Aufgeflogen, ausgehoben!

Im Kampf gegen die Kriminalität im Internet wurde ein weiterer Kampf gewonnen, als eine Gruppe aus Ermittlern verschiedener europäischer Länger eine rumänische Bande von Betrügern auffliegen ließ, das berichtet die CRN. Konkret ging es um einige fingierte, also nicht wirklich existente, Autoverkäufer in Deutschland. Diese hatten bis dahin bereits etwa eine halbe Millionen Euro von ihren Opfern ergaunert, bis am Dienstagmorgen um etwa 6 Uhr in der Früh 12 Tatverdächtige bei Hausdurchsuchungen in Bukarest festgenommen wurden.

Nun befasst sich die Staatsanwaltschaft Detmold mit dem Fall, nicht zuletzt, weil einer der Geschädigten aus dem Raum Ostwestfalen-Lippe stammt. Kommunikationsgeräte wie Handys und Computer bzw. Laptops wurden umgehend beschlagnahmt und im Anschluss auf das Genaueste überprüft, was für einen der zwölf Verdächtigen bereits einen Haftbefehl zur Folge hatte.

Waren verkaufen ohne zu liefern – so macht man bei den Betrügern satte Gewinne

Um genau zu sein geht es um stattliche 600.000 Euro Schaden, die durch die fingierten Autohändler entstanden. Die Masche: Autos im deutschsprachigen Raum verkaufen, die dann aber niemals geliefert werden. Viele leichtgläubige Käufer – insgesamt 127 an der Zahl – überwiesen brav die geforderte Kaufsumme, ohne die Vorgänge genau genug zu hinterfragen.

Die Sonderkommission die den Fall bearbeitet schätzt die Verbrecherbande auf eine Mitgliederzahl von rund 30 Personen, vermutlich alle mit rumänischer Abstammung. Aktuell gehen die Ermittler davon aus, dass der bereits entdeckte Schaden bisher sicherlich nur „die Spitze des Eisbergs“ sei, die wirklich ergaunerte Summe sehr wahrscheinlich aber noch um einiges höher ausgefallen sein dürfte. Das Kommando über die Ermittlungen hatten die Staatsanwaltschaft Detmold und DIICOT, die bereits 15 Hausdurchsuchungen initiiert hatten und am 27.07.2018 zwei rumänische Verdächtige inhaftieren konnten.

Erfolgreiche Zusammenarbeit

In Rumänien soll nun die Anklage erhoben werden, nachdem die europäische Justizbehörde Eurojust die verantwortlichen Ermittlungsbehörden sowohl logistische als auch finanzielle Hilfe geboten hatte. Federführend waren Europol, bulgarische und polnische Ermittlungsbehörden, sowie das Cybercrime-Kommissariat des Polizeipräsidiums in Bielefeld. Hier kann man wirklich von einer gelungenen und erfolgreichen Zusammenarbeit sprechen, die für die Zukunft wirklich hoffen lässt.