Im Oktober 2017 ist die Amerikanerin Katelyn McClure mit ihrem Auto liegen geblieben. Hoffnungslos und ohne Geld in den Taschen, musste sie versuchen irgendwie nach Hause zu kommen. Dann tauchte der Obdachlose Militär-Veteran Johnny Bobbit Jr. auf und gab ihr seine letzten 20$ für Benzin.

Aus Dankbarkeit  eröffnete Katelyn McClure zusammen mit ihrem Freund Mark D´Amico eine Spendenkampagne über die Internetseite GoFundMe mit dem Ziel 10.000$ zu sammeln, um dem Obdachlosen ein altes Auto zu kaufen und eine Wohnung mieten zu können.

Diese Geschichte wurde so von dem Pärchen ins Netz gestellt, aber laut www.faz.net stehen nun alle drei Beteiligten wegen Diebstahl durch Irreführung und der Verschwörung vor Gericht.

Mit Spendenkampagne abgezockt

Bennit, D´Amico und McClure vor der Tankstelle

Spendenkampagne für Obdachlosen geht Viral

Viele Menschen empfanden diese Story als herzerwärmend, spendeten Geld und teilten die Seite weiter auf Facebook und anderen Social Media Plattformen. Das Ziel von 10.000$ war schnell überschritten, nach nur einem Jahr haben 14.000 Spender insgesamt 403.000$ zusammen getragen. Sogar die Zeitungen berichteten von dem Obdachlosen Samariter. Und alle glaubten es sei für einen guten Zweck.

Im August 2017 warf der Obdachlose dem Paar eine Unterschlagung vor, denn er habe mit 75.000$ nur einen Bruchteil der gesamten Spenden erhalten. Anschließend stellte sich heraus, dass McClure und D´Amico das Geld für große und luxuriöse Urlaube und einen teuren BMW ausgegeben haben. Johnny Bobbit Jr. verklagte das Paar daraufhin.

Die dreiste Verschwörung wird aufgedeckt

Durch einen Fehler der Angeklagten kam dann die ganze und wahre Geschichte zum Vorschein. „Die ganze Kampagne basierte auf einer Lüge“, sagte der Staatsanwalt von Burlington County, Scott Coffina. Kurz nach dem Start der Spendenkampagne habe der Angeklagte in einer SMS an einen Freund zugegeben, dass die komplette Geschichte ausgedacht war. D´Amico, McClure und Bobbit haben sich verschworen und diese Samariter-Geschichte erfunden, um Geld von bereitwilligen Menschen zu ergaunern und für persönliche Bedürfnisse auszugeben. Die drei kannten sich anscheinend schon Monate vor der Aktion, kennengelernt haben sie sich vor einem Casino. Da entwickelten Katelyn und Mark den Plan, mit dem Obdachlosen das große Geld zu machen. Laut eigenen Angaben wusste Bobbit zu diesem Zeitpunkt noch nicht Bescheid. Erst als die Medien Wind von der Spendenkampagne bekamen und den Obdachlosen interviewen wollten, wurde ihm der Plan offenbart.

Ein Happy-End für die abgezockten

Kurz nachdem die wahre Geschichte ans Licht kam, gab die Spendenplattform GoFundMe bekannt, dass sie die insgesamt 14.000 Spenden-Opfer entschädigen wollen. Wie genau diese Entschädigung aussieht, ob die Spender die gesamten 403.000$ oder nur einen Teil davon zurückbekommen, ist noch unbekannt.

Jedoch ist klar, dass man sich vor einer Spende gut informieren sollte, wohin das Geld eigentlich geht. Es ist nicht der erste Fall, bei dem viele gutmütige Menschen über den Tisch gezogen wurden. Deshalb: Quelle und Hintergrundgeschichte überprüfen und anschließend, wenn alles seriös erscheint, Geld für das Allgemeinwohl ausgeben.