Oh du Selige … die Vorweihnachtszeit macht auch vor Betrügern keinen Halt, hier startet gerne die Hochsaison für ihre kriminellen Machenschaften. Dabei stechen vor allem unerlaubte Billigimporte den Fahndern dabei ins Auge so die Morgenpost.

Quelle: https://www.morgenpost.de/berlin/polizeibericht/article215871099/Zoll-hebt-Lager-mit-gefaelschter-Markenware-aus.html

Zoll hebt Lager aus

Nicht nur für Familien ist die Weihnachtszeit ein besonderes Fest, sondern auch für Markenfälscher. Laut EUIPO, dem EU-Amt für geistiges Eigentum, entsteht jährlich ein Schaden in Höhe von 60 Milliarden Euro durch Produktfälschungen für die europäischen Hersteller. Experten schätzen den jährlichen Einnahmeausfall von Deutschland dadurch auf knappe 8 Milliarden Euro.

Insbesondere zur Zeit der Vorweihnacht hat auch der Handel mit sogenannten Graumarktwaren, bei welchen es sich um Artikel handelt, die eigentlich für einen anderen Markt bestimmt sind und im großen Mengen nach Deutschland eingeschleust und verbotenerweise weiterverkauft werden, machen den Firmen vor Ort zu schaffen.

Zollfahnder waren erfolgreich

haben vor wenigen Tagen im Landkreis Barnim, im beschaulichen Bernau, einen solchen Laden, welcher sich auf den Handel von Grauware spezialisiert hat ausgehoben. Sie konnten eine Menge von mehr als 5.000 Kleidungsstücke, bei welchen es sich zum großen Teil um Waren eines bekannten Sportartikelherstellers handelte, bei ihrer Ermittlung sicherstellen. Die im nun anlaufenden Strafverfahren beschuldigten Shop-Inhaber, haben die Ware in den Vereinigten Staaten käuflich erworben und sich in aufwendigen und vielen Lieferungen auf dem postalischen Weg nach Deutschland zusenden lassen. Sie verfolgten die Zielsetzung, die Produkte, deutlich unter dem marktüblichen Preisen, über einen eigenen Internet-Versandhandel, weiterzuverkaufen.

Rund acht Stunden dauerte die Durchsuchung

Noch wird ermittelt, wie hoch der dadurch entstandene Schaden ist. Ein Ermittler teilte der Berliner Morgenpost mit, dass die zurzeit noch damit beschäftigt seien die Ware zu katalogisieren. Aufgrund der achtstündigen Durchsuchung und der Tatsache, dass während jener auch stetig weiter Pakete aus den Staaten ankamen, kann dieser Vorgang auch noch einige Zeit in Anspruch nehmen. Die Fahnder untersuchten unter anderem die Wohnungen der Beschuldigten und zwei Lager. Aufgrund der erheblichen Menge von Waren mussten die Fahnder vom Zoll, betreffend des Abtransports, das THW, das Technische Hilfswerk, hinzuziehen.

Die Ermittler teilten zudem mit, dass sie auf diesen Internethandel aufmerksam geworden sind, weil unzählige Lieferungen aus den Vereinigten Staaten die Beschuldigten erreichten. Durch Recherchen waren die Fahnder dann schließlich auf den Internethandel gestoßen, bei welchem die Ware deutlich unter dem handelsüblichen Wert angeboten wurde.

Misstrauen der Kunden ist gefragt, wenn der Preus unter dem Marktpreis liegt

Während der Durchsuchung in Brandenburg, führten weitere Fahnder eine Razzia bei einem Beschuldigten in Sachen-Anhalt, in Halle, durch, auf welchen die, in Verbindung des Verfahrens, aufmerksam geworden waren. Bei diesen Ermittlungen geht es um den Import von gefälschten Markenartikeln aus der Türkei.

Es ist nicht grundsätzlich verboten, Markenartikel von anderen Märkten in seinem Besitz zu haben. Vereinfacht formuliert bedeutet das, dass jeder – bis zu einer festgelegten Warengrenze – beispielsweise eine Jeans aus den USA bestellen kann. Strafbar wird die Sache erst, wenn man die erstandenen Sachen, welche ursprünglich für einen anderen Markt bestimmt sind importiert, um diese anschließend hier gewerbsmäßig weiterzuverkaufen. Das etwa gleiche Prinzip wird bei Fälschungen angewandt. Wenn man sich demnach für den privaten Gebrauch zum Beispiel ein gefälschtes Paar Schuhe kauft, muss mit keiner rechtlichen Handhabe rechnen. Sollte man aber die gefälschte Ware mit dem Zweck importieren, diese hier weiterzuverkaufen, rückt man vom Weg des legalen Handels ab. Daher raten die Ermittler an, Markenware nur an den, dafür lizenzierten, Standorten einzukaufen. Sollte Ware irgendwo unter dem üblichen Marktwert käuflich angeboten werden, kann man im Regelfall davon ausgehen, dass es hierbei in den meisten Fällen nicht ganz so mit rechten Dingen zugeht. Doch Ausnahmen bestimmen die Regeln, vor allem wenn es um Rabatt-Wochen oder Resterampen handelt. Grundsätzlich seien aber, laut den Sicherheitskräften, große Preisunterschiede immer verdächtig.

Vorhandenes Sicherheitsrisiko

Neben dem bekannten wirtschaftlichen Schaden, der durch solche Ware und illegalem Handel entsteht, kann es vor allem bei technischen Geräten der Fall sein, dass sie den hiesigen Sicherheitsbestimmungen nicht gerecht werden und demnach ein Risiko für die Verbrauche11r entsteht. Dies betrifft beispielsweise Handy-Akkus aus China oder einzelne Ersatzteile für das Auto. Einer der kuriosesten Fälle ist, dass zu den häufigsten gefälschten Produkten, tatsächlich die Europaletten gehören. Aufgrund der gefälschten und minderwertigen Paletten ist in Hamburg mal ein ganzes Lager zusammengefallen.

Panscherei und Betrug gibt es in den meisten Wirtschaftsbereichen. In der Lebensmittelbranche kann dies vor allem häufiger Kaffee, Honig oder auch Olivenöl betreffen, nebst Gewürzen.

Zum jetzigen Zeitpunkt ist es noch unklar, mit welchen Konsequenzen die Shop-Betreiber aus Bernau zu rechnen haben. Bei der Größenordnung wird aber laut Zollfahnder eine mögliche Haftstrafe aber von vornherein nicht ausgeschlossen.