Firmen wurden bei der Auftragsvergabe begünstigt

Bluewin berichtet über einen fall von Korruption bei der Stadt Zürich. An den Ex-Leiter Haustechnik sind es happige Vorwürfe bei der Stadt Züricher Immobilienbewirtschaftung. Firmen bei der Auftragsvergabe begünstigt und er habe sich dabei bestechen lassen. Der Italiener vor Gericht seit Donnerstag steht.

Quelle:   https://www.bluewin.ch/de/news/vermischtes/guanziroli-am-gericht-preisabsprache-bei-der-stadt-zuerich-angestellter-machte-die-hohle-hand-231822.html

Bei der Stadt Zürich hat Angestellter im großem Stil Korruption begangen

Der Angeklagte ist geständig

Bereits hat der 39-jährige Angeklagte die ihm vorgeworfenen Straftatbestände eingeräumt. Deshalb findet der Prozess vor dem Zürcher Bezirksgericht im abgekürzten Verfahren statt. Um mindestens 20 Fälle geht es konkret, bei denen der Mann Geldbeträge in die eigene Tasche gesteckt hat und falsche Rechnungen ausgestellt. Der erste Fall, geht auf das Jahr 2014 zurück, so konnten es ihm die Strafbehörden nachweisen,.

Position als Amtsträger ausgenutzt

Wie er seine Position als Amtsträger ausnutzte, zeigt die Masche des Hauswartungstechnikers deutlich, um sich unrechtmäßig zu bereichern. So schlägt er dem Geschäftsführer einer Zürcher Haustechnik GmbH im Sanitärbereich folgendes Geschäft vor: Die Firma soll die erbrachten Dienstleistungen überhöht und ausgeschmückt in Rechnung stellen. Das so gewonnene Geld würden sie dann untereinander aufteilen. Der Geschäftsführer willigt tatsächlich ein und stellt der Stadt elf getürkte Rechnungen im Gesamtbetrag von 18'000 Franken aus. Allein bei diesen Deals fließen 2'300 Franken in die Tasche des Haustechnik-Leiters.

Einen Teil der Anklageschrift im Wortlaut

Die Staatsanwaltschaft ist überzeugt, dass sich dieser zum damaligen Zeitpunkt in völliger Sicherheit wägt. So schreibt die Behörde in ihrer Anklageschrift, die «Bluewin» vorliegt: «Der Beschuldigte verfügte bei seinen Auftragserteilungen und Rechnungsgenehmigungen über eine Finanzkompetenz von 2'000 Franken, bis zu welchem  Betrag er die Rechnungen selbständig ohne weitere Kontrolle seines Vorgesetzten genehmigen und zur Zahlung veranlassen konnte.»

Niemand bei der Stadt Zürich bemerkte deshalb, dass mit den Rechnungen etwas nicht stimmt. Völlig ahnungslos überweist die städtische Zahlungsstelle die frisierten Beträge an die Firma.

Es wurden gezielt Geschäftsführer angestiftet

In den folgenden Wochen spricht er Führungskräfte bei diversen Firmen an, weil der, Haustechnikleiter noch nicht zufrieden ist, die mit Immo Zürich zusammenarbeiten. Er hat Erfolg beim Inhaber einer Putzfirma. Dieser ist bereit auch, den Betrug mit durchzuziehen. Mindestens fünf gefälschte Rechnungen werden erneut mit einem Gesamtbetrag von 8'000 Franken ausgestellt. Davon landen wieder 2'200 Franken im privaten Portemonnaie des Italieners.

Fast schon Mafia Manier aufgetreten

Sein korruptes Verhalten lässt sich der Beschuldigte auch  noch zusätzlich vergolden. So weiter und Wortwörtlich. Er lässt zu, dass der Geschäftsführer der Sanitärfirma und der Inhaber des Reinigungsunternehmens ihm weitere Geldbeträge zahlen. Sie wollen sicherstellen, dass sie auch in Zukunft von der Stadt Aufträge bekommen. Diese Zuwendungen und darunter auch Gratis-Putzdienste in der Privatwohnung des Angeklagten und haben einen Wert von rund 4'000 Franken.

Während rund zweier Jahre fast schon in Mafia-Manier  kann der Haustechniker sein kriminelles Verhalten völlig unbehelligt ausleben. Schließlich klicken endlich im März 2017 die Handschellen.

Vorarbeiter einer Malerfirma meldet den Fall und der Italiener war aufgeflogen

Der Gier des Beschuldigten ist es zu verdanken, dass der Fall auffliegt. Der Inhaber eines Gipser Geschäfts und ein Vorarbeiter einer Malerfirma lehnten beide sein unmoralisches Angebot entschieden ab und meldeten den Fall.

Die Anklageschrift ist sehr lang

Die Züricher Staatsanwaltschaft hat den Leiter Haustechnik nun im Wortlaut wegen mehrfachen Sich bestechen lassens, wegen mehrfachem Betrug, wegen mehrfacher Urkundenfälschung im Amt und wegen mehrfacher Vorteilsnahme angeklagt. Darüber hinaus hat sie das Privatvermögen des Mannes in der Höhe von über 31'000 Franken beschlagnahmt.

Dem Angeklagten kommt dies teuer zu stehen

Die Behörde fordert als Bestrafung, eine Geldstrafe in der Höhe von 24'000 Franken und eine Busse von deren 2'000. Zudem will sie, dass der Beschuldigte der Stadt eine  Aufwandsentschädigung von 9'000 und einen Schadenersatz von 8'000 Franken zahlt.

Den Job ist er los

Bei der Stadt Zürich hat der Leiter Haustechnik seinen Job los. Ebenfalls vor Gericht in separaten Strafverfahren müssen sich seine zwei Komplizen verantworten.