Keine 500 Euro Scheine mehr auf dem Markt erhältlich

Der Tagesspiegel berichtet, das die 500 Euroscheine abgeschafft wurde. Zum 26. April dieses Jahres wurde die Produktion und Ausgabe der großen lila Scheine eingestellt – keine 500 Euro Scheine mehr auf dem Markt, die zuletzt so gern gefälscht wurden. Trotzdem bleibt abzuwarten, ob diese drastische Maßnahme weiteren illegalen Aktivitäten vorbeugt.

uelle:   https://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/kampf-gegen-kriminalitaet-bundesbank-stoppt-ausgabe-der-500-euro-scheine/24257718.html

Kampf gegen Kriminalität, Bundesbank stoppt Ausgabe der 500-Euroscheine

Alle bestehenden Scheine im aktuellen Geldverkehr behalten natürlich ihre volle Gültigkeit. Was dem schönen lila Schein zuletzt „das Genick gebrochen hat“ war die Tatsache, dass so viele Kriminelle mit den 500 Euro Scheinen Geldwäsche im großen Maße betrieben haben. Auch für den Kauf von Schusswaffen oder verbotenen und teuren Rauschmitteln wurden die Scheine vermehrt genutzt – dem soll nun ein Riegel vorgeschoben werden. Mit Österreich und Deutschland trennen sich nun auch die letzten EU Mitglieder von den großen Banknoten, alle anderen Länder der EU waren bereits im Januar Vorreiter für dieses Vorhaben geworden. Die EZB, also die Europäische Zentralbank, wird übrigens die Ausgabe nicht nur Stoppen, sondern die Produktion gänzlich und unwiderruflich einstellen.

Um der Illegalität vorzubeugen

Sogenannte „krumme Geschäfte“ sollen in Zukunft durch diese Maßnahme eingedämmt oder wenn möglich, sogar gänzlich unterbunden werden. Soweit zumindest der Plan des Staates bei der Abschaffung der großen Scheine, denn durch das Wegfallen der 500 Euro Scheine müssten große Summen jetzt mit insgesamt viel mehr Bargeld Scheinen abgewickelt werden. Je mehr Scheine in einem Geldkoffer, desto mehr Platz wird benötigt und desto unhandlicher wird auch das Zählen beim Austausch von Geld gegen illegale Ware.

Es bleibt abzuwarten, ob die geplante Abschaffung von großen Scheinen auch tatsächlich den gewünschten Effekt erzielen wird. Jedenfalls ist es schon jetzt auf legalem Wege nicht mehr unbedingt einfach, seine gültigen echten 500 Euro Scheine in der Wirtschaft „loszuwerden“. Immer mehr Geschäfte verweigern aus Angst vor Betrug oder Verwicklung in Geldwäschegeschäfte die Annahme der besagten Banknoten. Privatkunden sind inzwischen am besten damit beraten, diese Scheine bei der Bundesbank in kleinere Noten umzutauschen.

Geschäftsbanken müssen entscheiden, ob sie mit der Bundesbank „an einem Strang ziehen“ und so die illegalen Geschäfte tatsächlich gemeinsam vereiteln wollen

Nach aktuellen Informationen haben die einzelnen Geschäftsbanken das Recht, selbstbestimmt zu entscheiden, was sie in Zukunft mit den großen Scheinen machen wollen. Grundsätzlich muss die Ausgabe der bereits im Umlauf befindlichen Scheine nicht eingestellt werden – nur die Produktion wurde nun gänzlich eingestellt. Die Ausgabe an Kunden darf nach wie vor stattfinden, doch wäre es eine Überlegung wert, in diesem Fall mit der Bundesbank gemeinsame Sache zu machen. Wie soll man illegale Aktivitäten schließlich wirklich einschränken, wenn die Kriminellen nach wie vor mit dem Geld arbeiten und es eintauschen können. Ab diesem Wochenende wurde die Produktion der 500 Euro scheine übrigens vollends und endgültig eingestellt – eine Ära geht zu Ende.

Die Commerzbank hat bereits angekündigt, unter Umständen weiterhin die „eingezahlten Noten wieder auszugeben“ und hält sich damit sämtlich Türen für die zukünftige Handhabe dieses Themas offen. Grundsätzlich seien die Bankautomaten bereits so eingestellt, dass es keine automatische Ausgabe von 500 Euro Scheinen mehr gibt.

Anders als die Commerzbank hat sich die Sparkasse in Berlin auf die Seite der Bundesbank gestellt und sich offiziell und endgültig ebenfalls von dem lila Liebling verabschiedet – adieu 500 Euro Schein! Ab Samstag wird es hier an den Automaten nur noch 200 und 100 Euro scheine im Geldschacht der Bankautomaten geben.

Vernichtung der Banknoten durch die Bundesbank – Time to say Goodbye

Wer sich nun fragt, was die Bundesbank mit den 500 Euro Scheinen machen wird: die unerwünschten und zukünftig nicht mehr relevanten Noten werden in einer speziell dafür entwickelten Maschine geschreddert und in der Müllverbrennung endgültig entsorgt. Übrigens stellt nicht nur die Frage „was wird mit den Scheinen“ eine Hürde für die Bundesbank dar – auch die zukünftig neue Stückelung der Beträge in kleinere Scheine muss erst einmal organisatorisch mit den vorhandenen Scheinen abgedeckt werden können.

All dies hat nun eine neue Produktion von 100 und 200 Euro Scheinen zur Folge, da der Bedarf anders nicht abgedeckt werden kann. Insgesamt bedeutet das für die Bundesbank Mehrkosten, doch in welcher Höhe die Mehrkosten unter dem Strich betragen werden, das bleibt erst noch abzuwarten.

Immer neue Mittel und Wege – wer betrügen will, der wird erfinderisch

Die guten Absichten und der damit verbundene Aufwand für die Banken in allen Ehren, doch es stellt sich doch irgendwie auch die Frage, ob man Kriminelle in Zukunft mit dem Wegfallen der 500 Euro Scheine tatsächlich beeindrucken oder gar abschrecken oder aufhalten kann. Wer wirklich betrügen will, der findet in Zeiten von Bitcoins und allen modernen Möglichkeiten durch das Internet sicherlich auch andere Mittel und Wege, wie er seine illegalen Aktivitäten durchführen und bezahlen (lassen) kann.

Gefakte Rechnungen, doppelt bezahlte Rechnungen und sonstiger Betrug mit dem „Geld in anderer Papierform“ seien laut dem Linzer Ökonom Friedrich Schneider auch schon lange nichts besonderes mehr. Aus diesem Grund zweifelt er auch an der tatsächlichen Wirksamkeit einer kompletten Abschaffung des Bargelds. Dass zukünftig nur noch mit Karten bezahlt und alle Bezahlvorgänge auf Konten nachvollziehbar sein sollen, das munkeln Finanzexperten schon lange – doch wahrscheinlich wird dies die Quote der illegalen Aktivitäten nur um bis zu maximal 15 Prozent senken, so vermutet der Friedrich Schneider weiter. Ein messbarer Einfluss auf die Finanzierung im Bereich Terrorismus wird sogar gänzlich abgestritten.

Wussten Sie übrigens? Rund ein Viertel aller auf dem Markt befindlichen 500 Euro Scheine sollen bei den Spaniern im Umlauf sein, hier kursiert aufgrund seiner gleichermaßen vorliegenden Beliebt- UND Verpöntheit sogar der leicht anzügliche Wortwitz „Bin Laden“, wie man hier den Schein mit einem Schmunzeln nennt. Bin Laden aus dem Grund, dass die Existenz des 500 Euro Scheins zwar bekannt ist, aber niemand die entsprechende Banknote gesehen haben will.

Anders halten es dagegen die Engländer und Dänemark. Englische Wechselstuben können bereits seit dem Jahr 2010 keine lila Scheine mehr wechseln, bei den Dänen wird dies ab dem Jahreswechsel ebenfalls eine Realität sein.

Greifen Sie lieber auf 10 und (oder) 200 Euroscheine zurück. Das ist sicherer und Sie haben nicht so viel Geld im Portmonee.