Zu sechs Monaten Jugend-Gefängnis verurteilt

Das Jugendgericht des Cloppenburger Amtsgerichts hat wegen Ebay Betrugs im großen Stil am Freitag einen Cloppenburger (20) zu weitere sechs Monate Jugendgefängnis verurteilt das berichtet Nwzonline. Gegen den Angeklagten war erst im September eine Jugendgefängnisstrafe von zwei Jahren und drei Monaten verhängt worden. Und das ist noch nicht alles. Auf den 20-Jährigen warten noch weitere Verfahren.

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Ebay Betrug mit nicht gelierten Autos

Cloppenburger sitzt wegen anderer Delikte in Untersuchungshaft

Wegen anderer Delikte sitzt der Cloppenburger zurzeit in Untersuchungshaft. Die zahlreichen Ebay-Betrügereien stehen aber dabei im Mittelpunkt. Nicht mit kleinen Angeboten gab sich der Angeklagte zufrieden. Viele Fahrzeuge bot er auf Ebay gleich an, zu erwerben waren die günstig. Er kassierte Anzahlungen in Einzelfällen von bis zu 1000 Euro. Das Geld habe er aber einbehalten und aber nie wurde ein Fahrzeug geliefert. Das Geld benötigte der Angeklagte für seine Spielsucht.

Der Angeklagte stand zum Zeitpunkt der Taten unter Bewährung.

Bagger hatte er vor zwei Jahren mit einem Bekannten geholfen. Strafverschärfend wirkte sich das alles erheblich aus. Der 20-Jährige war in dem Prozess um die Beihilfe zum Diebstahl schuldig gesprochen worden. Damals war noch von einer Bestrafung abgesehen worden zunächst wollte das Gericht abwarten, ob er auch ohne Straftaten leben kann und wie sich der Angeklagte entwickelt.

Das kommt einer Art „Vorbewährung“ gleich.

Durch die Ebay-Betrügereien hat der Angeklagte diese „Vorbewährung“ dann reichlich missbraucht. Deswegen gab es unteranderem nun keine Bewährung mehr. Die Urteile:

zwei Jahre und drei Monate Gefängnis und nochmals sechs Monate Gefängnis. Diese Urteile sind noch nicht rechtskräftig. Dass der 20-Jährige Berufung gegen die Urteile eingelegt, davon ist auszugehen. Vor dem Oldenburger Landgericht müssen dann die Fälle als Berufungsinstanz neu aufgerollt werden. Bleibt abzuwarten, ob das allerdings Erfolg haben wird.

Was bedeutet „Vorbewährung“?

Die Vorbewährung ist eine – nur im Jugendstrafrecht mögliche – Form, eine verhängte Jugendstrafe zur Bewährung auszusetzen. Die Entscheidung wird anders als im Erwachsenenstrafrecht nicht im Urteil ausgesprochen (§ 56 StGB), sondern im Urteil vorbehalten und ergeht spätestens neun Monate nach Rechtskraft des Urteils durch Beschluss.

Bei der Vorbewährung wird der Jugendliche zu einer Jugendstrafe verurteilt. Die Entscheidung, ob die Strafe zur Bewährung ausgesetzt werden kann, wird jedoch zurückgestellt und kann später nachgeholt werden. Anders als im Erwachsenenstrafrecht muss sich der verurteilte Jugendliche daher die Bewährung in einer Frist von einigen Monaten „verdienen“. Ihm können Auflagen oder Weisungen erteilt werden, von dessen Erfüllung der Richter die Gewährung der Bewährung abhängig machen kann. Außerdem untersteht der Jugendliche in dieser Zeit der besonderen Aufsicht von Bewährungshilfe und Jugendgerichtshilfe.

Erfüllt der Jugendliche die Auflagen, so wird die Jugendstrafe durch Beschluss zur Bewährung ausgesetzt. Erfüllt der Jugendliche die Auflagen nicht, so ergeht kein Bewährungsbeschluss und er muss die Jugendstrafe antreten. Gegen die Entscheidung des Gerichts ist das Rechtsmittel der sofortigen Beschwerde (§ 59 JGG) möglich.

Somit gibt der Richter dem Jugendlichen mit der Vorbewährung eine allerletzte Chance, seine Lebensführung doch noch zu ändern und die Vollstreckung der Jugendstrafe abzuwenden. Der Begriff der Vorbewährung ist somit eigentlich irreführend, weil die Vorbewährung im Sanktionen Katalog zwischen Bewährung und Jugendstrafe steht.

Sinn und Zweck der Vorbewährung ist, dem jugendlichen Täter seine Zukunft nicht durch eine Jugendstrafe zu verbauen, andererseits aber gezielt auf seine Resozialisierung hinzuarbeiten und ihm die Möglichkeit zu geben, die Jugendstrafe doch noch abzuwenden. Die Vorbewährung wird gerade dann eingesetzt, wenn Zweifel daran bestehen, ob die Jugendstrafe zur Bewährung ausgesetzt werden kann.