Ehepaar wurde freigesprochen

Ein Kamener Paar geriet unter Betrugsverdacht durch einen kriminellen Nachbarn, der unter fremdem Namen im Internet Ware bestellte berichtet der Hellwegeranzeiger. Die Unschuld erkannte der Richter

Ein Ehepaar in Kamen sollte gemeinsam mit ihren Nachbarn Bestellbetrug im größeren Stil praktiziert haben. Vor dem Unnaer Schöffengericht beteuerten mit Erfolg die 32-Jährige und ihr Gatte (37) nun aber ihre Unschuld.

Quelle: https://www.hellwegeranzeiger.de/Kamen/Bestell-Betrug-mit-Sex-Spielzeug-Kleidung-und-Kuechengeraeten-Plus-1356988.html?overlay_registration=true&NewReg=true

Betrug mit Kleidung, Küchengeräten und anderes

Knapp 4000 Euro Schaden

Mit verantwortlich für diese gewerbsmäßige Betrugsserie sollte das Kamener Paar sein. Das Verfahren gegen seine Frau, die unbeteiligt gewesen sein soll, wurde ohne Auflagen eingestellt. 35 Bestellungen kamen zusammen. Der Schaden war knapp 4000 Euro. . Damals räumte der Nachbar 18 Taten ein und belastete zeitgleich das andere Paar. Für ihn endete der Fall mit 18 Monaten Haft auf Bewährung und 120 Sozialstunden. Offene Wünsche dürfte es zwischen Sommer 2015 und Herbst 2016 nicht gegeben haben. Von Technik über Spielzeug, Werkzeug, Kleidung und Küchengeräte bis hin zum Sex-Spielzeug wurde unter falschen oder fremden Namen wurde eifrig online geordert. Bereits im Sommer saßen die Eheleute mit den Nachbarn auf der Anklagebank.

Die Eheleute wurden Freigesprochen

Übrig blieben die Eheleute. Ihr Verfahren wurde abgetrennt und nun neu aufgerollt. „Die Vorwürfe treffen ihn tatsächlich nicht“, betonte der Verteidiger des 37-Jährigen. Für den Nachbarn fand er deutliche Worte: „Der ist schlauer als wir alle zusammen.“ Der Mann sei bei den Taten „sehr kreativ“ vorgegangen. Ganz ähnlich formulierte die Anwältin der 32-Jährigen die bestreitende Einlassung. Lediglich eine Bestellung bei einer Online-Apotheke sei von ihr getätigt worden und sie habe erst viel später bemerkt, dass der Betrag zurückgebucht worden sei. Deshalb habe sie das Geld noch einmal überwiesen. Auch erklärte sie, dass das Paar zuletzt die Annahme von Lieferungen verweigert und Paketboten gewarnt hätten: „Das sind Betrüger.“

Tatsächlich ließ sich aus Sicht des Gerichts letztlich nicht nachweisen, dass das Paar an den Betrügereien beteiligt war, zumal der Nachbar und seine Frau nicht im Zeugenstand erschienen. „Bei der Gemengelage ist es nicht möglich, eine Zuordnung zu den einzelnen Taten zu treffen und darauf ein über Zweifel erhabenes Urteil zu gründen“, so Richter Jörg Hüchtmann. Die Folge: Freispruch.