Eine Bande ist aktiv gewesen

Eine Gruppe von Kriminellen hat anscheinend eine sehr hohe Millionen Summe durch verschiedene Betrugsanlageformen im Internet erbeutet, das berichtet Cash-Online. So sind unter den Geschädigten nach Angaben des NDR und SR auch viele Deutsche Nutzer. Dabei geht es konkret um sogenannte Trading Plattformen. Dies sind Webseiten, die den Nutzern bzw. Nutzerinnen schnelle Gewinne mit Wetten auf Aktienkurse, Währungsschwankungen und andere Finanzgeschäfte versprechen bzw. ermöglichen. Dabei bieten diese Seiten auch teilweise den Handel mit sogenannten Kryptowährungen wie beispielsweise Bitcoin an.

Quelle:   https://www.cash-online.de/investmentfonds/2019/grosser-betrug-mit-tradingplattformen-aufgedeckt/472740

Großer Betrug mit Tradingplattformen aufgedeckt

So soll der Deutsche Karsten L. der Kopf dieser international agierenden Bande sein. Dieser soll mehrere solcher Seiten betrieben haben. Hiervon gehen die Ermittler und Ermittlerinnen der Staatsanwaltschaft in Saarbrücken au. Diese führt derzeit zusammen mit der zentralen Wirtschaftsstaatsanwaltschaft aus Österreich das vermeintlich größte Verfahren gegen diese Anbieter, dass es bisher in Europa vermutlich jemals gegeben hat.

Aufdeckung durch Chat-Protokolle

Dabei werfen die Ermittler dem Mann und den vier weiteren Beschuldigten gewerbsmäßigen Bandenbetrug vor. Unter den weiteren Beschuldigten soll sich noch ein weiterer Deutscher befinden. Der Anwalt von Karten L. reagierte bisher auf eine Anfrage nicht weiter. Derzeit sitzt L. in Wien in Untersuchungshaft und einige der Beschuldigten sind auf der Flucht.

So warben die Betrüger angeblich potenzielle Opfer über das Internet in sozialen Netzwerken an. Die Geschädigten wurden nach der Anmeldung und den ersten Einzahlungen offenbar von den selbsternannten Beratern über Chat-Nachrichten und Anruf auf viele lukrative Gelegenheiten hingewiesen. Daneben wurden sie noch dazu gedrängt, mehr Geld einzuzahlen. Dies belegen verschiedene Chat-Protokolle, die den Reportern und Reporterinnen von NDR und SR zugespielt wurden.

Professionelle Strukturen reichen bis in den Kosovo

Die Betrüger sollen den Recherchen zufolge sogar eigene Callcenter geführt haben. Aus diesen heraus sollen sie ihre Opfer telefonisch unter Druck gesetzt haben. Eines dieser vermeintlichen Callcenter wurde vor einigen Wochen im Kosovo durchsucht. Daneben gab es noch weitere Durchsuchungen im Zusammenhang mit den verschiedenen Ermittlungsverfahren in Deutschland, Österreich, Bulgarien und Tschechien. Die Staatsanwaltschaft Saarbrücken bestätigte dies gegenüber SR und NDR. So berichten die Geschädigten davon, dass die Auszahlungen der vermeintlichen Gewinne von den Betreibern der Plattform durch fingierte Softwarefehler verhindert worden ist. In anderen Fällen waren die vermeintlich persönlichen Berater dann plötzlich verreist und so war dann auch keine Auszahlung mehr möglich. Am Ende stand meist ein totaler Verlust für alle Betroffenen auf dem Programm.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt in den folgenden Punkten

So geht die Staatsanwaltschaft dem Verdacht nach, dass es auf den Plattformen garkeinen Handel mit den Geldern gegeben hat. So soll hinter den virtuellen Geschäften keine echte Finanztransaktion gesteckt haben. Die mutmaßlichen Betrüger sollen es demnach von Anfang an nur auf das eingezahlte Geld abgesehen haben.

So gehen die Ermittler zudem davon aus, dass der Hauptbeschuldigte Karsten L. insgesamt fünf Plattformen betrieben haben soll. So finden sich in den Kundendateien der Anbieter Namen von mehr als 200.000 Deutschen. Ob jeder dieser Personen tatsächlich Geld verloren hat, ist derzeit noch nicht klar. Erst recht nicht, in welche Höhe.

Alleine in Saarbrücken gibt es derzeit 233 Strafanzeigen im Zusammenhang mit den Trading Plattformen. So hat jeder Geschädigte hierbei im Schnitt mehr als 40.000 Euro verloren. Wenn man den Schaden hochrechnet, könnte die Bande so mehrere Hundert Millionen Euro mit den fünf Plattformen ergaunert haben.

Vollständiges Ausmaß nicht bekannt

Die Gruppe könnte hinsichtlich ihrer Aktivitäten noch deutlich umfangreicher agiert haben. So könnte sie noch mehr betrieben haben, als ihr die Staatsanwaltschaft derzeit aufzeigt. Nach den Informationen von NDR und SR haben die Ermittler bei den Durchsuchungen im Ausland auch verschiedene Unterlagen feststellen können, die darauf hindeuten, dass die Infrastruktur, die bei den fünf Plattformen zum Einsatz gekommen ist, bei insgesamt 387 Webseiten verwendet wurde. Bisher ist nicht bekannt, ob L. und die weiteren Beschuldigten mit diesen Seiten zusammenhängen und wenn ja in welcher Form. Dies ist derzeitiger Gegenstand der Ermittlungen, weshalb man hier abwarten muss.

Der NDR und SR berichten derzeit laufend über die Ermittlungen gegen den mutmaßlichen Betrüger Ring. Dazu finden sich die Berichte auch im Ersten, der Tagesschau um 12, dem Mittagsmagazin sowie im Onlinebereich der Tagesschau.de. Auch alle Hörfunkquellen des SR sowie das SR Fernsehen und sr.de berichten hierzu fortlaufend weiter.