Betrugsmaschen aufgelistet

In der letzten Zeit haben wir auf Onlinebetrug viel über Betrug berichtet. Hier erklären wir in Kurzform einige Betrugsmaschen und wie die funktionieren. Gehen Sie nie auf solche Betrugsmaschen ein. Seien Sie sehr vorsichtig. Auch nachzulesen auf N-TV.

Welche Arten von Betrug gibt es derzeit?

Die Wohnung muss man heute im Regelfall nicht mehr verlassen. Jeder kann sich heute nahezu alles nach Hause liefern lassen. Jedoch gibt es auch Verbrecher, die bis an die Haustür kommen. Allerdings nicht als Einbrecher sondern als Betrüger. Hier gibt es einen Überblick über die gängigen Maschen der Betrüger.

Bestellbetrug

Klingelt es in der heutigen Zeit an der Tür, so ist es oft ein Paketbote der etwas bringt. Oftmals fragt der Paketbote dann, ob ein Paket für die Nachbarn angenommen werden kann. Die Polizei warnt allerdings auch davor, dass es sich hierbei um Betrüger handeln kann. So bestellen Kriminelle unter falschem Namen teure Markenartikel und lassen diese an Adressen senden, an denen sie gar nicht gemeldet sind. So nutzen sie oftmals die Möglichkeit und bringen beispielsweise falsche Namen an den Briefkästen an wenn die Bewohner verreist sind.

Wenn der Lieferant dann vor der Haustür steht und niemand öffnet wendet dieser sich an einen Nachbarn. Dieser nimmt das vermeintliche Paket dann im guten Glauben an und wartet dementsprechend auf die Abholung des Pakets. Irgendwann klingelt es dann erneut und ein Fremder möchte das Paket gerne abholen. Dabei erzählt die Person häufig, dass sie gerade erst eingezogen ist oder das Paket für den verreisten Empfänger abholen würde. Allerdings ist genau dann eine heikle Situation entstanden, denn wer das Paket dann herausgibt könnte dann selbst zum Opfer von Betrug werden. Der Betrug besteht in diesem Falle darin, dass der Besteller die Rechnung der Ware nicht bezahlt hat und diese jedoch in seinem Besitz hat. Mitunter muss dann häufig derjenige die Rechnung bezahlen, der die Ware in gutem Glauben angenommen und weitergegeben hat.

Fake Microsoft Mitarbeiter

Die meisten Computer verwenden das Betriebssystem Windows. Genau aus diesem Grund nutzen viele vermeintliche Betrüger diese recht simple Betrugsmasche, denn nicht gerade wenige Personen haben damit ihre Probleme und benötigen entsprechende Hilfe. Hierbei läuft die Masche meist nach diesem Prinzip ab. Es klingelt das Telefon und ein vermeintlicher Microsoft Mitarbeiter meldet sich per Telefon und muss leider schlechte Nachrichten verbreiten. Der eigene PC sei wohl von einem Virus befallen und / oder gehackt worden. Daher benötige dieser ein neues Sicherheitszertifikat und benötigt daher dringend eine Lösung bzw. Reparatur. Wer dies bereits glaubt ist schon in etwa in die Falle getappt. Als nächste Maßnahme bietet der vermeintlich echte Microsoft Mitarbeiter dann an eine Fernwartungssoftware zu installieren. Hierbei handelt es sich aber im Regelfall um sogenannte Spähprogramme, die beispielsweise Passwörter für Onlinebanking und andere wichtige Zugänge finden sollen. Der Anrufer verlangt dabei zudem oftmals noch eine Servicegebühr für die Hilfestellung und / oder bietet einen kostenintensiven Wartungsvertrag an. Der einfachste und wirkungsvollste Schutz ist dabei der einfach direkt aufzulegen, wenn ein solcher Anruf von Microsoft kommen sollte. Das Unternehmen macht nämlich solche Anrufe nicht und daher ist in 99% aller Fälle von einem Betrugsversuch auszugehen.

Nebenjob Finanzagent

Wer träumt nicht von einem lukrativ wirkenden Nebenverdienst. Allerdings möchten die wenigsten auf ihre Freizeit verzichten. So gibt es oftmals im Internet eine Menge an Werbeanzeigen wie „Beste Verdienstmöglichkeit mit wenig Arbeit“ oder ähnliche Beiträge. Dahinter kann sich jedoch ein Betrug verstecken, denn die Opfer werden dadurch nicht nur schnell um Geld gebracht, sondern zudem noch als Mittäter dazu ermuntert. Dabei geht es bei dieser Betrugsmasche um Jobs als „Finanzagenten“, „Finanzmanager“ oder ähnliches. Es gibt hierbei sehr viele Bezeichnungen, hinter denen sich jedoch meist immer dasselbe verbirgt. Wer sich auf diese Jobbezeichnungen einlässt muss meist das eigene Girokonto für etwaige Überweisungen zur Verfügung stellen.

Hierbei überweist jemand eine Summe X auf das angegebene Konto und bittet dann darum dieses Geld per Bargeldversand oder Finanztransfer (beispielsweise Western Union) an eine weitere Person vorzugsweise im Ausland ansässig zu versenden. Dabei erhält der Überweisenden eine Provision im Rahmen zwischen 5 und 20 Prozent. Hierbei gibt es jedoch ein größeres Problem, denn das erhaltene Geld stammt dabei von Personen, die ebenfalls Opfer von Betrug geworden sind. Dabei wurde den Personen oftmals entweder mittels einer Phishing Maßnahme das Geld buchstäblich vom Konto geräumt oder es wurde etwas online bestellt und auf das Konto des jeweiligen Finanzagenten dann überwiesen. Die Lieferung wurde dann natürlich nicht ausgeführt und der ahnungslose Besteller hat dann keine Ware erhalten. Der vermeintliche Finanzagent bleibt dann auf dem Schaden sitzen. Gerade deshalb ist von solchen Nebenjobs dringend abzuraten.

Geldautomatenbetrug

Ein ebenfalls sehr hoher Betrugsfall ereignet sich häufig an den beliebten Geldautomaten diverser Banken. Hierbei geht es um die sogenannte „Skimming“ Methode. Der Begriff heißt soviel wie absahnen und explizit darum geht es auch. Dabei versuchen Verbrecher mit goßem Aufwand die Geheimzahlen und Kontodaten der Nutzer zu erbeuten. Von dieser Betrugsmasche hat nahezu jeder schonmal über Funk und Fernsehen gehört. Die Betrüger fügen dem Geldautomaten dann eine völlig neue Oberfläche an, der dann die gesamten Transaktionsdaten aufnimmt und kopiert. Manchmal sind hinter den Prospekthaltern auch kleine Kameras versteckt oder sie verstecken sich unter einer Attrappe bei den Rauchmeldern. Die Polizei rät daher dazu die Geheimzahl so einzugeben, dass sie von niemandem eingesehen werden kann. So sollte diese im Idealfall mit der Geldbörse oder der Hand verdeckt gemacht werden.

Eine andere Betrusgvariante ist das sogenannte „Cash-Trapping“. Mithilfe dieser Betrugsmethode versuchen die Betrüger den Ausgabeschlitz des Automaten so zu manipulieren, dass die Scheine darin dann stecken bleiben. Wenn der Kunde dann weg geht um sich an einen Mitarbeiter der Bank zu wenden kann sich der Verbrecher mittels seiner Werkzeuge das Geld des vermeintlichen Opfers direkt einstecken. Sollte das Geld also einmal stecken bleiben sollte man zunächst nicht direkt weg gehen sondern lieber über das Handy die Bank anrufen oder gleich die Polizei informieren.

Falsche Polizisten als Betrugsmasche

Hierbei gibt es verschiedene Methoden. Manchmal stehen diese vor der Haustür, manchmal rufen diese auch persönlich an und / oder schreiben auch eine Nachricht bzw. einen Brief. Dabei ist das Ziel zumeist Schmuck oder Bargeld zu erbeuten. Wenn die falschen Polizisten an der Tür sind zeigen sie meist falsche Ausweise um den Zugang zur Wohnung zu bekommen. Dabei lenkt dann einer der Täter das Opfer ab während der andere die Wohnung nach Wertgegenständen absucht. Häufig kommt es auch vor, dass die vermeintlich falschen Polizisten den Besuch vorher per Telefon ankündigen. Dabei wird dann häufig behauptet, dass der Schmuck in der Wohnung nicht sicher wäre und von der Polizei aus diesem Grund abgeholt werden wird um diesen in Sicherheit zu bringen. Dabei verlangen die Täter in Briefen häufig auch die Zahlung vermeintlicher Geldstrafen und drohen sonst auch häufig mit einer Inhaftierung. Diese ganzen genannten Fälle sind natürlich alle nicht als ernst zu betrachten, da man Unbekannten niemals Geld oder auch den Zutritt zur Wohnung geben sollte.

Der Enkeltrick

Ein nach wie vor sehr beliebter Betrugstrick ist der sogenannte „Enkeltrick“. Hierbei klingelt häufig das Telefon von Senioren und die vermeintliche Nachricht am anderen Ende lautet zunächst: „Rate mal, wer hier spricht“! So versuchen Verbrecher ihre Opfer dann zu überlisten. Hierbei wird häufig der Name des vermeintlichen Enkels genannt und so gibt sich der Betrüger fortan als dieser aus. Es wird dann meist eine dramatische Geschichte erzählt, die meist in einer Geldnot endet und somit geholfen werden muss. Der Enkel kommt dann schnell vorbei oder es wird ein Treffpunkt vereinbart damit die Geldübergabe stattfinden kann. Sogenannte Enkeltrickbetrüger haben durch diese Weise schon teilweise fünfstellige Beträge ergaunert. Dabei rät die Polizei dazu niemals Fremden Geld zu geben und im konkreten Verdachtsfall stets Fragen zu stellen, die auch nur von einem echten Enkel beantwortet werden könnten.

Romance Scamming

Heutzutage nutzen immer mehr Singles die Möglichkeiten über das kennenlernen im Internet. Doch auch hier lauern schnell Betrüger auf ihre Beute. Sie laden mit sogenannten Fake Profilen ihre Opfer auf einen Chat ein und scheinen dabei von der jeweiligen Person gleich sehr berührt zu sein. Dabei zeigen sich Frauen häufig sehr leicht bekleidet und daraus ergibt sich dann oft ein wochenlanger Kontakt mit teilweise auch sehr langen Telefongesprächen.

In späteren Gesprächsverläufen kommt dann unweigerlich einmal das Thema Westafrika auf. Nach Angaben der Person hält sich diese dort meist gerne auf und benötigt Geld für ein Flugticket um beispielsweise nach Deutschland kommen zu können. Das vermeintliche Ticket wird dann aber im Regelfall nie gebucht und es passiert vorher meist immer irgendwas. Das kann ein Überfall sein, ein Unfall oder es werden die Pässe plötzlich eingezogen. Die Geschichten sind natürlich alle nicht wahr und es geht den Betrügern grundsätzlich nur darum an Geld zu kommen. Hierbei sprechen die Ermittler meist von der sogenannten „Nigeria Connection“. Diese ist schon seit den 80er Jahren aktiv und damals lief diese Masche noch ganz herkömmlich über Briefe. In der heutigen Zeit wird eben das Internet als Medium für den Betrug genutzt.