Verlockende Angebote kursieren immer wieder durch das Internet. Zu Schnäppchenpreisen werden Winterjacken bekannter Edelmarken angeboten. Versandkostenfrei und für 70 Prozent weniger wie im normalen Handel. Das „außergewöhnliche Novemberangebot“ auf diesen Internetplattformen klingt eigentlich viel zu schön, um wahr zu sein. Und der erste Eindruck täuscht nicht, denn das angebliche Fashion-Outlet, welches durchaus über eine professionell aufgemachte Webseite verfügt entpuppt sich als Fake-Shop. Für Kunden bedeutet dies, die Markenartikel sind von einer schlechten Qualität oder werden überhaupt nicht geliefert. Aktuell gibt es Hunderttausende solcher Shops, die Kunden um ihr Geld bringen.

In der Vergangenheit waren solche betrügerischen Seiten noch leicht zu erkennen. Die Webseiten waren mehr schlecht als recht von ihrem Aufbau und die gemachten Angaben waren sofort verdächtigt. Doch heute lassen sich diese Fake-Seiten nicht mehr von vertrauenswürdigen Seiten unterscheiden. Zum Teil sind diese Betrugsseiten 1:1 Kopien von tatsächlich existenten Webseiten und Käufer haben keinen Zweifel an der Echtheit.

Kriminaloberrat Harals Schmidt ist Geschäftsführer der polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes. Er merkte an, dass nicht nur die Produktbilder täuschend echt wirken, selbst das Impressum und die Allgemeinen Geschäftsbedingungen wecken das Vertrauen der Kunden. Der Grund liegt in der gut gemachten und authentischen Kopie der realen Online-Shops.

Fake Onlineshop

Quelle: Pixabay, Fake Onlineshop

Warnungen durch Verbraucherschützer und Kriminalpolizei

Es kommt immer wieder vor, dass Deutsche auf einen Internetbetrug hereinfallen. Sie gehen dem Irrglauben nach, teure Markenschuhe, Smartphones oder auch Fahrräder zu extrem günstigen Preisen zu kaufen. Doch was sie geliefert bekommen ist dann entweder Ramsch oder sie bekommen gar nichts geliefert. Es entsteht ein immenser Schaden. So hat eine Umfrage der Verbraucherzentrale Brandenburg ergeben, dass mehr als vier Millionen Deutsche bereits mindestens einmal Schaden durch einen betrügerischen Online-Shop erlitten haben.

Die meisten haben den Schaden erst bemerkt, als es zu spät war. Vier von zehn Opfern haben auch das bereits gezahlte Geld nicht wieder  erhalten. Der Grund ist schnell gefunden: Rechnungen müssen per Vorkasse wie Überweisung, Kreditkarte oder auch PayPal bezahlt. Gehört PayPal sonst zu einer sicheren Bezahloption, haben auch hier mehr als ein Drittel der Kunden ihr Geld nicht zurückholen können.

Fake-Shops haben Hochkonjunktur

Jeden Monat melden sich bei den Marktwächtern, welche zur Verbraucherzentrale Brandenburg gehören bis zu 20 Menschen, die um ihre Ware oder ihr Geld geprellt wurden. Wer Opfer wurde, sollte auf jeden Fall umgehend bei der Polizei Anzeige erstatten und alle Belege und Nachweise, die den Kauf dokumentieren mitbringen. Durch den Nachweis der Geschäftsbeziehung kann eine Löschung des Fake-Shops erreicht werden.

Die eigentliche strafrechtliche Verfolgung der Täter gestaltet sich hingegen als schwierig, weil der Sitz nicht selten im Ausland zu finden ist. Fake-Shop-Betreiber haben Hochkonjunktur, vor allen an Schnäppchentagen wie dem „Cyber Monday“ oder dem „Black Friday“. Diese stehen bald an und läuten das Weihnachtsgeschäft ein. Viele Menschen sind zu dieser Jahreszeit besonders leichtsinnig, da sie möglichst schnell und günstig ihre Geschenke kaufen wollen.

Die eigene Cypersicherheit rückt in den Hintergrund und diese Fahrlässigkeit kann sehr teuer werden. Alle Plattformen die mit unwahrscheinlichen Preisnachlässen werben, sollten kritisch begutachtet werden. Meistens reicht es aus, die Internetadresse zu suchen. Diese hat oft keinen Bezug der angebotenen Ware. Um zu sehen ob der Shop echt oder falsch ist, reicht es aus, den Namen in eine Suchmaschine einzugeben.

Eingeschränkte Zahlungsmöglichkeiten – Finger weg

Als Beispiel: Die Seite sale-mk.shop wirbt mit Preisnachlässen von bis zu 94 Prozent. Wird diese in eine Suchmaschine eingegeben, kommt der Hinweis „ Für diese Seite sind keine Informationen vorhanden“. Eines ist sicher, die gewünschte Luxustasche, bekommen Kunden hier definitiv nicht. Im Netz kursieren um die 100 Fake-Shops, die auf scheinbar seriösen Internetseiten agieren.

So wurden zum Beispiel eine Weile gefälschte Adidas Schuhe über die Seite des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs vertrieben. Dass an dem Shop etwas faul ist, erkennen Kunden auch an den eingeschränkten Bezahlmöglichkeiten. Wird die Ware nur gegen Vorkasse ausgeliefert heißt es besser Finger weg lassen. Logos bekannter Käuferschutz Zahlungsmodalitäten wie PayPal dienen nur als Lockmittel. Der Bezahlvorgang bringt irgendwann ab und es muss doch gegen Vorkasse bezahlt werden.

Bereits getätigte Überweisungen lassen sich nur in den wenigsten Fällen rückgängig machen. Bei einem Lastschriftverfahren haben Bankkunden zwar acht Wochen Zeit, diese zurück zu buchen, doch die Fake-Seiten begründen den Verzug mit Lieferschwierigkeiten. Nur ein Kauf auf Rechnung schützt wirksam gegen Betrug. Hier wird die Ware erst bezahlt, wenn sie geliefert wurde.

Impressum lesen

Wer sich die Zeit nimmt und das Impressum genau betrachtet, wird eventuell vor einem Betrug geschützt. Verdächtigt macht sich ein Shop, wenn er zum Beispiel nur eine E-Mail als Kontaktadresse angibt. Auch zeigen die Fake-Seiten oft Gütesiegel an. Diese Zertifikate haben sie meistens selbst erfunden. Will ein Verbraucher herausfinden, ob das Siegel echt ist, reicht es aus, dieses anzuklicken und zu sehen, ob es mit der Seite verknüpft ist, welche angegeben wurde. Die erfordert zwar zeitlichen Aufwand, schützt aber vor kostspieligen Betrügereien im Internet.

Quele: http://www.faz.net/aktuell/finanzen/meine-finanzen/richtig-einkaufen/achtung-kriminelle-online-shops-15896352.html