Durch Scheinbeziehung hohe Summe verloren

Der Fall ereignete sich bereits Anfang 2019, das berichtet der Polizeiticker: Eine 55- jährige Frau aus Frauenfeld TG wurde um 70.000 Franken betrogen, da sie einem Internetbetrüger zum Opfer fiel. Dieser erschlich sich durch das Aufbauen von Vertrauen und einer Schein- Beziehung eine hohe Summe, da er sich angeblich in einer Notlage befinde.

Quelle: https://www.polizeiticker.ch/artikel/frauenfeld-tg-liebes-betruger-ergaunert-70000-franken-129426?fbclid=IwAR3fP8k4FK5wG34tVh7TRVZqjD_MBAnzVa-scE8k3KImE0ZMbIUl8wX2r1U

Frauenfeld TG – Liebesbetrüger ergaunert 70'000 Franken

In diesem Fall handelt es sich um sogenanntes Romance Scam, hierbei wird Ahnungslosen die große Liebe vorgespielt. Die Opfer sind schnell über einschlägige Datingseiten, Internet- Singlebörsen, aber auch über Social Media gefunden. Die Täter bauen Vertrauen zu den potenzielle Geschädigten auf und versuchen diese, durch dubiose Gründe, dazu zu bringen, Geld zu überweisen.

Die Kantonspolizei warnt davor, vorsichtig zu sein, wenn…

 

Auf einem Profil nur wenige Bilder zu finden sind, denn dann sind diese meisten fake Aussagen und Fakten nicht übereinstimmen. Dazu auch die Bilder mit der Google  Bilder Suche abgleichen, um zu sehen, ob diese schlichtweg aus dem Internet genommen wurden. Die Realität Fragen aufwerfen würde. Würde so eine Person im realen Leben Interesse haben? Die Person um Geld bitte, man diese aber nur aus dem Internet kennt.

Scamming- was ist das?

Scamming kann vielfältig begangen werden- die große Liebe, der perfekte Job, das schnelle Geld. All das sind Beispiele für potenzielle Scamming, und damit rechtswidrige, Machenschaften. Oft müssen dubiose Vorauszahlungen an den Scammer getätigt werden. Ein Beispiel hierfür ist die unter dem Namen Nigeria Connection bekannte Betrugsmasche, die sich zuerst auf Massenmails mit Gewinnversprechen beschränkte, und mittlerweile vielfältige Formen des Betruges annehmen kann.

Formen des Scamming – Betrug mit Vorauszahlungen

Betrug durch vorgetäuschte Liebe

Hierbei suchen sich die Täter Opfer auf Dating- Seiten oder Single- Börsen und spielen den Ahnungslosen die große Liebe vor. Dies wirkt besonders gut, da diese Personen möglicherweise ein instabiles Selbstbewusstsein, eventuell auch aufgrund gescheiterter Beziehung haben. Die Täter überhäufen sie mit Komplimenten und erzielen so ein großes Vertrauen. Anschließend fordern sie aus verschiedensten Gründen, beispielsweise wegen einer unbezahlten Hotelrechnung, oder einem offenen Kredit, Geld von den Opfern, hier kann es sich oft um sehr große Summen handeln. Die Betrogenen überweisen den Betrag meist ohne näher nachzufragen, da sie emotional vom Täter abhängig sind.

Betrug durch falsche Identität (Soldat)

Die Täter spielen hier vor, ein amerikanischer Soldat im Auslandseinsatz zu sein und deshalb würden sie nicht an ihr privates Vermögen kommen. Daher bitten Sie die Opfer Geld via Western Union oder MoneyGram zu überweisen, mit dem Versprechen dieses wieder zu erstatten. Oftmals folgen, zur Stärkung der vermeintlichen Beziehung, Telefongespräche oder Sykpe Konferenzen ohne Bild. Diese werden meist über ein Prepaidhandy getätigt, um ein Nachverflogen des Täters auszuschließen.

Betrug durch falsche Geldversprechen

Die Nigeria Connection bedient sich häufig sogenannter Fake- E- Mails. Hierbei werden hohe Summen an Geld versprochen, die zum Beispiel durch eine Erbschaft erlangt worden sind. Vorab sind allerdings Gebühren in der Höhe von mehreren tausend Euro zu zahlen. Dies fallen anscheinend für Notarkosten, Steuern oder für die Übermittlung an. Sobald das Opfer den Betrag überwiesen hat, sind die Betrüger, wie auch das Geld, unwiederbringlich verschwunden. Aktuell wird wieder vermehrt auf Briefpost zurückgegriffen, um die Betrügermasche besser zu “tarnen”.

Betrug durch Wohnungsangebote

Eine lukrative Wohnung für ein kleines Budget- die perfekte Lüge für Betrüger. Auf Immobilienbörsen im Internet haben die Täter leichtes Spiel. Sie bieten eine Wohnung zu einem unglaublichen Preis an und warten, bis sich jemand meldet! Meistens geben sich die Gauner als Amerikaner oder Engländer aus, die behaupten sie hätten eine Wohnung geerbt und wollen diese jetzt abgeben. Oder sie gehen für einen Job ins Ausland und wollen die Bleibe daher sehr günstig vermieten. Nach dem Eingang der Zahlung für die erste Miete und die Kaution auf ein in- oder ausländisches Bankkonto, beziehungsweise via Bargeldtransfer, werden dem Mieter anscheinend die Schlüssel über den Paketdienst DHL zugeschickt. Mit der Begründung, die Wohnung könnte so besichtigt und später bei Bedarf wieder “umgetauscht” werden. Allerding existiert die Wohnung oft nicht, oder gehört einem ahnungslosen Fremden.

Betrug durch Traumjob

Auch Inserate in Tageszeitungen können Teil eines kriminellen Betrügerplanes werden. Hier werden vermeintliche Stellenanzeigen ausgeschrieben, meist ist nur eine Telefonnummer angegeben. Die Jobs sind häufig sehr lukrativ und “zu schön, um wahr zu sein”. Nach einem ersten telefonischen Gespräch sollen die Betrogenen kurzerhand Lebenslauf und Bewerbungsschreiben schicken. Nach einem weiteren telefonischen Bewerbungsgespräch wird ihnen auch schon eine Zusage bezüglich der Stellenanzeige erteilt, sie müssten nur vorab die Kosten für, zum Beispiel, die Dienstkleidung übernehmen. Sobald das Geld überwiesen wurde, verschwindet der “Arbeitgeber”.

Betrug durch gefälschte Schecks

Dieser Betrug ist besonders gefährlich, da er legal erscheint, beziehungsweise im schlimmsten Fall die Opfer verklagt werden können. Die Scammer suchen Menschen, denen sie Schecks “verkaufen” können. Sie kaufen beispielsweise ein privates Auto, dabei sind die Schecks meistens auf einen höheren Betrag ausgestellt, als der Kauf eigentlich gekostet hat. Der Täter teilt dem Opfer mit, dass dieses den Different Betrag wieder überweist. Das Problem ist hierbei unter anderem, dass

Bankangestellte Mühe haben, einen gefälschten Scheck von einem echten zu unterscheiden. Außerdem ist das Geld längst verschwunden, wenn klar wird, dass der Scheck gefälscht ist. Hinzu kommt, dass die Bank strafrechtliche Schritte gegen das Opfer, wegen Betrug, einleiten kann.

Romance Scamming

Die Betrüger fangen unverfänglich mit einer kurzen, netten Nachricht an. Diese schicken sie den Betrogenen über Dating- Seiten oder soziale Netzwerke, wie Facebook oder Snapchat. Um die Interesse des Opfers zu steigern, erfinden sie aufregende und außergewöhnliche Lebensgeschichten und machen immer einen seriösen Eindruck.

So sehen typische Scammer Profile aus

Männer, die diese Art von Betrug betreiben, geben sich meist als Ingenieure, Architekten, Soziologen, Konstrukteure in der Ölindustrie, als Tierärzte, Computerspezialisten und U.S. Soldaten aus. Die gestohlenen Bilder zeigen meist eine attraktive Person. Die Täter geben vor aus Amerika oder Europa zu stammen, wobei sie meist ihren Sitz meist in Westafrika haben. Durch das perfekte Beherrschen der englischen Sprache, auch durch die Nutzung von professionellen Übersetzungstools für E- Mails, machen den Opfern die These eines Amerikaners, bzw. Gebildeten Europäers glaubhaft.

Frauen täuschen häufig vor, beruflich als Krankenschwestern, Ärztinnen, Mitarbeiterinnen im Waisenhaus oder als Lehrerinnen, Schauspielerinnen sowie als Geschäftsfrauen tätig zu sein. Die Fotos sind ebenfalls gestohlen oder ausschließlich für das Scamming fotografiert worden, was an gleichen Posen oder ähnlicher Kleidung zu erkennen ist. Die Frauen geben sich bevorzugt als Russinnen aus, können aber auch vorspielen aus Südamerika, Afrika, Thailand oder Europa zu kommen. Auch Scam- Frauen sprechen die englische, teilweise auch die deutsche, Sprache perfekt.

Wie gehen Romance- Scammer vor?

Die Betrüger schaffen es die Opfer emotional abhängig zu machen und stellen sich als unverzichtbar dar. Die Bindung wird durch einen regen Austausch gestärkt, Telefonate, SMS usw. werden über den Tag verteil ausgetauscht und stärken die Nähe ohne ein einziges Treffen. Vertrauen schaffen auch erlogene Geschichten über Kinder, die Familie oder eine gemeinsame Zukunft. Anfangs handeln die Gespräche nicht von Geld, dies kommt erst, sobald die Opfer an die Scammer gebunden wurden. Die Täter geben vor, aus geschäftlichen oder privaten Gründen, nach Westafrika zu reisen und ihre “große Liebe” anschließend zu besuchen. Doch bevor es zu diesem Treffen kommen kann, gibt es anscheinend Probleme mit gestohlenen Wertsachen, Papieren oder Pässen. In allen Fällen sollen die Opfer via Western Union oder MoneyGram Geld überweisen.

In Nachrichten, bei denen nach dem Geld gefragt wird, wird die “Liebe” immer stark betont, damit die emotionale Abhängigkeit des Opfers weiter ausgebaut wird. Teilweise involvieren sich auch

 

“Ärzte”, “Polizisten” oder “Verwandte”, um dem Opfer die Dringlichkeit klarzumachen und Druck auszuüben. Dies kann so weit gehen, dass die Scammer einen vermeintlichen Selbstmord planen, um endlich an das Geld zu kommen.

Derzeit sind Betrüger vor allem hinter ausländischen Ausweispapieren her. Hierbei bitten sie das Opfer oft ihnen Kopien des Passes und Reisepasses zukommen zu lassen, mit der Erklärung ein gemeinsames Konto zu eröffnen. So werden Fälschung von Ausweisen zu einem Kinderspiel. Auch sehr gerne gesehen sind Einladungen nach Deutschland, zur Unterstützung eines Visaantrages.

Es gibt auch Fälle, in denen die Scammer die Opfer bitten, afrikanische Schecks auf das eigene Konto einzureichen, da dies in Westafrika anscheinend nicht möglich ist. Der größte Teil des Geldes soll dann auf ein afrikanisches Konto überwiesen werden, einen Teil, als “Gage”, dürfen sich die Opfer behalten. Das Problem ist, dass dies Rückschecks sind, für dessen Zahlung and die Bank der Kontoinhaber verantwortlich ist. Im schlimmsten Fall können Opfer hier wegen Betrug beschuldigt werden.

Eine weitere Masche ist es, dem Betrogenen kleine Päckchen vorbeizubringen, die wieder nach Afrika gesendet werden sollen. Wobei der Inhalt meist mittels einer gestohlenen Kreditkarte bezahlt wurde. Das Aufgeben der Päckchen ist daher illegal und kann strafrechtliche Folgen für Opfer nach sich ziehen.

Oft täuschen Scammer vor, nicht fenug Geld für ein Flugticket zu haben oder Kosten für ein Visa sind fällig. Auch eine Bezahlung der PTA oder BTA, eine Gebühr an die Regierung ohne die man das Land nicht verlassen darf, die offizielle nicht existiert, soll den Opfern das Geld aus der Tasche ziehen.

Wie kann ich einen Love- oder Romance Scammer erkennen?

Die Kontaktaufnahme

Eine kurze Einladung zum Chat, über eine Dating- Seite, meist in perfektem Englisch. Meist ist die Machenschaft eines Scammers schwer zu erkennen, da die Worte durchaus freundlich und professionell wirken, bzw. die Mail- Adressen deutsch sind.

Vorsicht bei Chat- Namen mit Sonderzeichen, diese schicken durch Ihre Nachrichten Softwares mit, die dem Computer schaden können.

Die Bilder

Frauen ködern ihre Opfer meist mit attraktiven, leicht bekleideten Fotos. Männern sind häufig mit einer Uniform oder einem Anzug abgebildet.

Der Inhalt der Mail

Übertriebene Liebesbekundungen sind oft ein Anzeichen für Love Scamming. Meist fragen die Täter auch über die Familie, Kinder, Hobbys ect. und bezeichnen den Betrogenen bald als “Ehefrau” bzw. “Ehemann” und stellen Hochzeitspläne an. Weshalb auch die Frage nach einer finanziellen Unterstützung bezüglich eines Visums nicht ungerechtfertigt erscheint.

Verbindungen nach Westafrika/ Russland/ Südostasien

Um eines dieser Länder zu besuchen, werden oft geschäftliche, bzw. private Reisen angegeben. Bei jeglichen Verbindungen zu diesen Ländern ist Vorsicht geboten.

Bitten um Geld/ Versand/ ein gemeinsames Konto/ Visum

Eine Bitte um Geld kann vielfältig aussehen, die Gründe sind unterschiedlich, und reichen von gestohlenen Wertsachen bis hin zu Gebühren. Besonders beliebt bei Frauen ist die Bitte um eine Einladung nach Deutschland, um auf den Kosten des Opfers zu leben und weiterhin für Nigeria Connection tätig zu sein.

Tipp:

Googlen Sie den Namen Ihrer Bekanntschaft mit dem Wort “Scammer”, oftmals liefert das Internet hierzu schon Ergebnisse. Oder versuchen Sie es mit der umgekehrten Bildersuche, wenn Sie ein Bild bekommen haben. Außerdem ist es ratsam eine alternative E- Mail- Adresse zu benutzen, um im Falle eines Betruges nicht Ihr Hauptkonto löschen zu müssen.

Was tun, wenn ich Scamming erlitten habe?

Blockieren

Es ist wichtig, sofort jeden Kontakt abzubrechen und keine SMS, Anrufe ect. mehr entgegenzunehmen. Zudem sollten Sie darüber nachdenken, sich eine neue E- Mail- Adresse, bzw. Telefonnummer zuzulegen. Auch Freunde aus sozialen Netzwerken und Kontake sind vermutlich betroffen, da die Scammer durch einen Virus meist auch diese scannen.

Ignorieren

Jegliche Aufforderungen des Täters unterlassen!

Sichern

Sichern Sie Chats, E- Mails und Anrufe als Beweis auf einem USB- Stick oder einer externen Festplatte, bzw. CD.

Hilfe holen

Melden Sie den Vorfall der Polizei. Auch wenn Täter aus dem Ausland schwer nachzuverfolgen sind, sollte das Verbrechen auf jeden Fall der Polizei gemeldet werden, auch um straffrechtliche Folgen, bezüglich eines Schecks, gegen das Opfer abzuwenden.

Folgen für Opfer

Sollten Sie einen Scheck einlösen, der später seitens der Bank rückbelastet wird, haben Sie den finanziellen Schaden zu tragen. Zudem geraten Opfer schnell unter Verdacht, kriminelle Geschäfte mit dem Scammer abzuziehen. Deshalb ist es auch wichtig, eine Strafanzeige zu erstatten, um den ungerechtfertigten Verdacht nicht auf Sie zu lenken. Wobei eine absurde E- Mail alleine noch nicht illegal ist.

Sie sollten also Personen, die Sie noch nie zuvor gesehen haben oder getroffen haben, kein Geld überweisen; unter keinen Umständen. Seien Sie immer vorsichtig, wenn Sie im Internet auf Wohnungs- oder / und Partnersuche gehen.