Unter anderem wegen Betrugs in der Dieselaffäre angeklagt worden

Ruper Stadler, der ehemalige Vorstandschef von Audi, ist von der Staatsanwaltschaft München unter anderem wegen des Betrugs in der Dieselaffäre angeklagt worden. Die Ermittlungsbehörde teilte dies nun mit und verwies dabei auf die laufenden Ermittlungen.

Dabei soll Stadler die Dieselautos mit der manipulierten Abgasreinigung wissentlich in den Verkehr gebracht haben. Dabei legt die Staatsanwaltschaft München II sowohl Stadler als auch drei weiteren Angeklagten den Betrug, mittelbare Falschbeurkundung und strafbare Werbung zur Last. Bei den drei anderen Beschuldigten geht es darum, dass diese Motoren für Audi, VW und Porsche entwickelt haben und diese Steuerung mit einer nicht zulässigen Softwarefunktion ausgestattet gewesen ist. Über diesen Fall hat die Zeit berichtet

Quelle.   https://www.zeit.de/news/2019-07/31/anklage-gegen-ex-audi-chef-stadler-indiesel-affaere

Anklage gegen Ex-Audi-Chef Stadler im Dieselskandal

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Die Behörde wirft dem 56 Jahre alten Stadler vor, dass dieser bereits ab September 2015 von den Manipulationen gewusst haben soll. Allerdings soll er dann auch weiterhin den Absatz der betroffenen Fahrzeuge der Marken VW und Audi mit veranlasst haben bzw. diesen nicht weiter verhindert haben. Es hängt allerdings noch vom Landgericht München II ab, ob es zu einem Prozess kommen wird. Dies wird entscheiden, ob es eine Anklage zulassen wird.

Gegen 3 ehemalige als auch einen aktiven Mitarbeiter wird ermittelt

Audi betonte hierbei als Unternehmen, dass die Anklage gegen die drei ehemaligen sowie einen aktiven Mitarbeiter von Audi als getrennt zu dem Verfahren gegenüber der Audi AG zu bewerten sind. Hierbei handelte es sich um einen Bußgeldbescheid in Höhe von 800 Millionen Euro, der im Oktober 2018 abgeschlossen wurde. Es gelte hierbei zunächst für alle Beteiligten die Unschuldsvermutung. Allerdings liege es auch im Interesse des Unternehmens sowie der Mitarbeiter, dass die gesamten Sachverhalte zur Dieselkrise entsprechend aufgearbeitet werden müssten. Diese sollen juristisch restlos aufgeklärt werden, weshalb Audi auch mit den Ermittlern kooperieren würde.

In der Anklage geht es den Angaben zufolge um insgesamt 250.712 Fahrzeuge der Marke Audi. Daneben geht es noch um 71.577 Fahrzeuge von VW und 112.131 Fahrzeuge von Porsche. Dabei sind die Fahrzeuge besonders auf dem amerikanischen sowie auf dem europäischen Markt verkauft worden. So lautete jedenfalls die Mitteilung der Staatsanwaltschaft.

So hatte Stadler angeblich eine persönliche Mitwisserschaft oder auch Involvierung an den Manipulationen im Dieselbereich stets verneint. Dabei haben die Ermittler bei den Razzien in der Audi Zentrale im Werk Neckarsulm und Ingolstadt umfassendes Material sichergestellt und dazu noch sein Privathaus in Ingolstadt durchsucht und sein Telefon ebenfalls abgehört.

Er wurde dann auch wegen Verdunklungsgefahr Mitte Juni 2018 als Vorstandschef in Haft genommen und saß dann bis Ende Oktober vier Monate lang in Augsburg in Untersuchungshaft. Nachdem er seine Ämter als Audi-Chef und VW-Konzernvorstand aufgegeben hatte, wurde Bram Schot zu seinem Nachfolger ernannt. Ende Oktober 2018 wurde er schließlich aus der Haft entlassen.

Es gab auch einen Antrag auf ein Kontakverbot

Die Verfassungsbeschwerde des 56 Jahre alten Mannes gegen das umfassende Kontaktverbot hatte das Bundesverfassungsgericht im April entsprechend abgewiesen. Nun muss das Landgericht München über die Zulassung der Klage entscheiden und auch ggf. einen Prozesstermin festsetzen.

ie Staatsanwaltschaft Braunschweig hatte dabei im April Anklage gegen den ehemaligen VW Chef Winterkorn erhoben. Dieser soll nicht erst im September 2015, sondern schon Mitte 2015 von der illegalen Motorsteuerung Kenntnis gehabt haben. Diese lässt die Abgasreinigung laufen, schaltet sich aber auf der Straße ab.

Dabei soll Audi angeblich in den USA und Europa seit 2009 ca. 220.000 große Sechszylinder Autos mit Dieselantrieb mit der vermeintlichen Schummelsoftware verkauft worden. So hat der Skandal Audi seit dem Jahr 2015 insgesamt rund 3,4 Milliarden Euro gekostet.

Staatsanwaltschaft Braunschweig und München ermitteln in diesem Fall

Derzeit ermittelt die Staatsanwaltschaft Braunschweig gegen 49 mutmaßlich Beteiligte an diesem VW Abgasskandal.

Aktuell hat die Münchner Staatsanwaltschaft mehr als 20 Verdächtige auf dem Schirm. So haben sowohl ein ehemaliger Chef von der Motorenentwicklung bei Audi, ein Entwicklungsvorstand bei Porsche und früherer leitender Ingenieur in Neckarsulm in München in Untersuchungshaft gesessen.

So hatte Stadler hierbei sehr lange das Vertrauen der Familien Porsche und Piech genossen. Diese halten einen großen Teil der VW Aktien. Mehr als elf Jahre hatte er an der Spitze der VW Tochter in Ingolstadt gestanden. Hierbei verdoppelte er den Umsatz auf 60 Milliarden Euro, überholte Mercedes beim Absatz und machte Audi zu einem globalen Unternehmen. Allerdings galt er seitdem der Dieselskandal aufgedeckt wurde als Chef auf Abruf. Danach ging es auch geschäftlich bergab.

Ende 2015 gab es Wechsel im Vorstand

Im März 2019 wurde Stadlers Leistung bei der Pressekonferenz zur Bilanz entsprechend von Schot gelobt. Allerdings hätte die Dieselkrise niemals passieren dürfen und zudem darf sich das nicht wiederholen.

Audi ist derzeit sehr weit hinter Mercedes und BMW zurückgefallen. Seit Ende 2015 gab es zudem auch einen Wechsel im Vorstand von Audi. Schot will Audi nun mit einem knallharten Sparprogram und dem Fokus auf Elektromobilität wieder auf die Sprünge verhelfen.