Trotzdem wollen diese natürlich in ihrem eigenen Interesse keine Blüten in der Kasse und sind daher meist sehr umsichtig und vorsichtig bzw. prüfen freiwillig. Auch die Kassierer bzw. Verkäufer werden regelmäßig geschult und erkennen Blüten daher meist schneller als ihre Kunden. Darüber hinaus können und dürfen die meisten Geschäfte auf Hilfsmittel, wie eben Schwarzlicht, zurückgreifen und Falschgeld so schnell ausfindig machen. Kunden in Supermärkten und Geschäften dürfen sich also doch nach wie vor sehr sicher fühlen. Das ist auch gut so.