Betrüger versuchen mit Geld vermeintlichen kostenlosen Diensten aus der Tasche zu ziehen

Im Internet versuchen trickreiche Anbieter mithilfe von Intelligenztests, E-Mails mit Hinweisen auf angebliche Erbschaften oder Warenprobentests den Nutzern das Geld mit vermeintlichen kostenlosen Diensten aus der Tasche zu ziehen. Darüber berichtet Klicksafe.

Wie vorgegangen wird

Die Vorgehensweise ist von vielen Betreibern oftmals die Gleiche. Zunächst einmal erscheint dem Nutzer auf dem ersten Blick die Angebote kostenlos. Zeitgleich werden diese aber mit der Teilnahme an einem tollen Gewinnspiel gelockt, bei dem dieser dann eine hohe Sach- oder auch Geldpreise gewinnen kann. Dies ist jedoch nicht der Fall. In den meisten Fällen warten hier entweder einmalige Nutzungsentgelte (meist 30 oder 59 €) oder aber, der Nutzer schließt ein Abonnement für z.B. eine Zeitung oder einen Klingelton ab, der dann ein dauerhaftes und kostenpflichtiges Abonnement nach sich zieht.

Bei diesen Seiten werden die Betreiber oftmals mit dem gleichen vorgehen: Der Kunde ist der 100.000 Besucher dieser Webseite und kann nun eine von 10 Spielkonsolen gewinnen. Es gibt auch andere Betreiber, die das Ganze auf der „wissenschaftlich fundierter“ oder „statistisch getesteter“ Basis machen und somit dann das zu erwartende Lebensalter oder den Intelligenzquotienten ermitteln können. Ebenso werden von manchen Betreibern auch angeblich kostenlose Einkaufsgutscheine in Aussicht gestellt. Dieses Vorgehen der Abzocke-Versuche gibt es auch über SMS, WhatsApp und anderen Apps. Dazu sollen nicht nur persönliche Angaben zu Alter und Geschlecht gemacht werden, sondern auch der vollständige Name und die Postanschrift angegeben werden, damit die gewünschten Informationen, die Spielkonsole, der Gutschein oder die Testergebnisse erhalten werden können.

Doch hinter diesen Angeboten steckt oftmals eine Täuschung, die auf den ersten Blick von den meisten Nutzern nicht erkannt wird. Durch die Eingabe der geforderten Daten kommen auf den Kunden dann nämlich reale Kosten zu. Dies ist sehr gut versteckt im Kleingedruckten verklausuliert und kaum auffindbar. Wer auf diese unzureichenden Preisinformation hereinfällt und sich dort registriert, kann sich gegen die geltend gemachten Forderungen im Regelfall wehren und die Zahlung verweigern. Den Betreibern dieser Seiten ist bekannt, dass diese mit ihren Forderungen kaum eine Chance haben und somit versuchen diese dann die Betroffenen in Form von Mahnschreiben oder Inkassoschreiben zur „freiwilligen“ Zahlung mittels Einschüchterungen zu bewegen.

Worauf sollte man achten, bevor man sich bei einem Angebot registriert?

Sie sollten in jedem Fall jedes „Gratisangebot“, „Clubmitgliedschaft“ oder auch „Gewinnspiel“ und Ähnliches genau prüfen, ob dabei ein Preishinweis versteckt ist. Ihre Vorsicht sollte groß sein, wenn die Wörter „kostenlos“ oder „gratis“ groß angepriesen sind. Werden Sie aufgefordert, Ihre persönlichen Daten einzugeben, sollten Sie auf folgende Punkte genau achten:

  • Sie sollten auf jeden Fall einen Blick in die AGBs (Kleingedruckte) Dafür müssen Sie auf der Internetseite ganz nach unten scrollen. Ihr besonderes Augenmerk sollte darauf liegen, ob ein Kostenhinweis versteckt ist. Keine Frage, ein Vergnügen ist es nicht, sich durch seitenweise AGBs zu lesen, doch diese sind im Internet fast die einzige Informationsquelle, die Ihnen sagen kann, worauf Sie sich einlassen.
  • Mit der Angabe Ihrer persönlicher Daten sollten Sie in jedem Fall sehr sparsam und vorsichtig umgehen. Sie sollten sehr sorgfältig prüfen, an wem Sie Ihre Bankdaten weitergeben.
  • Lesen Sie sich die Vertragsbedingungen gewissenhaft durch, bevor Sie Ihre Anmeldung per Mausklick bestätigen. Wenn dort eine (Mindest-) Vertragslaufzeit oder von Kündigungsfristen die Rede ist, dann sind damit Kosten und vertragliche Bindungen verbunden.
  • Sie sollten Sie durch die Teilnahme an tollen Gewinnspielen nicht blenden lassen. Oftmals sollen die angepriesenen Gewinne von den Kosten ablenken.
  • Achten Sie darauf, ob Sie über Ihr Widerrufsrecht informiert werden. Oftmals haben sie die Möglichkeit bei Vertragsabschlüssen im Internet, diesen innerhalb von zwei Wochen auch widerrufen zu können. Wenn keine ordnungsgemäße Belehrung über das Widerrufsrecht erfolgt, dann ist es oftmals möglich, den geschlossenen Vertrag noch länger rückgängig zu machen.
  • Achten Sie unbedingt darauf, ob sie nicht doch ein ungewolltes Kästchen aktiviert haben, sozusagen der „Haken mit dem Haken“. Manchmal werden nur Verweissternchen (*) in besonders arglistigen Fällen verwendet und die Anmerkungen und Preise dazu stehen oftmals dann am unteren Rand der Seite.

Fake Shop und Online-Abzocke

Sie sollten ebenso Vorsicht walten lassen, wenn Sie im Internet einkaufen, denn auch hier lauern Betrüger und Datendiebe. Es können durch unvorsichtiges Nutzerverhalten oder Sicherheitslücken am Computer die Kunden- und auch Zahlungsdaten ganz schnell in falsche Hände geraten.

Bei sogenannten „Fake Shops“ sollte besondere Vorsicht geboten werden. Die betrügerischen Online-Shops sind nicht auf den ersten Blick zu erkennen. Es gibt auch beinahe identische Kopien von bereits existierenden Online-Shops. Jedoch sind diese Fake-Shops oftmals nur recht kurzfristig online. Es wird mit aufwendig gestaltete und seriös wirkende Webseiten und sehr günstigen geworben.

Es gibt verschiedene Methoden, um herauszufinden, ob man einem unbekannten Onlinehändler oder einem Angebot trauen kann. Zu Beginn des Angebotes sollten Sie sich die Warenpreise des Anbieters ansehen und sich damit auseinandersetzen. Liegen diese weit unter dem marktüblichen Niveau, dann sollten Sie in jedem Fall misstrauisch werden.

Ebenso ein weiterer Hinweis ist das Fehlen eines Impressums auf der Seite eines zweifelhaften Anbieters. Wenn zwar ein Impressum vorhanden ist, aber keinerlei Kontaktmöglichkeiten bestehen, dann ist dies ebenso ein verdächtiges Zeichen.

Ist dies der Fall, können Sie den Artikel nicht wieder zurückschicken. Bei Ihrer Entscheidung kann auch ein Blick in die Kundenbewertungen helfen. Allerdings unterliegt die Kommentarspalte auch den Anbietern. Dadurch können ebenso falsche oder auch ausschließlich wohlwollende Bewertungen eingestreut werden. Suchen Sie am besten nach externen Bewertungen zu diesem Händler.

Viele Betrüger werben auch auf ihren Internetseiten damit, dass es mehrere Bezahlmöglichkeiten während des Bestellens gibt, jedoch schlussendlich lediglich Vorkasse, Direktüberweisung oder aber Versand per Nachnahme übrig bleibt. Dies hat den Hintergrund, dass der Kunde es hinterher viel schwerer hat, sein Geld bei Unstimmigkeiten vom Anbieter zurückzubekommen.

Rechtslage bei Online-Abzocke

Oftmals sind die Kosten bei solchen „Abzocke-Seiten“ ganz am Seitenende oder aber versteckt in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) zu finden. Allerdings kommt ein wirksamer Vertrag nur dann zustande, wenn der Kunde vor dem Abschluss eines Kaufes auch ausreichend informiert wurde. Im Bürgerlichem Gesetzbuch (BGB) gibt es seit 2012 die sogenannte „Button-Lösung“. Das bedeutet, der Gesetzgeber gibt über § 312j Abs. 3 BGB vor, dass der Nutzer erkennen muss, ob es sich bei dem Angebot um ein gebührenfreies oder kostenpflichtige Angebot handelt. Bei Kostenpflichtigen Internetangeboten müssen im Bestellvorgang vor Abschluss einer Bestellung ein klarer Hinweis mit „zahlungspflichtig zu bestellen“ oder einer vergleichbaren Formulierung gekennzeichnet sein. Genauso transparent müssen die Kosten, etwaige Vertragslaufzeiten und auch die Kündigungsfristen sein. Ein rechtswirksamer Vertrag kommt nicht zustande, wenn dieser Hinweis fehlen sollte.

Ein weiterer Punkt ist, dass Minderjährige je nachdem, wie alt sie sind, nur beschränkt geschäftsfähig bzw. geschäftsunfähig sind. Diese geschlossenen Verträge sind so lange schwebend unwirksam, bis die Eltern entscheiden. Wenn diese kein Einverständnis geben, dann kann das Geld auch vom Unternehmen nicht eingefordert werden. In dem Flyer „Abzocke im Internet“ erhalten Sie weitere Informationen zu dem Thema.

Ein Gespräch mit der örtlichen Verbraucherzentrale oder einem Anwalt ist dann ratsam, wenn man dann doch einem Betrüger ins Netz gegangen ist und das trotz aller Vorsicht oder aber, wenn sich der Händler weigert, die Rechte des Käufers zu respektieren.

Wie verhalte ich mich bei Phishing-Attacken?

Phishing-Attacken treffen immer mehr Internetnutzer. Die Betrüger versuchen mithilfe von Phishing-Mails ( das Wort ist abgeleitet von dem englischen Wort „fishing“ = Fischen mit einem Köder) an die sensiblen Daten wie Kreditkarten-Nummern, PINs, TANs (Kundennummern z.B. beim Online-Banking) oder auch Passwörter im Internet „abzufischen“, bedeutet, auszuspionieren.

Die Internetbetrüger täuschen die E-Mail-Empfänger damit, dass sie die Identität von unterschiedlichen Unternehmen wie beispielsweise Banken, Auktionshäuser, Internetshops oder ähnlichem annehmen und deren E-Mail-Design und Webseiten imitieren. Das Opfer wird dann mithilfe der Phishing-E-Mail dazu animiert, die täuschend echt wirkende Webseite aufzurufen und dort dann die persönlichen Daten zu aktualisieren oder das Passwort zu ändern.

Sicher einkaufen im Internet

Es bieten sich viele Vorteile mit dem Einkaufen in virtuellen Geschäften. Die Preise der einzelnen Anbieter lassen sich einfach miteinander vergleichen, die Auswahl ist nahezu unendlich und es gibt keine Geschäftszeiten. Das Online einkaufen wird immer attraktiver, je älter ein heranwachsender Mensch wird. Die Online-Shops locken ihre zukünftige Kunden mit vermeintlichen Angeboten wie Sonderangebote, Gutscheine oder auch Aktionen wie der sogenannte „Black Friday“ oder „Cyber Monday Woche“. Die Erfahrung hat jedoch gezeigt, dass diese „Angebote“ oftmals keine sind und die Artikel nicht viel günstiger sind als sonst. Die Preisreduzierungen liegen, mach den Ergebnissen der Verbraucherzentrale NRW oftmals deutlich unter dem versprochenen Nachlass bei solchen Aktionstagen. Dies liegt daran, dass sich die Prozentangaben des Rabattes oftmals auf den vom Hersteller angegebene unverbindliche Preisempfehlung (UVP) orientiert, die im Regelfall teurer ist und nicht auf den eigentlichen Preis des Artikels.

  • Wie realistisch ist der Kaufpreis? Prüfen Sie die Rabatte und vergleichen die Preise.
  • Verfügt der Shop über ein Impressum?
  • Bietet der Händler eine Kontaktmöglichkeit an?
  • Wie haben andere Kunden den Händler bewertet?
  • Werden sichere Bezahlmöglichkeiten angeboten? Keine Vorkasse!
  • Werden die Daten bei einem Einkauf verschlüsselt übermittelt?

Gütesiegel seriöser Online-Händler

Eine gute Orientierung können Gütesiegel bei einem seriösen Online-Shop helfen und somit die Wahl erleichtern. Von der Initiative D21 werden die Qualitätskriterien für Online-Händler definiert. Daher empfehlen diese auch die folgenden Gütesiegel.

Sichere Datenübermittlung

Ein sehr wichtiger Punkt, den Sie unbedingt bei Ihrem Online-Einkauf beachten sollten, ist, ob der Shop Ihre Daten auch verschlüsselt übermittelt bekommt bei der gewünschten Zahlungsmethode. Sie können dies ganz leicht an der Meldung wie „Sie haben ein geschütztes Dokument angefordert“ oder auch „Sie sind im Begriff, sich Seiten über eine sichere Verbindung anzeigen zu lassen“ erkennen. Ein weiteres Zeichen ist, dass in Ihrem Browser aus dem „http“ ein „https“ wird und im unteren Bereich oder auch in der Adresszeile ein kleines Vorhängeschloss erscheint.

Rechte bei Online-Bestellungen

Es gelten auch beim Online-Shopping die gleichen Rechte für den Käufer und Verkäufer, wie dies auch bei einem Geschäftsabschluss im Laden der Fall ist. Der Kunde hat außerdem ein vierzehntägiges Widerrufsrecht, das bedeutet, wem die Ware nicht gefällt und es sich noch innerhalb der vorgegebenen, gesetzlichen Frist befindet, der kann diese auch ohne Angabe von Gründen zurückschicken. Diese Pflicht gilt auch bei der Gewährleistung von Produkten, sind diese defekt, kann eine Reparatur eingefordert werden.

Geschäftsfähigkeit von Kindern und Jugendlichen im Internet

Kinder und Jugendliche können aufgrund der Kaufangebote im Internet leicht dazu verleitet werden, Geld auszugeben. Es kommt in diesem Zusammenhang nicht selten vor, dass es eine ungewollte Bestellung oder auch regelrechte Abzocke von unseriösen Händlern kommt. Für gewollte und ungewollte Ausgaben im Internet ist die geltende Rechtslage die Grundlage und damit kommt die Frage auf: Dürfen Kinder und Jugendlich überhaupt ein Online-Geschäft tätigen?

Vom Prinzip her gelten sowohl für Online-Einkäufe die gleichen Vorgaben wie es im nicht virtuellen Raum der Fall ist: Wenn ein Kund jünger als sieben Jahre ist, dann ist es nicht geschäftsfähig und kann somit auch keinen Kaufvertrag abschließen. Kinder und Jugendliche im Alter zwischen 7 und 17 Jahren sind beschränkt geschäftsfähig. Ohne das Einverständnis ihrer Eltern sind lediglich kleine Einkäufe möglich. Der Wert der erworbenen Ware muss sich laut Taschengeldparagraph innerhalb des preislichen Rahmens des Taschengeldes befinden. Größere Investitionen fallen nicht unter den Taschengeldparagraph, ebenso Verträge mit einer dauerhaften Bindung wie dies bei einer Ratenzahlung oder einem Abonnement der Fall wäre.

Jedoch überprüfen die meisten Händler im Internet nicht das Alter ihrer Käufer, so dass Kinder und Jugendliche dort problemlos teure Waren auf Rechnung oder auch ein Abschluss für ein Abonnement möglich ist. Laut dem Gesetz müssten Eltern diesem Kauf entweder im Vorfeld oder im Nachhinein zustimmen. Wenn die dieses nicht tun, ist der Kaufvertrag auch unwirksam.