Keine Karten von Ticketverkäufer aus Lüneburg zu gesendet

In ein Musical oder in die Oper gehen? Wer Karten für ein solches Event hat, freut sich meist schon lange im Voraus auf das Ereignis, das berichtet der Norddeutsche Rundfunk. Doch aus der Vorfreude kann sehr schnell Frust werden, wenn die vermeintlichen Tickets aus unseriösen Quellen stammen und so vielleicht mehrfach verkauft wurden oder gar nicht erst zu gesendet werden. Oftmals ist dann viel Geld weg ohne dem Käufer oder der Käuferin am Ende den Genuss eines Musicals oder einer Oper zu bieten. Betroffene neigen dabei in der Regel dazu, dies als so genanntes Leergeld hinzunehmen und sich womöglich für einen Einzelfall zu halten. Dabei sind Fälle dieser Art gar nicht so selten, wie ein aktuelles Vorkommnis aus Lüneburg beweist. Interessant ist, dass die dortige Staatsanwaltschaft nämlich in mehreren tausend Fällen gegen einen Agenturinhaber und diverse Mitarbeiter bzw. Ex-Mitarbeiter ermittelt, die es in das Blick- und Verdachtsfeld der Ermittler geschafft haben.

Quelle:  https://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/lueneburg_heide_unterelbe/Ticketbetrug-Ermittlungen-gegen-Lueneburger-Agentur,ticketbetrug100.html

Ticketbetrug, Ermittlungen gegen Lüneburger Agentur

Worum geht es konkret?

Dabei geht es konkret um eine Vielzahl von Fällen und nicht etwa um einzelne Versehen. So sind hier unter anderem Tickets betroffen, die Eintritt in das Musical „Der König der Löwen“, welches in Hamburg aufgeführt wird, gewähren. Aber auch Tickets der Dresdner Semperoper und diverse weitere mehr sind von dem Betrug ganz offensichtlich nicht verschont geblieben. Dies sagt zumindest Christoph Hillmer als Sprecher der Staatsanwaltschaft Lüneburg. Dabei nimmt der Betrugsfall sogar beträchtliche Ausmaße an, die nicht mehr mit einem Versehen entschuldigt werden können. So wären Tickets, die bereits bezahlt wurden, nicht geliefert worden. In vielen Fällen sei auch einfach nur zu viel Geld vom Konto der jeweiligen Kunden abgebucht worden. Auch die Anzahl dieser Fälle an Fehlbuchungen ist beträchtlich denn Herr Hillmer von der Lüneburger Staatsanwaltschaft sagt: „Gegenstand des Verfahrens sind in erster Linie Doppelabbuchungen in zirka 3.000 Fällen“. „Wir ermitteln gegen den Inhaber einer Ticketagentur aus Lüneburg, dessen Frau und fünf zum Teil ehemalige Mitarbeiter wegen gewerbsmäßigen Betruges.“ Diese Stellungnahme lässt also darauf schließen, dass tatsächlich eine Vielzahl von Kunden betroffen sind.

Verkauf der Tickets erfolgte über verschiedene Internetseiten

Dabei ist die Ermittlungsarbeit sehr aufwendig, denn die betreffenden Lünerburger Agentur hat die jeweiligen Tickets über verschiedene Internetseiten angeboten, wobei darauf geschlossen werden muss, dass diese in den Betrug involviert waren. Alles andere wäre Zufall, denn ein Blick auf die betreffenden Homepages zeigt, dass diese in der Zwischenzeit nicht mehr erreicht werden können und scheinbar komplett vom Netz genommen wurden. Allerdings bleibt trotz diesem Sachverhalt nach wie vor unklar, ob einige der dubiosen Geschäfte dieser Agentur aus Lüneburg und deren Partner derzeit noch in irgendeiner Form weiterlaufen. Immerhin betreibt das betreffende Ehepaar neben seiner Agentur auch ein Hotel und dieses Hotel bietet nach wie vor Musical-Arrangements an, wobei die Angebote teilweise auch direkt über die Internetseite des Hauses vertrieben werden.

Trotzdem muss das nichts bedeuten, denn die Anzeigen, die nach wie vor eingehen, betreffen gemäß dem Sprecher der Staatsanwaltschaft Lüneburg ausschließlich Fälle der Vergangenheit. Er sagt dazu wortwörtlich: „Uns liegen derzeit keine Anhaltspunkte dafür vor, dass aktuell weiterhin von den Beschuldigten oder der Firma Straftaten begangen werden.“

Immenser Schaden von knapp einer Millionen Euro

Letzten Endes kann aber auf jeden Fall von einem immensen Schaden ausgegangen werden, der fast eine Millionen Euro betragen soll und den sich die Kunden lediglich in Höhe von etwa 400.000 Euro bei ihren Banken zurückholen konnten. Trotzdem ist das noch nicht alles, denn eine ehemalige Mitarbeiterin der Agentur, die vor etwa einem Jahr ebenfals Anzeige gegen ihren früheren Arbeitgeber erstattet hatte, sagt, dass auch Mitarbeiter der Agentur Ausfälle dahingehend, dass sie nicht bezahlt worden seien. Die Frau berichtet dabei: „Es gab Kollegen, die drei, vier Monate kein Geld gesehen haben“. „Das ist nachher alles beim Arbeitsgericht gelandet.“

Verbraucherschutz rät (potenziellen) Kunden zur Vorsicht

Die Beschuldigten liesen über eine Anwältin aus Hamburg mitteilen: Man wolle sich derzeit nicht äußern, da es sich ja um ein laufendes Verfahren handele. Allerdings würden der Ticket-Verkauf und das Hotel in jedem Fall getrennt voneinander arbeiten. Grundsätzlich rät die Verbraucherzentrale bei Tickenkäufen über Tickelhändler aber immer zur Vorsicht. Dies betreffe vor allem solche Händler, die man nicht kennen würde. Aus diesem Grund sei es sinnvoll, nach Erfahrungen mit diesen Händlern zu googeln. Was von diesem Vorschlag zu halten ist, sollte sich aber jeder Leser mit einem Augenzwinkern selbst überlegen.

Ticketcorner bietet Online-Tauschbörse für Eintrittskarten und will so die Abzocke mit Konzertkarten bekämpfen

Vor allem online – aber natürlich nicht ausschließlich im Internet – boomt der Handel mit überzogen teuren und oftmals sogar gefälschten Konzertkarten, wie der oben aufgeführte Beitrag zeigt. Nun reagieren einige Händler, wie beispielsweise Ticketcorner, auf diesen geschäftsschädigenden Umstand. Dabei will das Unternehmen mit seiner Plattform eine Möglichkeit bieten, um einen seriösen Weiterverkauf von Tickets zu ermöglichen. Ob dies gelingt bleibt allerdings abzuwarten.

Denn oftmals sitzt der Frust bei den Fans schon tief, wenn wie in diesem Beispiel, Konzerte nach wenigen Minuten ausverkauft sind und dann die Tickets völlig überteuert auf diversen Plattformen gehandelt werden. Das Beispiel: Der Vorverkauf für das einzige in der Schweiz stattfindende Konzert der deutschen Rockband von Rammstein startete pünktlich um 10 Uhr. Ebenso pünktlich greifen zigtausende Fans gleichzeitig auf Ticketcorner zu. Das Ergebnis: Portal und Server sind total überlastet und die Fans werden in Warteräume und Warteschleifen umgeleitet. Wenig später erfolgt auch schon die frustrierte Nachricht, dass das Konzert im Stade de Suisse in Bern ausverkauft sei. Trotzdem lassen sich viele Fans nicht entmutigen, denn ebenfalls nur wenige Minuten später wird von unbekannten Nutzern auf diversen Plattformen eine Anzahl von Tickets angeboten. Einziger Nachteil: Die Karten kosten den doppelten bis dreifachen Betrag!

Doch ganz egal, ob es sich um ein Konzert für Coldplay oder eine Rockband wie Rammstein handelt und völlig unerheblich von der Musikrichtung, wie Rock oder Pop oder irgendetwas anderes: Wenn die Giganten der Branche auftreten blüht auch die Abzocke mit den Tickets. Dabei handelt es sich um ein weltweites Problem, das sich keinesfalls auf die Schweiz oder auf Deutschland beschränken lässt. Interessant sind dagegen die Ideen, die es ebenfalls gibt, um die Abzocke zu verhindern. Denn: „Gegen den Wiederverkauf von Veranstaltungstickets an sich ist nichts einzuwenden. Jeder kann für ein Konzert einmal verhindert sein.“ Das sagt zumindest Andreas Angehrn, CEO von Ticketcorner. Ihn stört allerdings, dass es diverse Plattformen gibt, die ein Business-Modell daraus entwickelt haben, an diesem Kauf oder Verkauf kräftig zu verdienen, denn diese angeblichen Wiederverkaufsbörsen würden echten Fans die Tickets wegkaufen und völlig überteuert wieder veräußern.

Trotzdem muss der Gerechtigkeit halber angemerkt haben, dass auch daran nichts Verwerfliches ist, sofern es sich um ein Geschäft in seriösem Rahmen handelt, denn man muss Ticketcorner hier auch vorhalten, dass sie bei diesem Geschäft natürlich einschreiten und Tickets nur in Mengen abgeben könnten, die auf einen regulären Fan schließen lassen, so dass einem unseriösen Weiterverkauf doch direkt Einhalt geboten werden könnte. Wenn jemand plötzlich hunderte von Tickets kauft, müsste es selbst Ticketcorner auffallen, dass dies kein normaler Fan sein kann. Darüber hinaus hat es natürlich auch jeder Fan selbst in der Hand, welchen Preis er für ein Ticket zu zahlen bereit ist. Keiner wird gezwungen, Eintrittskarten zum doppelten oder dreifachen Preis zu erwerben.

Trotz teurer Karten vom Event ausgesperrt

Ärgerlicher ist es dann aber schon, wenn es sich um einen echten Betrugsfall handelt und wenn sich teure Eintrittskarten plötzlich als ungültig erweisen. So kommt es immer wieder zu Betrügereien, bei den Fans horrende Eintrittspreise zahlen und letzten Endes trotzdem nicht eingelassen werden. Dies ist vor allem dann ärgerlich, wenn sich die teuer bezahlten Tickets als gefälschte Karten herausstellen und womöglich auch noch wenig Ähnlichkeit mit dem eigentlichen Original haben. Zur Peinlichkeit, vor allen anderen wartenden Fans abgewiesen zu werden kommt dann noch der finanzielle Verlust.

Seriöse Tauschbörse nutzen

Diesem Problem wirklich Herr zu werden, ist an sich nahezu unmöglich, denn es wird immer Fälle geben, in denen Betrüger versuchen, den Hype der Fans auszunutzen. Hier hilft es nur, einen kühlen Kopf zu bewahren und sich zu überlegen, welchen Preis man letzten Endes zu zahlen bereit wäre. Aber auch die Nutzung von seriösen Tauschbörsen kann helfen, doch noch eine Karte zu ergattern und in das heiß ersehnte Konzert zu gelangen. Dabei ist die Bereitschaft sich weiter aus dem Geschäft zu halten offenbar auch bei Ticketcorner erheblich gesunken, denn das Unternehmen wird Ende April seine eigene Tauschbörse aufsetzen und dabei natürlich alles richtig machen. Die Idee hinter dem Eigenprojekt: Eigentümer von Tickets, die das Event letzten Endes nicht besuchen können oder wollen, haben so die Möglichkeit, über das eigene Nutzerkonto oder den Barcode auf dem Ticket dieses zu verkaufen, wobei Ticketcorner die Echtheit des betreffenden Tickets garantiert. Verdienstmöglichkeiten für den ursprünglichen Eigentümer soll es dabei wohl keine oder nur in sehr beschränktem Umfang geben. Trotzdem darf natürlich angenommen werden, dass Ticketcorner hier durchaus einen Nutzen aus dem Angebot zieht, so dass es sich lohnt, die weitere Entwicklung abzuwarten und auch einmal einen Blick in die AGB zu werfen.

Zum Prozedere ist weiterhin anzumerken, dass sich Nutzer, die die entsprechenden Tickets auf der Tauschbörse erwerben wollen, ebenfalls registrieren müssen. Der Preis wird dann durch den Käufer der Karte an Ticketcorner gezahlt und umgehend an den Verkäufer weitergeleitet. Daraufhin erhält der Käufer ein neues Ticket mit neuem Barcode und der Verkäufer kann sein altes und dann ungültiges Ticket direkt entsorgen. Der gesamte Ablauf wird dabei über Ticketcorner abgewickelt, so dass kein Kontakt zwischen dem Käufer und dem Verkäufer entsteht. Es fällt allerdings schwer zu glauben, dass dieser Aufwand durch Ticketcorner betrieben wird, ohne dass das Unternehmen dabei verdient. Trotzdem ist es natürlich eine Möglichkeit, echte Tickets auf faire Art und Weise zu handeln, auch wenn Ticketcorner hier nicht das Rad neu zu erfinden braucht, denn nicht jede andere Tauschbörse ist automatisch unseriöse, nur weil hohe Preise verlangt werden. Schließlich hat es jeder Fan selbst in der Hand, wofür er sein Geld ausgibt und für welche Preisklasse er Eintrittskarten kaufen möchte. Wichtig ist dabei nur, dass es nicht zu Betrugsfällen kommt, bei den Karten dann mehrfach verkauft werden. Dies wird sich aber wohl auch nicht durch das Angebot von Ticketcorner verhindern lassen, denn schließlich kann das Unternehmen nur für die Tickets einstehen, die über sein eigenes Portal verkauft werden, wobei auch hier Möglichkeiten zur Fälschung hinter dem Rücken von Ticketcorner nicht ausgeschlossen werden können. Trotzdem ist es ein lobenswertes Vorhaben, wenn Herr Angehrn sein Portal als vertrauenswürdiges Medium zum fairen Handel von Tickets positionieren möchte.

Etwas zweifelhaft sind dagegen Aussagen, die dahingehend lauten, das Ticketcorner nach eigenen Angaben mit der Plattform kein Geld verdienen will, vom Verkäufer aber eine Gebühr von 10 Prozent vom Ticketpreis einbehalten möchte. Der Käufer wiederum soll nochmals 7 Prozent bezahlen. Hier stellt sich dann natürlich die ketzerische Frage, warum man das tun sollte, wenn man dieses Geld auch anderweitig verdienen und sich in die sprichwörtliche eigene Tasche stecken könnte. Der Verkäufer hat hier definitiv nichts davon und der Käufer zahlt so und so einen Aufpreis. Die entstehenden Auslagen können nämlich sowohl Käufer als auch Verkäufer egal sein, auch wenn mit dem Betrag eine Verifizierung ermöglicht werden soll, von denen beide Parteien ja erstmal nichts haben und an denen lediglich Ticketcorner verdient. So oder so haben es aber alle potenziellen Nutzer selbst in der Hand, ob sie den Service nutzen möchte oder sich lieber anderweitig nach Tickets umsehen.

Vorerst nur reguläre Ticketpreise

Ebenfalls etwas befremdlich wirkt zudem die Aussage von Herrn Angehrn, nach der – wohlgemerkt – VORERST nur Tickets zum ursprünglichen Preis angeboten werden und Preise über oder unter dem Originalpreis nicht akzeptiert werden. Hier kann man sich als kritischer Verbraucher bereits an dem Wort „vorerst“ aufreiben, denn dieses lässt doch stark die Vermutung zu, dass es später sehr wohl abweichende Preise geben könnte. Dies wird auch durch den CEO nicht verneint, denn Herr Angehrn sagt weiter: „Wir werden schauen, wie das Ganze anläuft, und dann entscheiden, ob wir irgendwann auch gewisse Abweichungen nach oben oder unten zulassen werden“. Hier gibt Herr Angehrn also zu, dass der Verkäufer ja auch einen gewissen Aufwand betreiben muss und dafür zu Recht eine Entschädigung erwarten darf. Nun liegt es aber im Ermessen eines jeden Verkäufers zu entscheiden, wie hoch diese Entschädigung ausfallen sollte. Auch stellt sich die Frage, warum dieser Aufwand anfangs nicht vergütet werden sollte und warum man statt dessen eine Art Strafgebühr zahlen sollte, von der man selbst als Verkäufer so rein gar nichts hat, außer dem Verlust, dass die Karte eben 10 Prozent unter Preis verkauft werden soll. Auch diese beiden Sachverhalte lassen so oder so darauf schließen, dass es sich bei der Plattform von Ticketcorner also letzten Endes und trotz aller Beteuerungen um nichts anderes als einen weiteren Wiederverkäufer von Tickets handelt.

Personalisierung als Option gegen Ticket-Betrug

Eine Möglichkeit dem Ticketbetrug vorzubeugen, wird häufig in einer so genannten Personalisierung gesehen, auf die vor allem ausländische Künstler verstärkt setzen. Allerdings müssen natürlich dann sowohl Tickets als auch Einlasskontrollen entsprechend gestaltet werden, denn in einem solchen Fall wird nur der zum Event eingelassen, der auch ein entsprechendes Ticket vorweisen kann, das auf ihn personalisiert – also ausgestellt – ist. Auf dem Ticket muss also in erster Linie der Name des Eigentümers stehen und dieser sollte mit einem Personaldokument abgeglichen werden können. Wer also ein solches Ticket von einem vorherigen Eigentümer kauft, muss dann auch dafür Sorge tragen, dass die Eintrittskarte auf seinen Namen umgeschrieben wird, da sie sonst ungültig wäre. In einem solchen Fall der Versäumnisses läge die Schuld aber nicht beim Verkäufer – in welcher Form dieser auch auftreten mag – sondern grundsätzlich beim Käufer, denn er muss dafür sorgen, dass die Formalitäten erledigt werden. Allerdings birgt ein solches Verfahren auch Hürden und Engpässe, denn bei einigen Tickets ist eine solche Umschreibung und damit auch ein Weiterverkauf von vornherein ausgeschlossen, um die Hürden für Betrügereien der verschiedensten Art möglichst hoch anzusetzen.

Letzten Endes darf zwar auch hier festgehalten werden, dass sich der CEO von Ticketcorner zwar für ein solches Prozedere der Personalisierung ausspricht, die Entscheidung aber unter dem Strich nicht bei ihm, sondern bei den Managern der Künstler und bei den Eventveranstaltern liegt. Auch sind natürlich die Zutrittskontrollen zu einem Konzert mit personalisierten Tickets wesentlich aufwendiger, personalintensiver und damit auch teurer. Dieser Sachverhalt dürfte sich im Zuge einer wirksamen Anschlags- und Terrorbekämpfung aber auch wieder relativieren.

Keine absolute Sicherheit vor Ticketbetrug möglich

Trotzdem lassen sich Abzockerpreise natürlich nicht gänzlich ausschließen, denn daran würde auch eine Personalisierung des Tickets nicht wirklich etwas ändern können. So werden diverse Tickets für ein Rammstein-Konzert auf Viagogo ab 350 Franken aufwärts gehandelt, wobei die teuerste Karte einen Preis von 1234 Franken besessen hat. Ob dieser Preis gezahlt wird, hat aber jeder Interessent selbst in der Hand, denn schließlich werden Konzerte oftmals life auf den verschiedensten Kanälen übertragen oder werden wiederholt, so dass es sinnvoll sein kann, sein Geld lieber anders auszugeben und den nächsten Termin abzuwarten. Wer am Konzert aber unbedingt teilnehmen möchte und die nötigen Mittel hat, wird auch kein Problem darin sehen, Tickets dieser Preisklasse zu erwerben. Hier liegt die Entscheidung eben bei jedem einzelnen Nutzer selbst, wo er seine persönliche Preisgrenze zieht.

Wie funktioniert der Grauhandel mit Tickets eigentlich?

Ohne jetzt eine Anleitung geben zu wollen, wie der Grauhandel mit Konzertkarten letzten Endes funktioniert, sollte auf den Umstand trotzdem hingewiesen werden. Nur so ist es für einen Interessenten letzten Endes auch möglich, Karten zu erkennen, die einem solchen Grauhandel unterliegen bzw. die aus einem solchen stammen und somit auch ungültig sein könnten – wohlgemerkt – können und nicht müssen!

Bis weit in die 1990er Jahre sah der Verkauf von Eintrittskarten der verschiedensten Art so aus: Die Händler (ebenfalls Dealer genannt), die solche überzogen teuren Tickets anboten, standen direkt vor den Hallen und boten im direkten Kontakt ihre Karten mit einem Vorwand an. Aktuell ist das gar nicht mehr nötig, denn im Internet kann wesentlich freier und ungestörter vor eventuellen Kontrollen gehandelt werden. Daher blüht auch dort die Abzocke mit Konzertkarten, wobei es auch hier eigentlich nichts gibt, was es nicht gibt, denn Profitgier macht erfinderisch. Zudem kennt ehrlich gesagt aber auch die Dummheit oder Gutgläubigkeit mancher Fans einfach keine Grenzen, so dass die ganze Situation noch weiter aufgeheizt wird.

Suchmaschinen, wie Google, spielen aber ebenfalls eine große Rolle, denn hier werden gut aufgemachte Angebote oftmals sehr weit vorn gelistet und erwecken zudem den Anschein von Seriösität. Trotzdem ist dabei auch Vorsicht geboten, denn nicht jede professionelle Website, die Konzertkaren verkauft und das Glück eines oberen Rankigs hat, ist automatisch unseriös. Oft ist das Gegenteil der Fall, so dass hier die Grauzone in ihrer besten Form blüht und Fans oftmals arglos in die Kostenfalle für Komzertkarten tappen. Ein wirklich relevanter Hinweis ist dabei natürlich der Preis, doch der kann nur genutzt werden, wenn die betreffenden Fans auch ein gewisses Maß an Vernunft besitzen, so dass eben keine horrenden Preise für ein bloßes Ticket bezahlt werden. Letzen Endes gilt auch hier der Grundsatz: Dummheit wird bestraft, denn wer bereit ist, über tausend Franken oder Euro für ein Konzertticket zu zahlen, dem ist an sich nicht mehr wirklich zu helfen. Allerdings muss eben auch gesagt werden, dass man Menschen nicht daran hintern kann, einen Preis zu zahlen, der vollkommen überspannt ist. Solange die Karte real existiert ist dagegen auch nichts einzuwenden.

Verwerflich ist dagegen eher wieder das Geschäft mit dem Ranking bei Google an sich, denn das Beitreiberunternehmen verdient an jedem Ticket, das beispielsweise über Viagogo verkauft wird, bis zu über 20 Franken, wenn es aktiv am Geschäft beteiligt war. Sprich: wenn dieser Kartenverkauf auf Grund eines prominenten Suchergebnisses zustande gekommen ist. Dabei dürfte Viagogo kein Einzelfall sein, denn ähnliche Vorkommnisse gibt es sicher auch bei anderen Portalen und in anderen Ländern, wobei angemerkt sein sollte, dass Viagogo gemäß diversen Rankings als seriöses Portal gilt, wie weiter unten noch zu sehen sein wird.

Von einem Graumark spricht man an sich nur daher, da es sich um keine komplett illegalen Geschäfte handelt, bei denen man dann vom so genannten Schwarzmarkt sprechen würde. Sofern die gehandelten Tickets existieren, hat es jeder Nutzer – wie oben mehrfach erwähnt – tatsächlich selbst in der Hand, sich über den sprichwörtlichen Tisch ziehen und überteuerte Karten verkaufen zu lassen. Dabei sollte aber auch bedacht werden, dass dieses „über den Tisch ziehen“ lediglich in den Augen des Verbraucherschutzes und sonstiger Kritiker geschieht, denn viele Fans empfinden das gar nicht so und sind gerne bereit, die absolut überteuerten Tickets zu kaufen. Wäre dem nicht so, käme das Geschäft schließlich nicht zustande und die gesamte Diskussion, die an dieser Stelle geführt wird, wäre hinfällig.

Natürlich gibt es auch zahlreiche seriöse Ticketportale, von denen einige hier vorgestellt werden sollen:

(1) Eventim

Eventim dürfte eines der größten und bekanntesten Ticketportale überhaupt sein. Dabei ist es oftmals die erste Wahl, wenn es um den Kauf von Tickets für Konzerte, Comedy-Veranstaltungen, Theater, Musicals und vieles andere mehr geht. Allerdings bietet das Portal grundsätzlich keine Second-Hand-Tickets an und ist für die Suche nach Karten für schnell ausverkaufte Events daher nur bedingt geeignet.

(2) Viagogo

Auch wenn weiter oben der Anschein einer latenten Unseriösität entstanden sein sollte, spricht im große und ganzen nichts gegen die Arbeit mit Viagogo. Das Portal gilt zudem als erste Anlaufstelle für eigentlich ausverkaufte Events und Tickets aus zweiter Hand. Das diese durchaus extrem überteuert sein können, haben wir oben erläutert. Dazu kommen allerdings nochmal recht stolze Bearbeitungsgebühren, so dass sich Käufer darauf einstellen sollten, dass sie vollkommen regulär  eine deutliche Erhöhung zum Originalpreis hinnehmen müssen. Dafür existieren die Karten auf jeden Fall, so dass das Portal trotz Preiswucher in Bezug auf seine Tickets als absolut zuverlässig und seriös eingestuft werden darf.

(3) Ticketonline

Kurz und knapp: Ticketonline ist ein gut geführtes und übersichtliches Portal, das sowohl Originale als auch Zweittickets anbietet. Auch wenn es nicht so ein Überangebot wie Eventim besitzt, müssen Nutzer mit vollkommen überzogenen Preisen für Top-Events rechnen.

(4) Ticketmaster / Kartenhaus

Hinter dem Kartenhaus verbirgt sich ein leicht regional angehauchtes Portal, das seine Stärken in kleineren (Sport)Events, in Musikevents und Comedyveranstaltungen sieht. Leider ist die Funktion „Tickets finden“ recht umständlich und die Ladezeiten sind oftmals auch sehr lang.

(5) Karten.de

Karten.de ist leider sehr unübersichtlich und bietet einen Mix aus Bestellformular, Rundum-Sorglos-Paketen, Online-Reisebüro, Sport-Info und Hotline-Werbung. Ob dieses Portal wirklich seriös ist, darf schon auf Grund seines Portaldesigns bezweifelt werden.

(6) Getgo

Das Portal bietet eine sehr übersichtliche Nutzerführung und legt seine Schwerpunkte auf die Bereiche Kultur und Musik. Zudem überzeugt es auch durch moderate Preise für Zweittickets.

(7) Worldticketshop

Worldticketshop ist ein Portal für Experimentierer, denn das billige Seitendesign lässt profesionelle Hintergründe bezweifeln, dafür haben die Ticketpreise ein sehr hohes Niveau, was auch nicht unbedingt für Seriösität spricht. Interessenten müssen hier schlicht und ergreifend ihre eigene Erfahrungen machen, denn dazu kann nicht viel gesagt werden.

(8) Fansale

Fansale ist – der Name sagt es schon – ein Portal für Fans, denn hier werden Tickets von Fans zu moderaten Preisen weiterverkauft, wenn der ursprüngliche Eigentümer selbst das Event nicht besuchen kann. Die Plattform bietet gerade im Sportbereich die Möglichkeit auf das eine oder andere Schnäppchen, auch wenn sie im großen und ganzen auf dem Auktionsprinzip aufgebaut ist.

(9) Soldout

Das Portal gilt zwar als seriös, hat aber echte Macken, denn bereits die Technik bietet genügend Hürden, um abschreckend und nervtötend zu wirken. Die Menüführung und die Suchleiste bleiben mehr oder weniger den Profis vorbehalten. Allerdings lohnt sich das Duchkämpfen, denn für die Seite spricht ein wirklich schlagendes Argument: Der Preis! Second-Hand-Tickets kosten meist nur unwesentlich mehr als den doppelten Preis. Auch entfallen alle überzogenen Gebühren, so dass es sich um eine Geheimtipp für Tüftler handelt.

(10) Musicals.com

Bei diesem Angebot handelt es sich um eine Subsite von Karten.de, allerdings mit der Einschränkung, dass hier nur Tickets für Musicals verkauft werden. Allerdings muss man der Präsenz zu Gute halten, dass sie übersichtlicher gestaltet ist als die Mutterseite Karten.de.