Versehentlicher Abschluss eines Abos – Was nun?

Insider Handy berichtet über Abofallen. Kennen Sie Sätze wie „Vielen Dank für die Anmeldung bei XYZ zu 6,99 Euro pro Woche im Abonnement“? Und haben auch Sie sich schon einmal über die Herkunft solcher SMS auf Ihrem Handy oder Smartphone gewundert? Oftmals ist man als Betroffener schockiert und fragt sich, wo man denn nun ein solches Abo abgeschlossen haben soll. Hier ist in der Tat Vorsicht geboten, denn auch wenn man sich selbst eines solches Abschlusses gar nicht bewusst war und dieser auch wirklich nicht existiert, kann der Ärger vorprogrammiert sein. Hinter Nachrichten dieser Art steckt meist nichts anderes als eine sogenannte Abo-Abzockfalle. Der Polizei, dem Verbraucherschutz und Juristen sind solche Methoden gut bekannt, denn diese werden den Kunden häufig direkt über deren Handyrechnung übermittelt, so dass es kaum möglich ist, eine Zahlung in direktem Wege zu umgehen. In diesem Artikel teilen wir Ihnen mit, wer hinter dieser perfiden Masche steckt, wer daran wirklich verdient und was man als Verbrauche tun kann, um sich zu schützen und trotzdem weiter mit seinem Handy telefonieren zu können – unabhängig von der Dauer eines eventuellen Prozesses.

Quelle:   https://www.inside-handy.de/magazin/abofalle-handy

Abofalle, die miesen Tricks von Drittanbietern und was man dagegen tun kann

Sicherheitslücken in der Handy- und Smartphone-Nutzung werden ausgenutzt

Das Smartphone oder Handy besitzt unbestritten zahlreiche Vorteile. Leider birgt die Nutzung aber auch diverse Gefahren, die von Betrügern gerne ausgenutzt werden, um sich an der Unwissenheit ihrer Opfer zu bereichern. Immerhin ist es möglich, Mobiltelefone zu hacken und auf diese Weise selbst dann an persönliche Daten der Eigentümer zu gelangen, wenn diese ihre Daten gar nicht selbst preisgeben. Ein noch größeres Risiko besteht dann, wenn direkt auf dem Smartphone eine Anwendung für Onlinebanking involviert bzw. aktiviert ist, denn hier ist es wirklich wichtig, mit Hilfe diverser Schutzmaßnahmen das bestehende Sicherheitsrisiko weitgehend zu minimieren. Ein vollständiger Ausschluss ist nach aktuellem Stand der Technik aber nicht möglich.

Oftmals haben es die Betrüger aber gar nicht auf die Bankdaten abgesehen, denn auch weniger wichtige und gravierende Spähmaßnahmen können die Nerven der Nutzer strapazieren. Hier geht es dann wieder um Abofallen im klassischen Sinne, mit deren Hilfe die betreffenden – meist Streaming – Anbieter ihren potenziellen Kunden das Geld aus der Tasche ziehen wollen. Das dafür meist mit Erfolg, denn in der Regel zahlen die betreffenden Personen lieber als sich einem vermeintlichen Mahnprozess zu unterziehen. Hier sei vor allem an Dienste wie Jamba, Ojom, My Doo, Pink Mobile, Mocopay, Dimoco und diverse andere mehr zu denken, die mit den verschiedensten – mehr oder weniger – fiesen Tricks den Nutzern eine Abofalle stellen, die auch häufig frequentiert wird. Leider unternehmen aber auch die Mobilfunkanbieter nur sehr begrenzte,  um nicht zu sagen – halbherzige -, Versuche, um diese Machenschaften zu unterbinden. Der Grund: Sie verdienen mit und teilweise recht kräftig! An einer Lösung des Problems sind sie daher natürlich nicht interessiert.

Betroffene Nutzer, die zum Beispiel mit einer Mocopay-Forderung konfrontiert werden, sollten das unerwünschte Abo natürlich umgehend widerrufen. Dazu ist es aber wichtig, dass man das Abo und die damin verbundenen gebührenpflichtigen Services wirklich nicht genutzt hat. Darüber hinaus ist aber selbstverständlich jedes Abo kündbar, auch dann, wenn es tatsächlich abgeschlossen wurde. In einem solchen Fall muss aber selbstverständlich die Dienstleistung bezahlt werden, die letzten Endes beansprucht wurde. Doch unabhängig vom Kündigungsgrund müssen einige Dinge beachtet werden, damit die Kündigung selbst auch rechtlich unanfechtbar ist und der Nutzer wirklich unbeschadet sowie unbehelligt von weiteren Zahlungsforderungen, aus dem Vertrag wieder aussteigen kann. Darüber hinaus lassen sich solche unerwünschten Abofallen aber auch prophylaktisch bekämpfen. Dazu lassen sich so genannte Drittanbietersperren aktivieren bzw. nutzen, die allerdings selbst ebenfalls sowohl Vorteile als auch Nachteile aufweisen können.

Was man wirklich tun kann, um sich zu schützen und wirksam geschützt zu bleiben, lesen Sie hier:

Hintergründe des leidigen Abo-Fallen

Zuerst einmal sollte man sich als Verbraucher nicht verunsichern lassen und zu seinem Ärger auch stehen, denn gerade dieser Ärger kann dabei helfen, wirklich erste und weitere Schritte zu unternehmen, um sich endgültig aus der Abofalle zu befreien. Wer sich definitiv sicher ist, wirklich nie und nirgends auf einen Knopf mit „Zahlungspflichtig bestellen“, „Abonnieren“ ohne ähnlichen Wortlauten geklickt zu haben, sollte sich auch nicht verunsichern lassen. Oftmals ist man wirklich nicht selbst schuld, denn hinter dem ganzen Theater stecken so genannte Drittanbieter. Diese nutzen Java-Scripte und Pop-Ups, um den unbedarften Nutzern, über deren eigenes Handy, Smartphone oder Tablet bzw. über den PC oder den Laptop solche Abo's im wahrsten Sinne des Wortes unterzujubeln. Die ersten – meist – 6,99 EUR werden dabei direkt über die Handy- bzw. Mobilfunkrechnung abgebucht.

Dabei stelt sich zuerst einmal die Frage, wer hinter der jeweiligen Aktion steckt, und wieso die Drittanbieter überhaupt die Möglichkeit haben, über einen SMS-Versand Geld vom Kundenkonto abzuzweigen, und dies vor allem noch direkt beim eigenen Mobilfunkanbieter des Kunden. Ein Prepaid-Handy ist dabei ebenfalls keine Lösung, denn hier wird der Betrag einfach direkt vom Guthaben abgebucht und der Nutzer kann in einem solche Fall meist erheblich weniger bis gar nichts unternehmen. Die Rechnung bei Verträgen ist dagegen anfechtbar, so dass neben einer Anzeige bei der Polizei auch eine anwaltliche Tätigkeit wesentlich leichter in Anspruch genommen werden kann und in der Regel auch zum Ziel führt.

Dabei ist es ein Irrglaube, wenn Betroffene annehmen, dass die jeweiligen Abzocker ausschließlich in Übersee sitzen würden, denn hier gibt es wirklich keine Grenze. So finden sich Firmen mit Sitz in Deutschland und der Schweiz ebenso wie mit Sitz in den USA oder in Rumänien. Beschwerden liegen dabei unter anderem gegen die Firmen BA Bound, Net Mobile AG oder CloudCover Mobile vor. Das Vorgehen ist aber meist sehr ählich, denn die Drittanbieter versuchen den jeweiligen Mobilfunkkunden immer ein Abo für irgendeinen Service, oftmals einen Streaming-Dienst, zu verkaufen. Das Geld wird dann über den jeweiligen Netzbetreiber vom angeblichen Abonnenten eingezogen. Hier seien vor allem die Vodafone und die Telekom, aber auch Telefónica Deutschland und diverse weitere genannte, die an der Vorgehensweise der Netzbetreiber ebenfalls verdienen und somit kein Interesse an der Bekämpfung des Problems haben.

Nicht selten werden die Abos für so genannte Premiumdienste verkauft, wobei der eigentliche Inhalt an sich keine Rolle spielt. In vielen Fällen geht es aber um Entertainment-Paket, die dann über oder mit dem jeweiligen Handvertrag genutzt werden können.

Das Vorgehen der Anbieter

An sich ist das Vorgehen bei einer solchen Abofalle immer mehr oder weniger gleich: Die betreffenden Drittanbieter berechnen dem angeblichen Nutzer ein Abo, das dieser nicht abgeschlossen hat und informieren ihn per Kurznachricht auf dem eigenen Handy. Hat man ein Vertragshandy geht etwa zeitgleich noch eine weitere SMS des Mobilfunkbetreibers ein, der seinerseits ebenfalls das Abo bestätigt. Dabei enthält die SMS des jeweiligen Drittanbieters in der Regel noch eine Rufnummer zu einer Hotline oder einen Link zu einer Website, die mehr Infos enthalten soll. Dabei sollte gerade dieser Rufnummer sowie dem Link Beachtung geschenkt werden, denn in vielen Fällen kann dort direkt wieder gekündigt werden.

Was bleibt ist die angebliche Grundgebühr von – in vielen Fällen – 6,99 EUR. Da viele Betroffene froh sind, wenn sie das angebliche Abo wieder vom Hals haben, betrachten sie diese „Gebühr“ als eine Form von so genanntem Lehrgeld oder einen anderweitig zu vernachlässigenden, wenn auch ärgerlichen, Betrag und gehen dort nicht weiter darauf ein. Schließlich wären die Kosten für das Abo weitaus höher, wenn dies nicht gekündigt worden wäre. Beträge um die 360 EUR und mehr pro Jahr sind dabei keine Seltenheit.

Genau solche Rechenbeispiele sind aber auch der Grund dafür, dass viele Verbraucher von weiteren Schritten absehen und gar nicht erst den Versuch unternehmen, ihr Geld wieder zurückzubekommen. Dabei haben die Drittanbieter es gar nicht so sehr auf die angeblichen Jahresabos abgesehen, denn alleine der Massenversand solcher Einmalzahlungen lohnt sich bereits und sichert den Drittanbietern sowie den Mobilfunkanbietern ein hervorragendes Geschäft. Dies gilt auch dann, wenn die Abofalle umgehend gekündigt wird.

Unklar ist, wieviel die jeweiligen beteiligten drei Parteien an einer solchen Transaktion verdienen. Allerdings gibt es Schätzungen diverser Organisationen, nach denen der Mobilfunkanbieter etwa 30 – 50 Prozent des jeweiligen Betrages erhält. Das alleine erklärt natürlich, warum die Provider kein Interesse an einer aktiven Vorgehensweise gegen die Abofallen haben und die Drittanbieter sowie deren Partner einfach gewähren lassen ohne einzuschreiten. Schließlich hat jeder angebliche Abonnent die Möglichkeit, umgehend zu kündigen, so dass sich der entstandene Schaden im minimalen und an sich im Einzelfall auch nicht prozessfähigen Bereich bewegt.

Es gibt trotzdem unterschiedliche Fälle!

Trotzdem gibt es natürlich auch schwerwiegende Fälle, wie den eines Lesers bzw. Nutzers von inside handy, dessen Tochter in eine solche Abofalle des Anbieters Klarmobil getappt war. Dem Mädchen wurden nicht einmalig, sondern dreimal nacheinander 4,99 EUR berechnet, so dass sich die Familie letzten Endes zum Widerspruch veranlasst sah. Da die Tochter nachweislich keine weiteren Leistungen genutzt hatte, sollte man davon ausgehen, dass sich der Fall mit einem ausdrücklichen Widerspruch erledigt haben sollte. Dem war nicht so. In der Zwischenzeit droht hier ein Rechtsstreit, dem im Vorfeld mehrere Mahnungen vorausgegangen waren. Der eigentliche Mobilfunkanbieter des Mädchens – Klarmobil – sieht sich dabei nicht in der Pflicht, zur Aufklärung des Falls beizutragen, sondern sendete der eigenen Kundin noch eine angebliche Bestätigung der Servicenutzung zu. Hinter dieser Abofalle stehen die Drittanbieter Liberty Mobile, Vascom und Pink Mobile, die – im Gegensatz zum Mobilfunkanbieter Klarmobil – im Ausland ansässig sind. Alle Beteiligten sind in Hinsicht auf Betrugsfälle keine unbeschriebenen Blätter, sondern für Abzocken dieser Art bekannt. Das gilt auch für den deutschen Anbieter Klarmobil!

Grundsätzlich sind Fälle dieser Art keine Ausnahmen, sondern nahezu alltäglich. Oftmals wird auf den Rechnungen auch das Unternehmen Domoco GmbH genannt. Die Domoco GmbH ist in Düsseldorf ansässig und sieht sich selbst lediglich als Dienstleister, der es anderen Unternehmen ermöglicht, Beträge von fremden Rechnungen abzubuchen. Dabei stellt die Domoco GmbH aber keinen Abo-Vertrag aus und ist somit auch nicht Vertragspartner der angeblichen Nutzer, sondern der Drittanbieter und indirekt auch der Mobilfunkanbieter, die sich für diese Machenschaften offenbar nicht zu schade sind. Das allein zeigt, dass Verbraucher oder deren Rechtsbeistände zuerst einmal herausfinden müssen, mit wem der Vertrag eigentlich geschlossen wurde. In den meisten Fällen ist der Anbieter der jeweiligen Dienste aber direkt auf der betroffenen Rechnung aufgeführt. Eine Recherche sollte also schnell zum Ziel führen. Darüber hinaus ist die Domoco GmbH sowie das Mobile Payment Service Center zur Auskunft verpflichtet und kann dabei auch gerichtlich als Zeuge geladen werden.

Das Phänomen gefakter Profile bei Facebook und leidiger Ping-Anrufe

Ein weiteres lästiges Phänomen sind so genannte Ping-Anrufe aus dem Ausland und nicht nur von dort, wie angenommen werden darf. Und auch diese Form der Abzocke ist nicht wirklich neu, denn Anrufe dieser Art wurden bereits seit dem Herbst 2017 in verstärkter Form beobachtet, traten aber auch schon früher auf und sind ein echtes Ärgernis für die Betroffenen. Dabei gehen die Anrufe aus den verschiedensten Ländern ab, so dass die ursprünglich allein verdächtigten Länder Weißrussland und Aserbaidschan hier tatkräftige Konkurrenz bekommen haben. Ziel ist es hier, die betroffenen Gesprächspartner dazu zu bewegen, eine Nummer anzurufen, so dass die Falle durch den Anruf zuschnappt. Dabei wird häufig in ausländischer oder auch zunehmend einheimischer Sprache – also in deutsch – mit angeblichen Gewinnspielgewinnen oder mit erotischen Angeboten geworben, die den Nutzer oder die Nutzerin lediglich in ein Gespräch verwickeln sollen, um mit dem Gespräch selbst viel Geld auf Kosten der ahnungslosen Teilnehmer zu „erwirtschaften“. Hier sind Fälle bekannt, bei denen die betroffenen Telefonkunden letzten Endes Rechnungen in horrenden Höhen von mehreren hundert Euro zahlen sollten. Dabei appelliert die Bundesnetzagentur an die jeweiligen Verbraucher, eingegangene Anrufe dieser Art umgehend zu melden und vor allem diese oder generell unbekannte Nummern nie zurückzurufen.

Ähnliche Probleme verursachen gefälschte Profile bei Facebook. Dabei klauen die Abzocker hier Daten und Bilder von Freunden und Bekannten, um mit diesen angeblichen Profilen gefakte Freundschaftseinladungen zu versenden. Akzeptiert der betreffende Nutzer die Einladung, so werden zum Schein Nachrichten versendet oder sogar Anrufe getätigt. Angeblich werden die Nachrichteninhalte an die „Freunde“ weitergeleitet, nur öffnet sich nach einiger Zeit meist ein Gutscheincode, den man ebenfalls nicht anklicken sollte. Er dient lediglich dazu, Daten und dabei auch sensible Daten zu sammeln, sowie den jeweiligen Nutzer ebenfalls in eine Abofalle zu locken.

Gebühren ohne Gegenleistung als klassische Abzocke

Aber auch die Drittanbieter selbst werden immer dreister, denn diese entwickeln ein Geschäft mit den angeblich angefallenen Gebühren, denen aber ebenfalls keine Gegenleitung zu Grunde liegt. Ein Beispiel wäre unter anderem der Smilie-Download für Massenger-Dienste, wie WhatsApp. Dabei bieten die Drittanbieter angeblich animierte Smilies an. Oftmals sind diese aber gar nicht mit dem jeweiligen Dienst kompatibel, so dass der Nutzer keinen animierten Smilie erhält, diesen aber bezahlen soll. In einem solchen Fall liegt aus juristischer Sicht eine so genannte arglistige Täuschung vor, so dass es anzuraten ist, den angeblichen Service auf schnellstem Wege zu kündigen. Ebenso wichtig kann es sein, umgehend sein Geld – nach Möglichkeit schriftlich – zurückzufordern und den Rechtsweg zu beschreiten, wobei diese Maßnahme natürlich immer auch auf den jeweiligen Betrag abzustimmen ist. Eine Kündigung in Schriftform ist aber auf jeden Fall unerlässlich, da der Dienst sonst unter Umständen als angenommen gelten kann.

Fehlende Kontrolle der Drittanbieter durch die eigentlichen Netzbetreiber

Die eigentlichen Netzbetreiber haben angeblich kaum eine Möglichkeit, die Drittanbieter zu kontrollieren. Ist das wirklich so? Auf Nachfragen gab beispielsweise die Vodafone an, dass man den jeweiligen Partnerunternehmen Möglichkeiten des Zahlens über Teleonrechnungen sowie nötige Kurzwahlnummern zur Verfügung stellen. Das lässt an sich nicht auf eine missglückte Bekämpfung durch mangelhafte Möglichkeiten, sondern auf eine aktive Beteiligung schließen. Ein Vodafone-Sprecher äußerte sich wortwörtlich: „In der Regel sind die technischen Partnerunternehmen in einem B2B-Geschäftsmodell tätig. Das bedeutet, sie stellen die Kurzwahlen weiteren Inhalteanbietern oder Medienunternehmen zur Verfügung“

Im Unterschied dazu lässt Telefónica als Betreiber von O2 und E-Plus gemäß den eigenen Angaben nur Services im Rahmen des so genannten Handshake-Verfahrens zu. Ein Sprecher des Unternehmens sagt dazu:  „Wir verpflichten Drittanbieter ein von uns hierfür speziell entwickeltes Verfahren zu nutzen, sodass die Transparenz für den Kunden sichergestellt ist“. Dabei muss der betreffende Nutzer also nochmals bestätigen, dass er den Service tatsächlich beanspruchen möchte. Er kann auf jeden Fall auch jederzeit wieder kündigen. Weiterhin sagt man bei Telefónica: „Darüber hinaus führen wir regelmäßige Stichproben durch, um den ordnungsgemäßen Umgang mit diesen Diensten sicher zu stellen. Ist ein Dienst nicht mit unseren Leitlinien konform, behalten wir uns vor, diesen vom Netz zu nehmen.“ Trotzdem finden sich auch hier Nutzer, die diese Aussagen leugnen, da sie selbst eben keine Bestätigungs-SMS versenden mussten. Dies kann beispielsweise bedeuten, dass die betreffenden Drittanbieter in der Zwischenzeit auch Verfahren gefunden haben, um diese Klauseln zu umgehen.

Auch der Verbraucherschutzverein Antispam e.V. sieht die Aussage über fehlende Kontrollmöglichkeiten doch erheblich anders. Andreas Klisch, der zweite Vorstandsvorsitzende, gab beispielsweise an, dass die Netzbetreiber mit Fakturierungsverträgen arbeiten würden, auch wenn dies gar nicht nötig oder sinnvoll ist. Klisch sagt weiter: „Der Abschluss dieser Verträge erfolgt vielmehr rein aus Profitzwecken, weil die Provider hierfür eine Gebühr einbehalten“

Darüber hinaus gibt der Verbraucherschützer auch an, dass eine solche Berechnung von so genannten TK-gestützten Leistungskomponenten über die jeweilige Handyrechnung der Nutzer an sich vertragswidrig wäre und im Rahmen der gängigen Vertragsgestaltung von Mobilfunkverträgen auch gar nicht gedeckt ist. Seiner Meinung nach sind Abo-Gebühren oder versteckte sowie offene Kosten für Premium-SMS ein Dienst, bei dem es sich „um einen eklatanten Verstoß gegen das Umgehungsverbot aus § 66m TKG“ handelt. Dabei bezeichnet Klisch eine solche Abrechnung als „völlig vertragsfremd“, denn es handelt sich hier ja nicht um Telekommunikationsleistungen im eigentlichen – klassischen – Sinne. Diese Dienste sind also weder in ihrer Rechnungsstellung korrekt noch sollte sich jemand dazu hinreißen lassen, hier eine Zahlung zu leisten.

Mobilfunkanbieter verdienen an Abofallen

Allerdigs ist es auch kein Geheimnis mehr, dass ein Mobilfunkanbieter seine Kunden nicht über bestehende Drittanbieter und dessen eventuelle Abos informiert. Viele Mobilfunkkunden wissen auch nicht, dass man diese Drittanbieter sogar sperren kann und ziehen erst dann eine solche Sperre überhaupt in Erwägung, wenn die Abofalle bereits zugeschnappt ist. Die Tatsache, dass die Mobilfunkanbieter an den Abos „ihrer“ Drittanbieter kräftig mitverdienen, könnte ein Grund dafür sein, dass Verbraucher gar nicht über die Möglichkeit einer Sperre informiert werden. Weiterhin bedeutet es aber auch, dass einige Mobilfunkanbieter aber auch den Dienst des Drittanbieters aufkaufen, so dass dem Kunden das betreffende Abo dann wiederum zu einem nochmals erhöhten Preis berechnet wird. Das hat zur Folge, dass die eigentlichen Mobilfunkanbieter und die Drittanbieter, die das Netzangebot nutzen, in der Regel sogar zu mehr oder weniger gleichen Teilen an einem solchen Abo verdienen, das auf unfreiwillige und fragwürdige Art und Weise geschlossen wird bzw. wurde. Der Hinweis auf eine mögliche Sperre der Drittanbieter wäre somit also sinnlos.

Umgehung des Button-Gesetzes

Die Telekom lässt dagegen durch einen Sprecher darauf hinweisen, dass man es nicht dulden würde, wenn Drittanbieter die Kunden der Telekom durch diverse Abofallen abzocken würden. Er sagt: „Diensteanbieter, die ihre Leistungen über unsere Mobilfunkrechnung abrechnen wollen, haben wir dazu verpflichtet, ihre Preise für Kunden transparent nach den Maßgaben des Gesetzgebers (§312 BGB – Button Law) darzustellen.“ Doch was ist das so genannte Button-Gesetz überhaupt?

An sich existiert dieses Button-Gesetz bereits seit dem Jahre 2012 und besagt, dass Kosten, die einem Kunden durch die Nutzung eines (elektronischen) Dienstes entstehen, für diesen auch transparent sichtbar gemacht und offengelegt werden müssen. Das bedeutet aber auch, dass ein bloßer Knopf mit der Aufschrift „Bestätigen“, „Kaufen“ oder „Los“ in der Zwischenzeit nicht mehr ausreichend ist. Dies wird auch durch ein Urteil des Amtsgerichtes Köln bestätigt. Gemäß diesem Urteil sei „Kaufen“ nicht zwangsläufig mit einer Zahlungsverpflichtug verbunden. Ein Beispiel wäre der „Kauf auf Probe“. Zudem kommt gemäß diesem Urteil keine Bestellung zustande, wenn eine korrekte Button-Lösung fehlt. Damit sind auch Rechnungen auf Grund von Abofallen der Drittanbieter gegenstandslos, wenn diese keinen Button zur Bestätigung eingebaut haben. Daraus folgt aber auch, dass man als Verbraucher das gute Recht hat, gegen das Einziehen von Beträgen über die Telefonrechnung vorzugehen.

Darüber hinaus betont der Sprecher der Telekom: „Sollten sich Diensteanbieter nicht an diese Vorgaben halten, gehen wir dagegen vor“. Auch wären BA Bound und CloudCover korrekt angemeldet, so dass die Angebote beider Drittanbieter in den Bereich der so genannten Erwachsenenunterhaltung fallen würden. Allerdings räumt der Sprecher auch ein, dass CloudCover den internen Freigabeprozess noch nicht vollständig abgeschlossen hätte. Aus diesem Grund wäre es auch nicht möglich, ein Abo abzuschließen oder Content welcher Art auch immer zu beziehen. Zudem habe man auch den Bestellprozess für so genannte Erotik-Abos geändert, so dass diese nur noch über ein Infrastrukturelement der Telekom selbst realisiert werden könnten. Dabei erfolgt also eine Umleitung der betreffenden Kunden auf eine Infrastruktur der Telekom, wobei der Interessent eine Abo-Buchung über einen Button mit der Aufschrift „Zahlungspflichtig bestellen“ nochmals bestätigen muss. Erst wenn diese Bestätigung erfolgt ist, kann ein eventuelles Abo über die Telekomrechnung abgerechnet werden. Mit dieser Vorsichtsmaßnahme soll auch verhindert werden, dass beispielsweise durch Werbebanner eine versehentliche Bestellung erfolgt.

Keine Stellungnahme erfolgte dagegen durch die Drittanbieter, wie beispielsweise CloudCover Mobile oder Net Mobile AG, selbst. Auch direkte Fragen in Hinblick auf eine Ausnutzung des Drittanbieterstatus zur Ausnutzung von Kunden blieben unbeantwortet. Weiterhin erfolgten keine Erklärungen dazu, wie man als Kunde sein Geld zurückfordern könnte, welches irrtümlich eingezogen wurde oder an wen man sich wenden könnte, wenn mn irrtümlich ein Abo abgeschlossen hat.

Mittel gegen Abofallen: Das kann Betroffenen helfen!

Was können betroffene Mobilfunkkunden aber machen, wenn sie versehentlich in die Falle gegangen sind?

Enthält die SMS des Drittanbieters keine aufschlussreichen Daten, so empfiehlt sich die Rückfrage beim Mobilfunkanbieter selbst. Darüber hinaus sind die nötigen Daten auch auf der Rechnung selbst ersichtlich. Ein Telekom-Sprecher sagt dazu verbindlich: „Die Daten der Anbieter sind auf der Mobilfunkrechnung aufgeführt“. Kunden von Telefónica können zudem auch im individuellen Fall mit einer Unterstützung über eine Hotline rechnen. Das trifft auch dann zu, wenn es um Vorgänge unter Beteiligung der Tochtergesellschaften Base oder O2 geht. Weiterhin ist aber auch der Drittanbieter selbst zur Herausgabe der nötigen Daten verpflichtet. Auch lohnt sich ein Blick auf die Telefonnummern und Adressen, die wir weiter unten um Text aufgeführt haben. Sie beinhalten die nötigen Kontakte zur Kündigung entsprechender Abos und Verträge.

 

Weiterhin empfiehlt sich eine Kontaktaufnahme per Email direkt beim Drittanbieter, wobei in diesem Zuge gleich eine zusätzliche Abo-Kündigung versendet werden sollte. Fachanwälte und Verbraucherschutz vertreten aber auch die Meinung, dass eine Verhandlung mit den Drittanbietern entfallen kann, weil ohnehin kein rechtswirksamer Vertrag besteht. Dabei geht Herr Klisch vom Antispam e. V. sogar noch einen Schritt weiter und verweist auf eine Herausgabeverpflichtung der Provider auf der Grundlage einer widerrechtlichten Bereicherung. Zudem verweist er auf § 404 BGB und sagt: „Folglich ist der TK-Provider gegenüber dem Endkunden a) darlegungspflichtig hinsichtlich der Beweisantretung bezüglich des Zustandekommens eines angeblichen ‚Abos‘ und b) ist der auch herausgabepflichtig aus § 812 BGB. Ausschließlicher Ansprechpartner für den Endkunden ist nicht der Drittanbieter, sondern der Provider.“ Weiterhin stellt Antispam auf der eigenen Hotline einen Musterbrief zur Verfügung, mit dem betroffene Nutzer ein solches unerwünschtes Abo schnell und juristisch korrekt kündigen können.

Aber auch folgende Tipps können helfen:

  1. Tipp: Kündig und Widerruf des Abos

Wer eine so genannte Abofalle auf seinem Handy, PC, Laptop oder Tablet entdeckt, sollte unbedingt schnell und konsequent handeln. Das bedeutet: Eine Kündigung sollte umgehend und im Idealfall sofort erfolgen. Dabei ist es erstmal unerheblich, ob diese in Form eines Briefes, per SMS, per Email oder über einen Service vorgenommen wird, den der Mobilfunkanbieter oder ein Drittanbieter selber zur Verfügung stellen. Wichtig ist aber immer die Schriftform, so dass von einem bloßen Anruf abgesehen werden sollte. In jedem Fall ist also ein direkter und nachweisbarer Kontakt wichtig, so dass auch die Kündigung bzw. der Widerruf belegbar ist. Kraft Gesetz hat jeder Kunde nach Rechnungseingang zwei Wochen Zeit, um zu widerrufen. Da Drittanbieter häufig aber keine Daten für einen Widerruf zur Verfügung stellen, ist der Kunde hier im Vorteil, denn die aktuelle Rechtsprechung gewährt in solchen Fällen eine längere Frist für den Widerruf.

Darüber hinaus haben Kunden auch die Möglichkeit, direkt bei ihrem eigentlichen Mobilfunkanbieter zu kündigen und das innerhalb einer Frist von maximal acht Wochen nach Eingang der Rechnung. Auch dort sollte die Kündigung schon aus Gründen der Nachvollziehbarkeit in schriftlicher Form erfolgen, wobei Kunden gut und gerne auf einen Musterbrief der Verbraucherzentrale zurückgreifen können. Auch in diesem Fall kann natürlich auch das Internet genutzt werden, wobei aber der sicherste Weg die postalische Versendung mit Rückschein ist. Dieser muss vom Empfänger gezeichnet – sprich: unterschrieben – werden, so das Kunden hier auf der sicheren Seite sind und den Eingang der Kündigung auch bei einer eventuellen gerichtlichen Auseinandersetzung problemlos belegen können. Ist kein Rückschein gefordert, so gerät eine solche Kündigung beim Mobilfunkanbieter all zu leicht in „Vergessenheit“. Möchte man als Kunde trotzdem per Email kündigen, so ist es wichtig darauf zu achten, dass die Mail auch tatsächlich eingegangen ist, gelesen und verstanden wurde. Eine Lesebestätigung und bzw. oder eine so genannte Blindkopie kann hier Abhilfe schaffen und in einer gerichtlichen Auseinandersetzung den Rückschein der Post ersetzen bzw. sie wäre mit diesem gleichzusetzen. Trotzdem bewegt man sich hier in Bezug auf eine richterliche Entscheidung immer in einer so genannten Grauzone, da vor allem ältere Richter einer Lesebestätigung und bzw. oder Blindkopie nach wie vor den Wert eines Rückscheins absprechen und eventuell auch entsprechend urteilen. Eine postalische Versendung – gerne auch über einen Anwalt – wäre hier der beste und sicherste, da eindeutigste Weg.

Sollte der betreffende Mobilfunkanbieter nur mit einem Standardschreiben reagieren, so empfiehlt es sich für jeden Verbraucher, direkt weitere Schritte einzuleiten. Doch woran erkennt man solche Standardschreiben? In juristischen Fachkreisen stuft man alles als Standardschreiben ein, bei dem der Kunde an weitere Mitarbeiter verwiesen wird oder wenn der Mobilfunkanbieter die betreffende Abbuchung als aus seiner Sicht rechtlich korrekt einstuft. Hier gilt auch der Grundsatz, dass sich Kunden nicht abwimmeln lassen sollten, denn Hartnäckigkeit zahlt sich bei der Kündigung unrechtmäßiger Verträge immer aus. Wer trotzdem meint, nicht weiterzukommen und den Gang zur Polizei oder zum Anwalt scheut, kann sich aber auch bei der Verbraucherzentrale Hilfe holen.

  1. Tipp: Wie bekommt man sein Geld zurück?

 

Doch wie bekommt man nun nach einer Kündigung sein Geld zurück? Eines steht nämlich fest: Es empfiehlt sich, Forderungen unverzüglich geltend zu machen und nicht erst lange zu warten.

 

Zuerst einmal sollten sowohl der Mobilfunkanbieter als auch der Drittanbieter umgehend schriftlich kontaktiert und das Geld zurückverlangt werden. Dabei kommt es in vielen Fällen vor, dass der eigentliche Mobilfunkanbieter einlenkt und den abgebuchten Betrag aus „Kulanzgründen“ erstattet. Wer dagegen erst auf seiner Rechnung feststellt, dass beispielsweise unter „Leistungen anderer Anbieter“ ein solches Abo aufgeführt wurde, kann auch direkt bei der Bank die Abbuchung stornieren lassen, sofern es sich um ein Lastschriftverfahren handelt. Wurde der Betrag eigenhändig überwiesen, so wird es hier oftmals schon schwieriger, da die Banken dann nicht zur Rückbuchung verpflichtet sind und diese oftmals auch gar nicht (mehr) durchführen können. Eine Prüfung der Rechnung vor Überweisung ist also unbedingt wichtig. In einem solchen Fall wäre auch der Anbieter direkt über die nicht erfolgte Zahlung und den Grund dafür schriftlich zu informieren, wobei diese Information auch gleich eine ausdrückliche Kündigung des Abos enthalten sollte. Wer nur eine Kürzung der Rechung um den strittigen Betrag vornimmt, sollte ebenso verfahren und den Anbieter direkt sowie inklusive einer Kündigung informieren. Auf keinen Fall sollte eine Rechnung dieser Art unbeanstandet bezahlt werden, denn dann gilt der Vorgang und unter Umständen auch der Vertrag als akzeptiert! Es kann aber auch sinnvoll sein, den Teil der Rechnung zu überweisen, der nicht angefechtet wird. Hier empfiehlt sich aber auf jeden Fall ein klärendes Gespräch bei einem Rechtsanwalt nd am besten die Begleitung durch diesen, den nur so kann einer Sperrung der SIM-Karte vorgebeugt werden, die der Mobilfunkbetreiber sonst unter Umständen vornimmt. Allerdings wäre dieser Schritt der Mobilfunkbetreiber ebenfalls nicht rechtens und könnte daher ebenfalls auf dem Rechtsweg angefochten werden.

Hier lohnt sich nämlich ebenfalls ein Blick in das Telekommunikationsgesetz und dabei vor allem auf den § 45k TKG. Gemäß den dortigen Ausführungen darf der Mobilfunkanbieter die SIM-Karte auf der Grundlage von Zahlungsverzug nämlich nur dann sperren, wenn er diese Sperrung mindestens zwei Wochen vorher in schriftlicher Form angekündigt hat. Zudem müsste der Kunde mit mindestens 75 EUR in Zahlungsverzug sein. Forderungen von Drittanbietern zählen aber ohnehin nicht zu diesem Mindestbetrag, sondern da geht es um die reine Telekommunikationsleistung des Mobilfunkanbieters. Eine Sperrung der SIM-Karte wäre somit also in den meisten Fällen unzulässig, so dass der Mobilfunkanbieter hier für eventuelle Schäden in welcher Form auch immer aufkommen muss, die während der Sperre und durch die Sperre entstanden sind.

  1. Tipp: Wie kann man Abofallen umgehen?

Wer online unterwegs ist, sollte unbedingt wachsam sein und zwar unabhängig des verwendeten Endgerätes. Abofallen lauern nicht nur bei der Nutzung des Smartphones oder am Handy, sondern auch bei der Nutzung von Computer, Laptop oder Tablet. Um nicht erneut in eine Abofalle zu treten oder dieses Ärgernis künftig von vornherein zu vermeiden, lohnt sich immer der Blick in die AGB oder Nutzungsbedingungen, bevor ein Service – welcher Art auch immer – in Anspruch genommen wird. Auch sollte man sich erstmal informieren, bevor man auf Buttons mit der Aufschrift „Weiter“ oder „OK“ klickt, bevor man diese aktiviert.

Vorteile und Nachteile von Drittanbietersperren

Wer einmal in eine so genannte Abofalle getappt ist und das künftig verhindern möchte kann mit Hilfe einer Drittanbietersperre für Abhilfe sorgen. Eine solche Drittanbietersperre kann direkt beim Provider eingerichtet werden, ist kostenlos und funktioniert per Anruf bei der Kundenhotline. Die Verbraucherzentralen würde darüber hinaus begrüßen, dass eine solche Sperre serienmäßig eingerichtet werden sollte und dann im Bedarfsfall durch den Kunden selber deaktiviert werden könnte. Warum das nicht so ist, wird von den Mobilfunkanbietern folgendermaßen begründet: Zum Beispiel sagt ein Sprecher von Telefónica: „Es handelt sich hierbei um eine bestimmte Form des Bezahlens von Diensten, Services und Apps wie zum Beispiel auch Parken, Ticketing etc., die der Kunde so dann nicht mehr nutzen könnte.“ Aber auch die Telekom und Vodafone äußern dazu  Bedenken. Sie vertreten gemeinsam mit ihren Töchtern die Auffassung, dass man als Provider seinen Kunden mit einer solchen Sperre auch den Zugang zu sinnvollen Diensten verweigern würde, was ja von der Sache her sogar stimmt. Zudem werden auch solche Dienste häufig in Aboform abgerechnet, so dass eine absolute Sperre gleichzeitig die Nutzung solcher Services, wie eben Parken oder Ticketing, von vornherein mit ausschließen würde.

Hier sieht die Verbraucherzentrale aber durchaus mögliche Kompromisslösungen, denn so wäre es unter Umständen sinnvoll, wenn der Provider erst dann Abrechnungen vornimmt, wenn der betreffende Kunde eigenständig eine Bestätigung in Form einer SMS an den Provider sendet. Zudem gibt es natürlich auch hier genug Alternativen zur Abrechnung über die Handyrechnung. Ein Sprecher der Verbraucherzentrale sagt dazu: „Es gibt andere Bezahlmöglichkeiten, zum Beispiel über Micropayment-Bezahldienste, bei denen der Kunde mehr Kontrolle über die Zahlungen hat als bei WAP-Billing.“

Trotzdem ist auch hier wieder Vorsicht geboten, denn eine Drittanbietersperre hat auch noch weitere Nachteile, sobald sie einmal eingerichtet ist. So werden rigoros alle Anbieter geblockt, so dass auch die Dienste seriöser und dem Kunden bekannter Anbieter nicht mehr genutzt werden könnten. Wer also Fahrscheine über das Internet kaufen und online speichern sowie abrufen möchte, kann dies dann ebenfalls nicht mehr tun.

Ob eine solche Drittanbietersprerre genutzt wird, sollte also vom Einzelfall abhängig gemacht werden, denn die Nachteile sind in der Tat nicht zu leugnen. Gerade Kinder und Jugendliche könnten hier aber geschützt werden, denn auch die Nutzung von Prepaid-Tarifen ist kein Schutz vor so genannten Abofallen.

Verbraucherschützer Klisch meint allerdings, dass es sich bei einer angeblichen nicht mehr möglichen Nutzung des mobilen Bezahlens im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) lediglich um ein Gerücht und eine Schutzbehauptung handelt. Er sagt: „Die wichtigsten, derzeit in Deutschland im Einsatz befindlichen Ticketing-Systeme rechnen nicht über die Provider ab.“ Da die Verrechnung in solchen Fällen meist durch externe Finanzdienstleister erfolgt, wäre eine Verbindung zu Drittanbietern oder dem Provider lediglich zur Kundenidentifikation nötig. Eine absolute Unnötigkeit gibt es also auch dort nicht, auch wenn der Provider beim eigentlichen Vorgang der Abrechnung vollkommen raus ist.

Trotzdem muss auch der Verbraucherschützer einräumen, das diverse Systeme tatsächlich über die Mobilfunkrechnung abrechnen würden, auch wenn sie nach erfolgreicher Registrierung der Kunden auch andere Optionen, wie die Abrechnung über verschiedene Finanzdienstleister, zulassen.

Links, Hotlines und Kontaktadressen für den Schadensfall

 

(1) My Doo Abo kündigen:

Cellfish GmbH
Website: mydoo-international.com/de
Standort: Heinrichstraße 24, 40239 Düsseldorf
E-Mail-Adresse: info@mydoo-international.com
Hotline: 0211-210 908 08

 

(2) Mocopay Abo kündigen:

Mocopay GmbH
Website: mocopay.de
Standort: Kaiserswerther Str. 115, 40880 Ratingen
E-Mail-Adresse: info@mocopay.de
Hotline: 0800-5060599 (kostenfrei)

 

(3) CloudCover Mobile Abo kündigen:

Cloudcover SRL
Website: cloudcovermobile.com
E-Mail-Adresse: Supportrt@cloudcovermobile.com
Hotline: 0800-100 3805 (kostenfrei)

 

(4) BA Bound Abo kündigen:

BA Bound LLC
Website: babound.com
Standort: 9665 Wilshire Boulevard, Beverly Hills, California 90212

 

(5) Dimoco Abo kündigen:

Dimoco Germany GmbH
Website: dimoco.eu/contact/for-consumers
Standort: Fritz-Vomfelde-Straße 12, 40547 Düsseldorf
E-Mail-Adresse: MPSC: info@mobile-info.cc
Hotline MPSC: 0800-0000 557 (kostenfrei)

 

(6) Vascom Abo kündigen:

Vascom (Schweiz) AG
Website: vascom.ch
Standort: Schluechtstraße 7, 6330 Cham, Schweiz
E-Mail-Adresse: customer@vascom.ch
Hotline: 044-5816730

 

(7) Pink Mobile Abo kündigen:

Pink Mobile BV
E-Mail-Adresse: info@mobileinfo.biz
Hotline: 0800-0000557

 

(8) Ojom Abo kündigen:

freenet digital GmbH
Website: ojom.com
Standort: Karl-Liebknecht-Str. 32, 10178 Berlin
E-Mail-Adresse: kundenservice@ojom.com
Hotline: 030 32500114

 

(9) Jamba Abo kündigen:

freenet digital GmbH
Website: jamba.de
Standort: Karl-Liebknecht-Str. 32, 10178 Berlin
E-Mail-Adresse: info@jamba.de
Hotline: 030 32500110

 

(10) Bill-Info Abo kündigen:

Docomo Digital Germany GmbH
Website: bill-info.com
Standort: Fritz-Vomfelde-Str. 26-30, 40547 Düsseldorf
E-Mail-Adresse: service@bill-info.com
Hotline: 0211 962 99 222

 

(11) Zed Abo kündigen:

Zed Germany GmbH
Standort: Fasanenstr. 12, 10623 Berlin
E-Mail-Adresse: info@zed.de
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Rechtsanwalt Thomas Hollweck aus Berlin hat sich ebenfalls ausführlich mit dem Thema Abofallen beschäftigt. Der Jurist ist Fachanwalt für Verbraucherrecht und gibt sowohl in seiner Kanzlei als auch auf seiner Homepage Tipps für den korrekten Umgang mit unerwünschten Abos und deren Konsequenzen. Zudem finden interessierte Leser dort Tipps zur richtigen Kündigung sowie eine Liste von Unternehmen, die in jüngster Zeit negativ in Erscheinung getreten sind, sei es nun durch eine vermeintliche Vertragsfalle oder durch eine eventuelle Abofalle. So finden sich auf dieser Liste unter anderem Unternehmen wie Net Mobile AG, Eurowin Deutschland, Mobile Payments Service Center AG (mobile-info.cc), Mobile Payments Service Center AG (mobile-info.cc),  NetDebit GmbH, Webbilling, Interdate S.A. Media Work, GmbH Content 4U GmbH, Dailiflirts.de, Habibi Media GmbH und ODV Online Content Ltd..

Unerwünschte Abos kündigen oder im Vorfeld verhindern: Eine Zusammenfassung!

Verbraucher, die auf ihrer Mobilfunkrechnung ein unbekanntes und zudem unerwünschtes Abo entdecken, sollten schnell und konsequent handelt. Besonders bei Drittanbietern, wie Pink Mobile, My Doo, Ojom, Jamba und Mocopay – um nur einige zu nennen – ist Vorsicht geboten.

Betroffene sollten sich analog den folgenden Ausführungen verhalten:

(1) Kündigung in Schriftform an den Drittanbieter versenden. (Die zugehörigen Anschriften haben wir weiter oben aufgeführt.)

(2) Sollte ein unbekannter Betrag auf der Handy-Rechnung aufscheinen, sofort schriftlichen Widerspruch direkt beim Provider einlegen.

(3) Einen eventuell unberechtigt eingezogen Betrag schriftlich vom Drittanbieter und vom Provider zurückverlangen.

(4) Gleichzeitig die Abbuchung von der Bank zurückverlangen, sofern das bei der Bank und der gewählten Zahlungsform möglich ist.

(5) Nur den Teil der Rechnung überweisen, der nicht beanstandet wird. Dies sollte aber ausdrücklich nur unter Begleitung oder – sofern möglich – über das Treuhandkonto des vertretenden Anwalts erfolgen, da ansonsten die Rechnung schnell als anerkannt gelten kann und eventuell zur Gänze überwiesen werden muss. Eine Teilüberweisung sollte also nur in Kenntnis des beratenden Anwalts und zur Vermeidung von Problemen mit dem Provider erfolgen.

(6) Vorsorgliche Sperre von Drittanbietern mittels Drittanbietersperre. Dies ist allerdings vom eigenen Nutzungsverhalten abhängig und kann neben Vorteilen auch gravierende Nachteile mit sich bringen. Einschränkungen bei der Nutzung müssen dann – zumindest vorübergehend – in Kauf genommen werden, so lange die Sperre existiert.