Das kleine Einmaleins der Schadsoftware – vom Trojaner über Spyware bis hin zum bekannten Virus. Was Sie unbedingt wissen sollten

Die Digitalisierung schreitet voran und mit Ihr auch die Zahl der für einen Computer schädlichen Software. Adware, Ransomware und Würmer, aber auch Rootkits, Viren und Trojaner können Ihrem PC schaden und richtig Zeit, Ärger und Geld kosten, das berichtet Heise. Erfahren Sie in unserem Ratgeberartikel woran Sie die unterschiedlichen Schädlinge erkennen und wie Sie sich, Ihren Computer und Ihre empfindlichen Daten am besten schützen können.

Quelle:  https://www.heise.de/download/blog/Malware-Viren-und-Trojaner-Das-Schaedlings-ABC-3356219

Malware, Viren und Trojaner – Das Schädlings-ABC

Der Sammelbegriff für alle diese vorab genannten Schädlinge ist „Malware“ (lat. Malus = böse, schlecht). Im eigentlichen Sinne geht es bei diesen kleinen Programmen aber nicht wirklich darum direkt Schaden anzurichten, viel mehr können Kriminelle hierüber Daten klauen, Nutzerverhalten bzw. einzelne Personen und deren Verhalten am PC ausspionieren und im schlimmsten Fall sogar auch mit geklauten Daten fremde Konten plündern, wenn die Besitzer der entsprechenden Konten bzw. Kartendaten nicht vorsichtig genug waren. Wir möchten unsere Leser gerne dafür sensibilisieren, dass sie immer auf Ihre persönlichen (Zugangs-)Daten, Passwörter und Kartennummern inklusive PIN Codes achten sollten, bevor Unbefugte einen Zugriff erhalten und der Kriminalität somit Tür und Tor geöffnet werden.

Welche Schädlinge Ihnen im WWW am häufigsten begegnen können

Hier nachfolgend möchten wir Ihnen, in alphabetischer Reihenfolge, gerne einen kleinen Überblick über die am häufigsten kursierende Malware verschaffen und kurz erklären, was sich hinter den einzelnen Begriffen verbirgt:

Adware: Adware (von „ad“ wie engl. additional = zusätzlich) ist eine der gängisten Methoden, um Ihren PC mit zusätzlicher Software zu bestücken, die Sie sich vermutlich selber nicht aufgespielt hätten. Meist handelt es sich um kleine Zusatzprogramme, die häufig bei der Installation anderer (wirklich von Ihnen gewollter) Software auf Ihrem PC installiert wird. Es reicht bei der Installation der gewünschten Software bereits ein voreingestelltes Häkchen zu übersehen und schon haben Sie ein weiteres Programm, welches Ihnen unerwünschte Toolbars öffnet oder so manche andere Funktion „bietet“. Oft geht es um das Anzeigen von Pop-up Werbung, doch im Grunde gilt Adware eigentlich als Spionagesoftware, die das Nutzerverhalten der User am jeweiligen PC aufzeichnet und schlussendlich bessere Werbung ausspielen und mehr verkaufen zu können.

Backdoor: Das Wort Backdoor, geläufig aus dem Englischen, wo Backdoor „Hintertür“ bedeutet, stellt eine absichtlich initiierte „Lücke“ des Software Herstellers da. Doch wozu das? Durch diese sogenannte Hintertür kann auf die Rechner der User unbemerkt weitere Malware gelangen, häufig ist die „Backdoor“ aber für das Aufspielen von Trojanern gedacht.

Bloatware: Bloatware (von engl. to bloat = aufblähen/aufblasen) soll Software mit einer viel zu umfangreichen Programmierung „aufblähen“, am Ende zeigt die Bloatware dem User so etwas wie „seht her, was ich alles kann“, bedeutet aber unter dem Strich eigentlich eher, dass das Gerät vermutlich so ziemlich alles kann, aber davon leider häufig auch nichts gescheit. Oft finden man Bloatware in Form von überflüssiger Software auf neuen Mobiltelefonen.

Dialer: Dialer kennt man schon kaum noch, da es sich hier um einen Begriff aus der Internet-Steinzeit handelt. Sozusagen „in einem Land vor unserer Zeit, als es noch das Modem gab“. Ein Dialer war dazu gemacht eine ungewollte und auch unerwünschte Verbindung zum Internet aufzubauen und sollte somit zusätzliche Kosten für das DSL verursachen. Heute findet man diese Malware eigentlich nur noch im Kontext der VoIP Telefonie oder grundsätzlich im Bereich der Mobiltelefonie. So können auf Ihrem Smartphone plötzlich Zusatzkosten entstehen, die dann über die Mobilfunkrechnung aufgeführt und bezahlt werden wollen.

Dropper: Bei dem Dropper handelt es sich um eine Art „Trägerprogramm“ für einen Virus, da ein Virus niemals eigenständig funktionieren kann. Ohne Dropper (das Paket, in dem der Virus verpackt ist und auf Ihren Rechner gelangt) kein Virus.

Exploit: Hierbei handelt es sich um den Weg, auf dem man Lücken in der Sicherheit der Software oder auch Fehlfunktionen derselben entdecken kann. Es geht darum, dass sich Kriminelle unerlaubten Zugriff auf Ihren Rechner verschaffen möchten und dies mit Exploits schaffen können. Wenn es eine solche Lücke gibt und diese bei der ersten Entdeckung nicht gemeldet wurde, so spricht man von einem sogenannten „Zero-Day-Exploit“. Zero Day steht dabei für 0 Tage, weil Lücke und eine Erkennung dieser Lücke am gleichen Tag stattgefunden haben.

Hoax: Hoax bezeichnet eine blödsinnige Handlungsaufforderung an den User des betroffenen Rechners. Manchmal wird gefordert, gewisse Dateien in den Papierkorb zu verschieben, manchmal wird aber auch einfach nur eine sogenannte „Ente“ weitergeleitet. Ein Hoax ist also im Grunde für die Verbreitung von Unsinn und kann im Netz für so manchen Lacher sorgen.

Keylogger: Mit einem Keylogger kann so mancher IT begeisterte Mensch seinen Partner am eigenen PC überwachen und ausspionieren, da Keylogger für die Aufzeichnung der getätigten Eingaben auf der Tastatur verantwortlich sind. Schreiben Sie heute in einer Mail „Mein Freund ist blöd“, dann kann Ihr Freund dies im ungünstigsten Fall, und wenn er sich mit Keyloggerna auskennt, später nachverfolgen und wird sicher nicht erfreut sein. Keylogger werden in erster Linie von Kriminellen genutzt, die Daten vom Onlinebanking abfangen wollen oder denen es darum geht, weitere empfindliche Daten zu sammeln und diese dann für sich zu nutzen. Auch von Geheimdiensten werden zur Ermittlung gerne Keylogger verwendet, von denen die überwachten Personen aber nichts ahnen.

Malware: Malware ist das Wort, unter dem alle „schlechte und bedrohliche“ Software zusammengefasst wird. Wir sprechen in diesem Zusammenhang mit virtuellen Schädlingen.

Phishing / Vishing: Mit dieser Art von Malware betreiben Kriminelle gerne Datenklau, egal ob es sich um Email-Adressen oder andere empfindliche Personendaten handelt. Meistens finden die Täter Ihre Opfer durch medial nicht sehr informierte User, die gutgläubig auf Links aus Phishing Mails klicken. Den Nutzern werden im schlechtesten Fall sogar seine Bankdaten und PINS ausspioniert, sodass dem Opfer am Ende bloß noch leergeräumte Konten bleiben. Die Phishing Variante ist besonders oft im Bereich der Mails vertreten, kommt aber auch beim VoIP vor.

Ransomware: Bei der Ransomware handelt es sich um einen sogenannten „Erpressungstrojaner“. Einmal auf Ihrem Rechner installiert, verschlüsselt und sperrt dieser unliebsame Zeitgenosse Ihre Daten und lässt Sie erst dann wieder hierauf zugreifen, wenn Sie ein Lösegeld hierfür zu zahlen bereit sind. Im Zusammenhang mit der Ransomware taucht auch der Lockscreen-Trojaner auf, der nicht nur die Daten auf Ihrem PC, sondern den ganzen Rechner blockt und „spinnen“ lässt.

 

Rootkit: Vielleicht kennen Sie den Begriff „Starter-Kit“? Dann wissen Sie, dass es sich um eine kleine Ansammlung von Tools für den Start von etwas handelt. Beim Rootkit verhält es sich ähnlich – einzig mit dem Unterschied, dass hier ein Autor von Schadsoftware eine kleine Ansammlung von lästiger Malware auf Ihren Rechner schleust. Enthalten ist auch gerne unser guter Freund, der Keylogger.
Scareware / Rogueware: Scareware soll dem User Angst machen und ihn dazu bringen etwas zu tun, das der Autor der Malware gerne von ihm getan haben würde. Beispielsweise wird Angst erzeugt, um den User auf eine bestimmte Website klicken zu lassen oder um ihn dazu zu bringen, spezielle Links anzuklicken. Meistens soll der User dazu gebracht werden, ein neues Antivirenprogramm downzuloaden, für das der User dann aber erst teuer zahlen muss – was er in seinem verängstigten Zustand meistens auch macht.

Spyware: Spy kommt aus dem Englischen und bedeutet Spion, die Spyware ist also – oh Wunder – eine Spionagesoftware. Hiermit soll beispielsweise ein bestimmtes Nutzerverhalten ausgekundschaftet und Datenklau betrieben werden. Diese abgefangenen Daten werden dann an den Autor der Spyware übermittelt.
Toolbar: Toolbars „fängt“ man sich gerne mal, wenn man eine neue Software aus dem Netz herunterlädt und hierbei übersieht, bestimmte vorinstallierte Einstellungen beim Download abzubestellen.  Eine Toolbar ist eine kleine Ansammlung von Werkzeugen für den Browser, die diesen dann vor Buttons und Möglichkeiten optisch nur so platzen und explodieren lassen.

 

Trojaner: Ein Trojaner ist eine der übelsten Bedrohungen für den Rechner, da es hier tatsächlich darum geht Schaden anzurichten. Zu diesem kommt es beim Einsatz eines Trojaners dadurch, dass sich sowohl der komplette PC, als auch einzelne Dateien sperren, löschen oder manipulieren lassen – was natürlich für den geschädigten User absolut ärgerlich ist.

Virus: Ein Virus erreicht Ihren PC niemals aus eigener Kraft, die Voraussetzung für einen Virus ist immer ein Träger-Programm, in dem der Virus versteckt und später entpackt wird. Viren kommen durch Kopieren verschiedener infizierten Dateien in Umlauf und verbreiten sich in ganzen Netzwerken, auf Servern oder in E-Mails.

Wurm: Haben Sie Ihre Netzwerke nicht richtig abgesichert oder einen unentdeckten Programmierfehler? Dann wird ihn ein Wurm garantiert finden. Würmer gehören ebenfalls zu der sehr unangenehmen Art von Malware und kann sich, anders als die Viren, sogar von ganz alleine Verbreiten. Er braucht kein Trägerprogramm, sondern schlägt sofort und auf eigene Faust zu. USB-Sticks sind der Klassiker zur Weitergabe von Würmern, also Nutzen Sie niemals einen Stick von jemandem den Sie nicht kennen und dem Sie nicht 100%ig vertrauen.

Was tun, wenn die Malware bereits auf Ihrem Rechner ist?

Diese Seite scheint zunächst unauffällig: sie gehört der Berliner Sparkasse und bittet den User um die Eingabe seiner Bankdaten, um sich ins Onlinebanking einzuloggen. ABER ACHTUNG: schauen Sie einmal sehr genau auf die Adresse im Browser, dann werden Sie feststellen, dass die Adresse inklusive Fehler in der Rechtschreibung keineswegs vertrauenswürdig aussieht.

Wie Sie sich für jede Gelegenheit schützen und der Malware keine Chance geben

Das beste Antivirenprogramm sind Sie selber – wirklich wahr. Antivirenprogramme können helfen, aber das Wichtigste ist ein bewusster und vorsichtiger Umgang mit dem Internet und Links, die Sie anklicken, Dateianhängen, die Sie öffnen und Websites, die Sie besuchen. Das WWW bietet viele Möglichkeiten, leider aber nicht nur für die „Lieben“.

Gehen Sie sensibel und verantwortungsbewusst mit Ihren Daten um. Geben Sie keine Zugangsdaten jedweder Form bekannt, achten Sie auf starke Passwörter und seien Sie nicht zu leichtgläubig bei den vielen vielen „bösen“ Emails, die tagtäglicher durch das Netz gesendet werden und es leider immer wieder schaffen, medial unbedarfte Menschen zu Opfern von Online Betrügern zu machen.

Wer sich zusätzlich absichern möchte, der findet hier nachfolgend ein paar gute und nicht zu voluminöse Programme, die Ihren Rechner vor unerwünschter Malware jeder Art schützen. Die sprichwörtliche „halbe Miete“ haben Sie aber schon „im Sack“, wenn Sie meine vorab genannten Ratschläge zu verantwortungsbewusstem Umgang mit dem Internet befolgen.